Sichtschutz

Nachdem nun längere Zeit Flaute herrschte in Sachen „Eigenarbeit“, gehen wir endlich unser letztes großes Projekt an. Pünktlich zum Sommerbeginn wollen wir einen Sichtschutz im Garten zu den angrenzenden Carports hin errichten. Doch wie soll der aussehen? Die üblichen Holzelemente aus dem Baumarkt? Gabionen? Oder was „Natürliches“, also eine Hecke, Büsche oder sowas?

Ein Bewuchs mit Pflanzen scheidet schnell aus. Diese brauchen Platz, den wir nicht haben und Pflege, die wir nicht wollen und am Ende gibt es noch Ärger mit den Nachbarn, weil Laub und Dreck auf deren Motorhaube des frischgewaschenen Autos landen…
Gabionen sind auch zu groß und außerdem gefallen mir diese in Gitterkörben „gefangenen“ Steine nicht so gut.
Holzelemente? Irgendwie langweilig, normal und auch pflegebedürftig, wenn sie nicht in ein paar Jahren schon verfault sein sollen. Kunststoff? Brrr, kommt für uns nicht in Frage.
Recht schnell werden wir uns einig: es soll Bambus sein! Wetterfest, pflegeleicht und schön.
Die schwierigere Frage: welcher Bambus?? Dick, dünn, gelber, schwarzer, mit oder ohne Zierelementen, welche Höhe…
Auf einer Messe schließlich entdecken wir etwas Passendes. Weil aber dieses Objekt unserer Begierde leider viiieeel zu teuer ist, geht die Sucherei wieder los. Hierin ist Andreas Spezialist. Nicht tagelang, nein, eher schon wochenlang stöbert er im Internet nach Anbietern, Kontakten, Händlern. Und irgendwann steht dann wieder mal ein größeres Pakte bei uns auf dem Parkplatz: mit sieben Bambus-Elementen zu je 1,80 x 1,80 Meter, Stangendurchmesser 8-10 cm.

550_großes Paket

großes Paket

Die Arbeit kann beginnen.
Als Problem erweist sich die Befestigung der Elemente. Eigentlich soll der Sichtschutz genau auf den L-Steinen, welche den Garten begrenzen, stehen. Diese L-Steine sind aber nur 10 cm dick und 40 cm tief mit kleinem Fuß. Hierauf eine Befestigung zu verankern und den Sichtschutz daran zu montieren, erscheint uns sehr riskant. Ob da nicht der Bambus mitsamt der L-Steine beim ersten starken Sturm umkippt??? Wäre ein Versuch wert, wenn da nicht diese vielen Autos dahinter stehen würden  ;-). Um solch ein Disaster sicher zu vermeiden, müssen wir uns was anderes einfallen lassen. Etwas, das sicher, einfach, günstig und einigermaßen schön ist. Und mein Tüftler Andreas bringt auch bald eine gute Lösung hervor… Als Pfosten verwenden wir runde Edelstahl-Stangen, die in ein Betonfundament einbetoniert werden, welches wir mit dem Fundament der L-Steine verbinden. Edelstahl plasst zwar nicht so ganz perfekt zum Naturprodukt Bambus, aber einen Holz-, Bambus- oder Eisenpfosten wollen wir nicht in 10 Jahren samt Fundament ersetzen müssen… Also lieber die langlebigere Variante aus Edelstahl.

Zunächst wird der jeweilige Abstand zum nächsten Pfosten ausgemessen. Da die einzelnen Bambusstangen unterschiedlich dick sind und die Gesamtlänge eines Elementes von 1,80 m nur eine ungefähre Angabe ist, messen wir den Abstand durch Aufstellen des jeweiligen Elements.

551_Ausmessen

Abstand abmessen

Dann wird ein Loch ausgehoben bis zum Fundament der L-Steine. In dieses bohren wir dicke Löcher, um hier Eisenstangen hineinstecken zu können.

552_Fundament

Fundament ausheben und Löcher in L-Stein-Fundament bohren

Zusätzlich zu den Verbindungsstangen legen wir noch ein bisschen Gitter-Bewehrung hinein. Das wird ganz einfach aus einer größeren Eisenmatte passend heraus geflext.

553a_Bewehrung vorbereiten

Bewehrung vorbereiten

553_Bewehrung

Fundament mit Bewehrung

Das Schwierigste wird, die Stangen mit einfachen Schraubzwingen in exakt der richtigen Höhe und in alle Richtungen gerade zu montieren. Hier sind dann doch einige Versuche nötig, bis das alles passt und hält  ;-).

554_Befestigung Pfosten

Fixierung Pfosten

555_Pfosten

Fixierung Pfosten

Dann ist wieder Muskelkraft angesagt – also Andreas‘ Job  ;-). Wir mixen fertiges Betonestrich-Pulver mit Wasser und schaufeln das Gemix in die Fundamentgruben.
Weil das Wetter ziemlich schlecht ist, es ständig regnet und wir immer nur in Etappen arbeiten können, zieht sich das alles (wiedermal) ein wenig in die Länge.

556_Betonmischer

Betonmischer…

557_Betonfundament

Betonfundament

20 Beton-Säcke und drei Wochen später ist es dann endlich soweit: alle Fundamente sind gegossen und ausgehärtet. Nun können wir die Bambus-Elemente an den Pfosten befestigen. Dazu verwenden wir Bandimex Edelstahlschellen. Das ist eine wirklich einfache und bombenfeste Variante. Denken wir… Tatsächlich benötigen wir einige Versuche und Fummelei, bis wir den richtigen Kniff raus haben, diese Bänder und Schlaufen mit einem speziellen Spannwerkzeug korrekt zu befestigen. Aber Übung macht den Meister und bald flutscht das in abgestimmter Teamarbeit nur noch so  ;-).

558_Befestigung Bandimex Edelstahlschellen

Bandimex Edelstahlschellen

560_Teilstück

Teilstück

561_noch mehr Pfosten

weiter geht’s

Als Spritz- und Feuchtigkeitsschutz lege ich noch einen wenige Zentimeter breiten Kieselstein-Streifen an. Wie sich das gehört auch mit Rasenkante und Unkrautfließ  ;-).

559_Pritzschutz

Spritzschutz anlegen

Für das letzte Element überlegen wir uns noch etwas Besonderes. Um einen eher fließenden, lockeren Abschluß hinzubekommen, sägen wir die einzelnen Bambusstangen im Zick-Zack ab. Das genaue Schnittmuster erfordert schon etwas künstlerische Inspiration  ;-).

562_künstlerische Arbeit

künstlerische Vorarbeit

563_Umsetzung

Umsetzung

Die anderen Elementen sind so gefertigt, dass sich bei den einzelnen Bambusstangen genau am oberen Abschluß jeweils ein Wachstumsknoten befindet, d.h. die Stangen sind oben durch den natürlichen Knoten verschlossen und es kann kein Wasser eindringen.
Bei unserer Sägearbeit können wir diese Knoten natürlich nicht immer berücksitigen, so dass einige Stangen oben hohl sind.  Zum Verschließen und Abdichten verwenden wir ganz unkonventionell Brunnenschaum. Praktischerweise hat der sogar eine gelbe Farbe, so dass der „künstliche“ Verschluß gar nicht arg auffällt  ;-).

Dann noch ein kleiner Blumenstreifen davor angelegt und schon gibt es einen ganz anderen Wohlfühlfaktor auf der Terrasse, wenn wir fortan anstatt auf einen Parkplatz auf unseren Bambus-Sichtschutz schauen können.

565_Fertig

Bambus Sichtschutz

564_Fertig

Bambus Sichtschutz

 

 

Advertisements

Carport

Es wird Herbst. Bald ist Winter. Da war die Frage, ob wir das Carport noch dieses Jahr oder erst nächstes Jahr in Angriff nehmen, schnell geklärt ;-).

Andreas hat übers Internet eine deutsche Firma aus dem Kreis Schaumburg gefunden, die anscheinend ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat und auch Carports nach unserem Geschmack anbietet. Die ersten Kontakte liefen gut und wir haben uns für diese Firma entschieden. Es soll ein Aluminium-Carport sein, in der Farbe Weiß, pulverbeschichtet und das Dach mit klaren Plexiglas-Stegplatten. Eine Seite soll direkt an der Hauswand befestigt werden, auf der anderen Seite sollen Stützen sein. Die Dachrinne muss in das Dach bzw. den Querträger integriert sein.

Ein paar Tage vor dem vereinbarten Montagetermin wurden die Teile schön verpackt geliefert. Auch das hat einwandfrei geklappt.
Dann kam die Montage. Zwei Monteure machen sich früh morgens ans Werk und bereiten erstmal ihre Arbeitsfläche auf unserem Stellplatz vor.

Vorbereitung

Vorbereitung

Im Nu ist auch die Wandleiste an der Hauswand befestigt.

Wandleiste

Wandleiste

Dann kommen die Pfosten und die Querträger.
Aber was ist das??? Unser Carport ragt über die angrenzenden Carportdächer…

Ups, da stimmt was nicht

Ups, da stimmt was nicht

Die Ursache für den Schlamassel ist schnell erklärt.
Unser Grundstück ist nicht exakt rechteckig sondern leicht trapezförmig, so dass der Stellplatz neben dem Haus vorne breiter ist als hinten. Da wir keine individuelle Maßanfertigung beim Carport bestellen wollten (viel zu kostspielig), haben wir ein Standard-Carport bestellt und als Größe die vermeintlich schmalste Stelle vorne ausgemessen. Leider war das aber die breiteste Stelle und somit passt das Carport nun nicht.
Guter Rat ist teuer. Und das im wörtlichen Sinn. Der Monteur erklärt uns, dass wir entweder ein neues Carport bestellen müssen (um Himmels Willen, das darf doch nicht wahr sein) oder sie alles kürzen müssen, wobei insbesondere die Plexiglas-Scheiben brechen können (ok, das klingt schon besser).
Im Grunde haben wir gar keine echte Wahl, wenn wir nicht ein ganzes Carport in den Sand setzen möchten zuzüglich Abbau- und Entsorgungskosten….
Also, bitte kürzen und hoffen, dass möglichst wenig dabei zu Bruch geht!
Gesagt, getan. Es wird nun genau Maß genommen und zuerst die Träger mit der Stichsäge gekürzt.

Kürzen

Kürzen

Dann werden wieder die Träger montiert.

paßt schon besser

paßt schon besser

Querträger in Wandhalterung

Querträger in Wandhalterung

Dachrinne

Dachrinne

Die Pfosten werden mit dem Fundament in der Erde verbunden. Das Betonfundament hatten wir bereits bei den Pflasterarbeiten mit einbauen lassen. Nun muss nur noch mit einem riesigen Bohrer ein Loch durch die Pflastersteine in den darunterliegenden Beton gebohrt werden. Dann wird ein Verbindungsstück ins Loch geklebt und daran die Pfosten befestigt.

Verankerung im Fundament

Verankerung im Fundament

Danach kommen die Plexiglas-Platten an die Reihe. Mit jeder Platte fiebern wir mit, ob sie wohl hält. Und siehe da – Glück gehabt, keine Platte bricht!!

Plexiglas-Platten

Plexiglas-Platten

Als nächstes muss die Dachrinne mit dem Fallrohr verbunden werden und das Fallrohr in den bereits verlegten Anschluß zur Zisterne münden. Klingt einfach und sicher ist das für die Monteure Routine.
Denkste! Wir staunen nicht schlecht, als uns der Monteur erklärt, dass das von ihnen mitgebrachte Fallrohr ebenso wie das Carport an sich ein belgisches Produkt ist und nicht zu den Standardmaßen in Deutschland passt. Im Klartext: sie können das Fallrohr nicht an unseren Abfluß anschließen. Ist das denen ihr Ernst???

Nach einiger Diskussion und Erklärungen seitens der Monteure werden wir losgeschickt in den Baumarkt. Wir dürfen uns nämlich selbst drum kümmern, wie und wo wir passende Teile herkriegen, um die beiden Rohre miteinander zu verbinden – möglichst so, dass es dann auch dicht ist….
Immernoch fassungslos, verblüfft und verärgert machen wir uns auf den Weg in den Baumarkt. Nach etwa zwei Stunden kommen wir mit verschiedenen Teilen zurück, die zwar alle nicht exakt passen, die wir aber (hoffentlich) passend machen können.

Am Ende haben wir ein hübsches, kurvenreiches Konstrukt mit einer Art Trichter, in den das Fallrohr endet. Geht doch!
Aber wir fragen uns schon, wie die das eigentlich bei anderen Kunden machen?? Kann doch nicht sein, dass wir die ersten sind, bei denen das belgische Fallrohr nicht auf ein deutsches Abflußrohr passt?! Und hätten die dann den 80-jährigen Opa für seine Terrassenüberdachung auch in den Baumarkt geschickt??
Manche Dinge muss man wohl nicht verstehen…

Anschluß Abflussrohr

Anschluß Abflussrohr

Am Ende kommt dann noch die Verkleidung für die Pfosten drauf. Auch das ist Millimeterarbeit, da die Pfosten haarscharf an die anderen Carports grenzen.

Verkleidung

Verkleidung

Verkleidung Abfluß

Verkleidung Abfluß

Zum Schluß wird uns dann offenbart, dass wir für 3 Stunden Mehrarbeit zum Sägen für 2 Personen den Mehrpreis bezahlen müssen.
Wie bitte?? Die reine „Mehrarbeit“ zum Messen und Sägen waren beileibe keine drei Stunden!!! Aber wir halten es für besser, dieses Thema mit dem Auftragnehmer und Rechnungsteller zu klären und nicht mit den Monteuren. Also halten wir den Mund und schlucken den Kloß vorerst.

Nett ist auch, als die beiden Herren anfangen, den gesamten Müll, von Pappkarton bis Aluminiumreste, in große Säcke zu packen und neben unseren Mülltonnen zu deponieren. Aha. In unsrer Vorstellung nehmen die Firmen ihren Dreck auch wieder selbst mit?!? Offenbar sind wir da nicht ganz im Bilde.
Wenigstens bequemen sich die Monteure noch dazu, auf ausdrücklichen Hinweis von Andreas, die auf dem Pflaster verstreuten kleinen Aluminium-Späne zusammen zu kehren. Den Besen dazu stellen auch wir zur Verfügung ;-).

Und auch wenn wir mit der Montagefirma und deren Umgangsformen alles andere als zufrieden waren, haben wir letztendlich ein maßgefertigtes Carport mit ein wenig Aufpreis erhalten. Was will man mehr :-).

Carport

Carport

Etwas zwei Wochen später stellen wir bei einem Gewitterguß dann fest, dass das Wasser in dicken Rinnsalten an der Hauswand unterhalb des Carports herab läuft. Hm, das ist doch wohl nicht so gedacht?! Bei genauerem Hinsehen klärt sich schnell auf, dass offensichtlich vergessen wurde, die Wandbefestigung noch korrekt mit einem speziellen Fugenmittel abzudichten. Zwischen Aluminiumleiste und Hausputz können wir durch einen Schlitz geradezu den Himmel sehen….
Diesmal kommt zur Korrektur sogar der Chef persönlich vorbei und dann ist wirklich alles fertig :-).

Dachterrasse

Unser letztes großes Projekt in Eigenarbeit: Der Holzbelag der beiden Dachterrassen.

Schon im Vorfeld waren wieder jede Menge Recherchen und Überlegungen angesagt: Holz oder Fließen, Echtholz oder WPC-Dielen, welche Holzart und wie sollen die Dielen verlegt werden? Wie wird die Unterkonstruktion gemacht?? Dutzende Youtube-Videos haben wir uns angschaut und unzählige Holzfachgeschäfte abgeklappert. Wie alles hat auch hier jede Variante ihre Vor- und Nachteile.

Am Ende haben wir uns für zertifiziertes Cumaru (Tonkabohnenbaum, auch kurz Tonkabaum genannt) entschieden und über einen Internet-Händler bestellt. Dieses Holz ist sehr hart und witterungsbeständig und hat einen dunkelbraunen bis rötlichen Teint.
Ein eigentlich recht übersichtliches Paket wird alsdann neben unserem Haus abgeliefert.

Terrassendielen

Terrassendielen

Die erste Hürde steht an: Wie kriegen wir die bis zu 3,30 m langen Bretter nach oben auf die Dachterrassen? Innen durch das Treppenhaus ist zwar möglich, aber schwierig und anstrengend… Und wir möchten uns gar nicht vorstellen, wie hinterher die weißen Wände aussehen ;-).
Glücklicherweise haben wir nette Nachbarn, die nicht nur hilfsbereit sind, sondern auch noch eine mega-lange Leiter haben. Zu Dritt sind die Dielen schnell von außen über den Balkon nach oben gehievt.

Dielen nach oben befördern

Dielen nach oben befördern

Zuerst werden die Leisten für die Unterkonstruktion nach oben geschafft und auf der Westterrasse gelagert, während wir sie auf dem Ostbalkon verarbeiten. Wir beginnen mit der „kleinen“ Terrasse im Osten ganz nach dem Motto, da können wir nicht so viel kaputt machen wie bei der „großen“ im Westen ;-).

Zwischenlagern

Zwischenlagern der Unterkonstruktionsleisten

Nun beginnt erst die richtige Arbeit. Die Dielen werden jede einzeln ausgemessen und mit der Kreissäge auf die richtige Länge geschnitten. Dies ist nötig, da die Bretter nur in bestimmten, vorgegebenen Längen erhältlich waren und wir sie nicht auf Maß geschnitten bestellen konnten.

Zurechtschneiden

Zurechtschneiden

Wir verlegen die Leisten der Unterkonstruktion parallel zur Hauswand, da wir die Dielen längs (also vom Haus weglaufend) verlegen möchten. Um eine bessere Stabilität zu gewährleisten, bauen wir noch einen Rahmen außen herum. Für die Längsleisten wählen wir einen Abstand von 40 cm.  Die Leisten der Unterkonstruktion werden mit Edelstahl V4A Winkeln mit dem Rahmen verbunden.

Unterkonstruktion

Unterkonstruktion

Da die Unterkonstruktion parallel zur Hauswand und somit quer zur Abflußrichtung des Wassers liegt, muss unter den Leisten genügend Platz sein, damit das Regenwasser darunter durchfließen kann. Wir haben hierfür verschiedenste Unterlegscheiben und Gummipads besorgt. Diese werden unter die Leisten gelegt und das Ganze dann mit der Wasserwaage ausgerichtet. Auch die Unterkonstruktion soll ein wenig Gefälle nach vorne haben, damit später das Wasser auf den oberen Dielen nach vorne Richtung Dachrinne abläuft.

Unterlegscheiben und Gummipads

Unterlegscheiben und Gummipads

Unterfütterung der Leisten

Unterfütterung der Leisten

Vor der Balkontüre wollen wir eine Austrittsstufe einbauen. Hierfür müssen wir uns ein besonderes Konstrukt ausdenken. Aus kleinen Stücken des Unterkonstruktionsholzes bauen wir Stützen für die Austrittsdiele. Davor kommt dann noch eine leicht zurückversetzte Blende.

Stützen für Austrittstufe

Stützen für Austrittstufe

Nach endlos zäher und eintöniger Arbeit für die Unterkonstruktion wird es nun endlich spannend. Die oberen Dielen werden montiert.
Da es sich hier um Hartholz handelt, haben wir uns einen speziellen Bohrer besorgt. Auch die Schrauben sind spezielle Terrassenschrauben in Edelstahl A2 von Spax mit Zylinderkopf und der Antriebsart Torx. An der Spitze sind sie wie Nägel geformt und sie haben nur ein Teilgewinde, d.h. in der Mitte ist eine glatte Stelle ohne Gewinde. Dadurch können sich die Dielen beim Verschrauben gut auf die Unterkonsturkion bei ziehen, ohne dass sie am Gewinde selbst „hängen bleiben“.

Bohrer, Schraube und Bit

Bohrer, Schraube und Bit

Um ein gleichmäßiges Bild bei den Schrauben hinzubekommen, haben wir uns Bohrschablonen selbst gebastelt. Wir brauchen zwei verschiedene, eine für die erste und die letzte Diele und eine weitere für alle restlichen Dielen.

Bohrschablonen

Bohrschablonen

Aber bevor wir uns an die „richtigen“ Bretter wagen, machen wir erstmal ein paar Probebohrungen und -schraubungen. Und das ist auch wirklich gut so…. Denn man braucht schon etwas Gefühl und Übung dazu. Bei den ersten Versuchen sind uns die Schrauben abgebrochen, denn die Löcher waren nicht tief genug vorgebohrt. Das Cumaru-Holz ist generell sehr hart und wenn es zu Spannungen kommt, dann hat bei den Versuchen immer die Schraube, aber nicht das Holz nachgegeben 🙂 .

Probebohrungen

Probebohrungen

Dann gehts los, das erste Brett wird verlegt.
Andreas bohrt mit einem Bohrer der Größe 6 mm über die Bohrschablone wenige Millimeter tiefe Löcher in die Diele. Hierin werden später die Schraubenköpfe versenkt. Ich bohre danach mit einem Hartholzbohrer der Größe 4 mm die tiefen Löcher für die Schrauben vor. Danach kommt wieder Andreas und schraubt die Schrauben (Größe 5 mm, Kopf 7 mm) in die Löcher. Fertig.

Mit Schablone vorbohren

Mit Schablone vorbohren

Tiefe Löcher für Schrauben vorbohren

Tiefe Löcher für Schrauben vorbohren

Schrauben eindrehen

Schrauben eindrehen

Ab dem zweiten Brett verwenden wir Abstandshalter für die Spalten zwischen den einzelnen Dielen. Wir versuchen einen gleichmäßigen Abstand von 5 mm einzuhalten. Das lässt sich aber nicht immer so genau machen. Denn die gelieferten Dielen sind nicht alle kerzengerade. Wie Mutter Natur es so wollte, sind die Dielen fast alle leicht krumm, schräg oder gar S-förmig.
Damit diese Unregelmäßigkeiten nicht so arg auffallen, wenden wir einen Trick an, den uns ein Schreinermeister gegeben hat (Danke Fred): Bevor man überhaupt beginnt, die Dielen zu verschrauben, werden alle nach ihrer Krümmung sortiert. Die Dielen werden dann so verlegt, dass man mit den geraden beginnt, Richtung Mitte immer mehr krumme verwendet und danach bis zur anderen Seite der Terrasse wieder zu den geraderen übergeht. Die Krümmung der Dielen muss dabei immer in derselben Richtung verlaufen. Da so die Differenzen zwischen den direkt nebeneinander liegenden Dielen immer nur gering sind, fällt es gar nicht auf, dass ein Brett einzeln betrachtet eigentlich fast ein Sichelmond ist ;-).

gebogene Diele

gebogene Diele

krumme Dielen unsortiert...

krumme Dielen unsortiert…

Zusätzlich kann man mit einem Brettrichter wie z.B. dem Spax-Kaiman-Pro (eine Art Spanngerät) das neu zu verschraubende Brett an das vorhergehende bereits befestigte Brett heranziehen und so eine gar zu starke Krümmung etwas „gerade biegen“.

Spax-Kaiman-Pro

Spax-Kaiman-Pro

Spax-Kaiman-Pro, Abstandshalter und Bohrschablone

Spax-Kaiman-Pro, Abstandshalter und Bohrschablone

Wenn eine Diele nicht nur seitlich krumm ist, sondern auch noch eine Wellenbahn nach oben und unten hat, müssen wir zusätzlich eine Schraubzwinge verwenden, um die Diele bündig auf die Unterkonstruktion zu pressen, da die Schrauben alleine zu schwach wären und evtl. reißen würden oder eben die Diele ihre Welle behalten würde. Tolle Stolperfalle…

Unter jede Diele kleben wir noch Gummibänder auf die Unterseite, damit ein kleiner Abstand zur Unterkonstruktion besteht und sich hier kein Wasser ansammelt.

Klebestreifen als Abstandshalter auf der Unterseite

Klebestreifen als Abstandshalter auf der Unterseite

Unsere Akkordarbeit sieht also so aus:
Birgit: Passende Diele aus dem sortierten Stapel suchen.
Beide: Gummistreifen auf Unterseite kleben.
Beide: Diele positionieren und Abstandshalter einsetzen.
Beide: Kaiman-Pro ansetzen und Diele fixieren.
Beide: Ggf. Schraubzwinge anbringen.
Andreas: Mit Bohrschablone Vertiefung für Schraubenkopf vorbohren.
Birgit: Loch für Schrauben vorbohren.
Andreas: Schrauben einschrauben.
Beide: Kaiman-Pro und Zwingen entfernen.
Das nächste bitte :-).
Insgesamt haben wir auf diese Weise 1200 Löcher gebohrt und Schrauben verschraubt.

Nach und nach wächst das Kunstwerk und wir sind sichtlich zufrieden mit dem Erfolg.

fast-fertig

fast-fertig

Am Ende wird die Abschlußkante mit der Kreissäge nochmal sauber glatt geschnitten.

Sägen der Abschlusskante

Sägen der Abschlusskante

Nun beginnt wieder die typische „Frauenarbeit“. Grobe Flecken mit Nitroverdünnung entfernen, alle Dielen nochmal sauber mit Neutralreiniger abwaschen und vom Staub und Arbeitsschmutz befreien und nach einem Tag Trocknung mit Öl streichen. Wir verwenden dazu spezielles Öl, das Remmers Pflegeöl.

Flecken entfernen

Flecken entfernen

Reinigen

Reinigen

Ölen

Ölen

Endlich geschafft. Teil 1.

Dann geht es weiter mit Teil 2. Unser großese „Schmuckstück“, die West-Dachterrasse kommt an die Reihe.

Die gleichen Arbeiten, bei denen wir nun schon Erfahrung sammeln konnten, werden hier nochmal verrichtet: Unterkonstruktion, Ausgleichen und Gefälle einbauen, dann die oberen Dielen wieder drauf montieren.
Diesmal geht aber alles schon flüssiger und routinierter von der Hand.

West-Dachterrasse

West-Dachterrasse

die selbe Prozedur

die selbe Prozedur

es wächst und wäschst

es wächst und wäschst

Am Rand der Dachterrasse geht der Abstand mit den Dielen leider nicht ganz auf. Entweder endet unsere letzte Diele vor der Dachrinne oder sie steht weit darüber hinaus :-(. Schnell und pragmatisch entscheiden wir uns dafür, eine Mini-Diele zwischendrin einzuziehen. Aus einer normalen breiten Diele schneidet Andreas mit der Kreissäge einen wenige cm breiten Streifen heraus. Dieser wird nochmal vor der letzten Diele verbaut. Und schon passt es perfekt :-).

sägen schmales Brett

sägen schmales Brett

schmale Diele

schmale Diele

Für die Austrittsstufe bei der Balkontüre haben wir uns hier eine einfachere Variante überlegt. Eine übrig gebliebene Unterkonstruktionsleiste wird einfach nochmal quer montiert, obendrauf die Diele für die Stufe und als Abblende davor nochmal eine schmäler gesagte Diele.

Austrittsstufe Blende

Austrittsstufe Blende

Austrittsstufe

Austrittsstufe

Ausgangsstufe

Ausgangsstufe

Dann wieder Putzen und Streichen.
wieder Putzen

wieder Putzen

wieder Ölen

wieder Ölen

Was uns unzählige Stunden nach Feierabend und am Wochenende gekostet hat, mit Spaß und Ärger, Freude und Frust, ist nun endlich fertig. Der Sommer kann kommen!!
Und damit ist auch unsere letzte große Selbstmach-Aktion in unserem Neubauabenteuer geschafft 🙂 🙂 🙂

FERTIG

FERTIG

Kellerausgang mit Abfluß

Nach längerer Winterpause nehmen wir endlich die letzten Restarbeiten an der Außenanlage in Angriff. Da war doch noch was…..

Zum Einen der Kellerausgang. Die Kellertreppe ist zwar schon längst fertig. Der Bodenbereich gleicht aber immer noch einem Dreckloch: Schutt und Matsch und irgendwo darunter, tief vergraben, das Wasserabflußrohr. Das soll sich nun ändern.

Die ersten Planungen gingen dahin, dass wir PVC-Dielen verlegen und einige Zentimeter darunter einfach einen in Splitt eingebetteten Abfluß legen. Zu diesem Zweck hatten wir bereits letzten Herbst zwei Randsteine an den gegenüberliegenden Wänden eingemauert, die als Auflagefläche für die Dielen dienen sollten.

Doch dann haben wir uns doch noch umentschieden. Nachdem von der Terrasse im Erdgeschoß noch einige Platten übrig sind, werden wir diese im Kellerausgang verlegen.

Doch zunächst heißt es: Abflußrohr suchen!! Das Ende des Rohres, an welches der Wasserabfluß angeschlossen werden soll, liegt irgendwo in ca. 80 cm Tiefe unter der Schuttschicht begraben. Also macht sich Andreas mit Schaufel und Hacke ans Werk. Die genaue Lage des Rohres kennen wir leider nicht und so müssen wir fast die Nadel im Heuhaufen suchen. Dann irgendwann blitzt etwas orangefarbenes hervor – das Rohr, yipiiee!!!

Kellerabflußrohr suchen

Kellerabflußrohr suchen

gefunden

gefunden

geschafft: freigelegt

geschafft: freigelegt

Das Rohr war zwar mit einem Deckel verschlossen, wir prüfen aber dennoch, ob alles sauber und in Ordnung ist.

reinigen

reinigen

Dann müssen wir erstmal im Bauhaus ein passendes Anschlußstück als Winkel holen und eine Verlängerung, die wir auf die richtige Länge bis zur Höhe des Abflusses kürzen. Damit zwischenzeitlich nichts (vor allem nichts Lebendes wie z.B. Mäuse oder Ratten) ins offene Rohr schlüpfen kann, wird es provisorisch verschlossen ;-). Den Deckel nehmen wir mit zwecks Größenabgleich.

verschließen

verschließen

Nachdem die Rohre besorgt und montiert sind, füllen wir den Ausgang mit Splitt auf. Zum Glück haben wir noch genug vom Terrassenbau übrig…

mit Splitt auffüllen

mit Splitt auffüllen

Das schwierigste ist, das senkrechte Rohr auf die korrekte Länge zu kürzen. Dazu müssen wir genau wissen, wie hoch die Platten verlegt werden sollen und dann die Größe des Abflusskörpers selbst noch berücksichtigen. Dabei ist natürlich auch zu beachten, dass der Abfluß ein Stück weit in das Rohr hineingeschoben wird…

Hm, hier ist noch was zu lang...

Hm, hier ist noch was zu lang…

Beim Anlegen der Säge schwitzen wir etwas, ob unsere Messungen und Berechnungen auch richtig waren ?!? Auch haben wir etwas Mühe, die Teile ineinander zu stecken. Aber mit etwas Fett und beherztem Druck klappt es dann doch. Und siehe da, der Abfluß sitzt. Noch ein bisschen Probegießen – das Wasser fließt ab! Alles richtig gemacht ;-).

Abflußdeckel

Abflußdeckel

Nun kommt der letzte Teil, die Platten verlegen. Damit haben wir ja schon etwas Erfahrung vom Fundament des Gartenhauses.
Natürlich passen die Platten nicht exakt auf die Fläche des Kellerausgangs, so dass wir einzelne Platten mit der Flex zurechtschneiden müssen. Auch um den Abfluß herum muss etwas gestückelt werden.

Platten flexen

Platten flexen

Aber auch das kriegen wir hin und nach dem üblichen Verlegen-Prozedere (Splitt glattziehen, Platten auflegen und ausrichten, mit der Wasserwaage Gefälle kontrollieren, Festklopfen) muß nur noch etwas Splitt eingekehrt werden.

Splitt einkehren

Splitt einkehren

Um das Ganze noch etwas hübscher zu gestalten, streichen wir die Betonwände mit restlicher Farbe von der Hausfassade.

Streichen

Streichen

Und aus dem unansehnlichen Loch ist ein sauberer, ordentlicher Ausgang geworden :-).

Fertiger Kellerausgang mit Wasserabfluß

Fertiger Kellerausgang mit Wasserabfluß

Wie Ihr Euch vorstellen könnt, ist das Ganze nicht an einem Tag fertig geworden – es waren zwei ;-).

Und an einem weiteren Tag vollenden wir auch die Arbeiten an der Terrasse im Erdgeschoß: die Platten werden imprägniert. Zuvor hatten wir die Platten in einer kurzen Schönwetterphase gründlich mit Wasser und Reiniger gesäubert und einige Tage trocknen lassen. Leider haben sich über den Winter doch einige gelbe (Wasser?-) Flecken festgesetzt. Aber auch hier lässt sich über Geschmack streiten – während es Andreas ganz gut findet (sieht natürlicher aus), empfinde ich es eher als störend (Katze hingepieselt?).
Das Ergebnis des Imprägnierens ist aber beeindruckend. Zuerst wirkt alles pitschnaß, aber nach 24 Stunden Trocknung perlt das Wasser künftig wie auf einem frisch gewachsten Autolack!!! Die Rotweinflecken können kommen ;-).

Terrasse imprägnieren

Terrasse imprägnieren

 

Terrasse

Das Letzte, was von Außen noch „unfertig“ aussieht, ist die Terrasse. Doch auch das ändert sich jetzt. Fast zeitgleich mit dem Außenputz – die Verputzer sind gerade dabei, das Gerüst abzubauen – nimmt auch die Terrasse Formen an.

Auch das war natürlich eine längere Sache im Vorfeld: Holz oder Stein, welche Steine/Fliesen, mit oder ohne Randsteine, wie groß in der Gesamtfälche, was machen wir zur Seite des (künfigen) Nachbarhauses…..
Wir hatten uns schhließlich für die Gußbeton-Platten mit Natursteinoptik-Oberfläche in der Farbe Champagne entschieden und diese waren mittlerweile auch schon längst geliefert und warteten auf ihre Verlegung. Eigentlich wollen wir das Verlegen nächstes Frühjahr selbst in Angriff nehmen. Dann kommt jedoch eine unerwartete Wendung. Wir treffen unsere alten Bekannten von der Gartenbaufirma wieder, Sahin und Mijo, welche uns im Juli bereits die Randsteine zum angrenzenden Parkhof gesetzt hatten. Sie arbeiten gerade auf einer anderen Baustelle in der selben Straße. Schnell kommen wir wieder ins Gespräch und flugs ist auch ein Angebot für unsere Terrasse gemacht. Gleich am nächsten Tag gehts los.

Wir hatten ja schon die Terrasse vor einiger Zeit mit Recycling-Schotter als Verdichtungsmaterial aufgefüllt und mit einem vom Baumarkt geliehenen Rüttler verdichtet. Der Schotter wird trotzdem nochmal verdichtet, jetzt mit einem richtig „starken“ Rüttler von den Profis.

Verdichten

Verdichten

Am Rand zur Seite des künftigen Nachbarn wollen wir später mal eine kleine Steinmauer errichten. Zur Vorbereitung wird schon jetzt das Fundament dazu erstellt, auch wenn die Mauer selbst erst später drauf kommt. Dazu wird wieder ein Graben ausgehoben, die Ränder geschalt und in den Graben Flüssigbeton gegossen.
Der Lichtschacht des Kellerfensters muss etwas angehoben werden, da die Oberfläche der Terrasse höher liegen wird als der Gitterrost des Schachtes. Dazu wird einfach der Schacht freigelegt, der Aufsatz gelöst und nach oben geschoben, dann wieder befestigt und sicherheitshalber auch einbetoniert.

Graben für Fundament der Mauer

Graben für Fundament der Mauer

Lichtschacht höher setzen

Lichtschacht höher setzen

Grenze messen

Grenze messen

Flüssiger Beton für Fundament

Flüssiger Beton für Fundament

Auf die Seite zu unserem Kellerabgang lassen wir von den Sandsteinen verlegen, die wir von der Gartenmauer und Kellertreppe noch übrig haben.

Sandsteine zum Kellerabgang

Sandsteine zum Kellerabgang

Als vorderen Abschluß nehmen wir nun doch Randsteine. Zuerst wollten wir ohne Randsteine verlegen lassen, aber wenn wir sie nun schon mal mitbestellt haben, nutzen wir sie auch. Und im Nachhinein sieht es auch wirklich gut aus.

Randsteine setzen

Randsteine setzen

Dann kommt die eigentliche Verlegung der Platten. Zuerst wird wieder Splitt aufgefüllt und darauf die Platten schwimmend verlegt, d.h. die Platten werden nicht mehr zusätzlich mit Beton oder Kleber befestigt, sondern einfach so auf den Splitt gelegt. Der Splitt in den Fugen sorgt für die nötigt Festigkeit.
Die Verlegung findet im „römischen Verbund“ statt. Man verwendet dazu Platten mit verschiedenen Formaten, die in einer speziellen Anordnung verlegt werden. Man kauft die Platten daher auch päckchenweise und in einem Packen sind dann alle Platten mit den verschiedenen Formaten für ca. 1 qm drin.
Das Ganze sieht auf den ersten Blick wild und unregelmäßig aus, dahinter steckt aber durchaus ein System ;-).

Römischer Verbund

Römischer Verbund

Die Randplatten werden in Betonschulter gelegt, so wie wir es auch beim Gartenhaus gemacht haben. Es ist schön nett zu sehen, dass es die Profis genauso machen, wie wir es gemacht hätten (nur wahrscheinlich ein bisschen besser 😉 ).

Betonschulter

Betonschulter

Rand zur Mauer

Rand zur Mauer

Am Ende wird, wie wir es schon kennen, noch Fugensplitt eingekehrt. Andreas und ich düsen schnell los, um 3-6mm Splitt in der passenden Farbe zu besorgen, während unsere beiden Gartenjungs die letzten Platten verlegen.

Splitt einkehren

Splitt einkehren

An der Hauswand und den Balkontüren verzichten wir auf eine Ablaufrinne und legen statt dessen einen Streifen Kieselsteine.

Die Lücke zwischen Terrasse und Rasen, welche durch die Arbeiten entstanden ist, füllen im mit dem zuvor abgestochenen Rasen wieder auf.

Rasen in Lücke einpflanzen

Rasen in Lücke einpflanzen

Rasen in Lücke einpflanzen

Rasen in Lücke einpflanzen

Und nun können wir uns aufs nächste Frühjahr freuen, wenn die Terrasse so richtig eingeweiht werden kann!

fertige Terrasse

fertige Terrasse

 

Außenputz und Farbe – Die Qual der Wahl

Von Außen konnte man das Haus bisher fast immer noch für einen Rohbau halten, denn ein (optisch) wichtiger Punkt fehlt noch: der Außenputz und die Farbe. Doch pünktlich vor unserem Urlaub im November bekommt unser Haus nun endlich auch eine hübsche Fassade ;-).

Das ganze Haus wird dazu wieder von einem Gerüst umstellt. Da wir schon gepflastert haben, muss das Gerüst auf breiten Holzbohlen stehen, um Dellen im Pflaster zu vermeiden.

Gerüst auf Bohlen

Gerüst auf Bohlen

Bei unserer selbstgebauten Sandsteintreppe vom Kellerausgang haben wir ziemlich Bedenken, dass sie unter dem Gewicht des Gerüstes nachgibt und wir beschweren uns auch ziemlich… Aber unser Bauleiter meint, das würde schon halten, weil auch hier Bohlen verwendet wurden und bis jetzt hat er auch Recht gehabt.

Gerüst auf Treppe

Gerüst auf Treppe

Die Fenster werden von außen mit Folie abgeklebt, was innen ein recht unangenehmes Wohngefühl vermittelt… Aber unsere Verputzer sind gnädig und hängen diejenigen Fenster, um die bereits die erste Lage verputzt war, wieder ab.
Auch der Edelstahlkamin wird mit Folie eingepackt.

Folie vor Fenstern

Folie vor Fenstern

Kaminrohr eingepackt

Kaminrohr eingepackt

Das Verputzen findet mit drei Arbeitsschritten statt: Zuerst wird der Grundputz aufgetragen. Dieser muss dann je nach Witterung 4 bis 6 Wochen trocknen. Danach wird ein mineralischer Oberputz aufgetragen. In den Oberputz wird gleich die gewünschte Grundfarbe der Fassade mit eingemischt. Und mit der gleichen Grundfarbe wird das Ganze dann zusätzlich nochmal überpinselt. Das hat den Vorteil, dass die Farbe wirklich deckt und wenn der Putz mal kleine Schäden bekommen sollte, blitzt nicht gleich ein Grau oder Weiß durch. Möchte man ein mehrfarbiges Haus, wird die zweite, dunklere Farbe nochmal an den gewünschtenStellen aufgebracht.
Als letztes kommt der Sockelputz.

Als erstes wird die große Wandfläche der Nordseite verputzt. Dies wäre zwar nicht zwingend nötig, alternativ könnte man auch einfach einen (mehr oder weniger hässlichen) Schutzanstrich aufbringen. Aber da nicht absehbar ist, ob und wann der Eigentümer des Nachbargrundstücks ein Haus anbauen wird, haben wir uns entschieden, diese Seite auch „ordentlich“ zu verputzen, hauptsächlich aus optischen Gründen.

Grundputz Nordseite

Grundputz Nordseite

Danach kommen die anderen Fassaden dran und erhalten den Grundputz. Dieser ist grau oder weiß und muss dann je nach Witterung 4 bis 6 Wochen trocknen. An Fenstern und Türen werden für die Kanten spezielle Eckleisten mit eingeputzt.

Eckleisten

Eckleisten

Eckleisten eingeputzt

Eckleisten eingeputzt

Grundputz

Grundputz

Sockelleiste kommt später

Sockelleiste kommt später

Beim und kurz nach dem Verputzen sollte es natürlich nicht regnen, sonst läuft die ganze Pampe wieder die Wand runter! Bei uns ist das Wetter über diesen Zeitraum zwar nicht so super, aber wir haben immerhin Glück, dass keine schweren Regengüsse während des Verputzens niederprasseln. Nur einmal gibt es leichten Regen und zum Schutz des frischen Putzes wird eine Plane vor die Fassade gehängt.

Regenschutz

Regenschutz

Für die Keller-Lichtschächte bedarf es sogar einer fast akrobatischen Leistung der Verputzer. Der dünnste und kleinste wird vorangeschickt und muss sogar ganz in den engen Schacht hineinklettern.

Akrobatik bei den Kellerschächten

Akrobatik bei den Kellerschächten

Auf der Nordwand belassen wir es bei diesem Grundputz und es kommt einfach Fassadenfarbe drauf. Bei den anderen Fassaden wird dann nach ca. 5 Wochen der Oberputz mit der Farbe aufgetragen.

Wir wollen sicher ein zweifarbiges Haus. Die große Frage ist nur – welche Farben??? Von der groben Richtung sind wir uns da schon einig, es soll warm mediterran sein, also irgendwie richtung Orange, Terracotta, Gelb. Bei den Feinheiten streiten sich jedoch die Geister. Ich stehe auf knallig und  leuchtend, während Andreas mehr das dezentere, gedeckte bevorzugt.

Da von unserer Verputzfirma leider keine Hilfestellung kommt, machen wir uns selbst auf die Suche nach geeigneten Farben: an anderen Häusern, im Internet und im Farbenfachgeschäft. Und wir stellen fest, dass das ganz schön schwierig ist, denn irgendwie sehen die Farben immer anders aus, jenachdem, wo man sie anschaut (auf der Farbkarte oder auf dem PC-Bildschirm oder am „lebenden Objekt“). Daher besorgen wir uns vom Farbenfachgeschäft Farbproben, die es nebenbei bemerkt preislich ganz schön in sich haben…, und pinseln sie auf die Fassade unseres Hauses auf.

Farbproben

Farbproben

Auch auf Styropor-Platten pinseln wir die Farben drauf und fahren dann mit diesen Platten in der Gegend herum, um die Farben mit Häusern abzugleichen, die wir gut finden. Andreas ist das zunächst etwas peinlich, wenn wir mit den Farbplatten in der Hand um die Häuser streichen und die Platten gegen die Fassade halten, aber ich bin da schmerzlos und marschiere tapfer los ;-). Auch eine Farbpalette vom Farbengeschäft haben wir uns ausgeliehen und manchmal versucht, eine Fassadenfarbe heraus zu finden. Manchmal kommt es so auch zu netten Begegnungen mit den Hausbesitzern und wir erfahren so manche story und erhalten den ein oder anderen Tip.

Farbproben

Farbproben

Zu unserem Schrecken gibt es keine einheitliche Farbbezeichnung oder Kennung für eine bestimmte Farbe. Jede Farbe hat je Hersteller eine andere Bezeichnung und wenn man endlich einen Farbton von einer Firma gewählt hat, die Farbe aber von einer anderen Firma kaufen möchte (z.B. weil sie dort etwas billiger ist), so ist es für einen Laien fast unmöglich, die richtige Kennung der anderen Firma ausfindig zu machen. Zum Glück ist uns auch hier unser (Maler-) Freund Manuel eine große Hilfe und steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Sogar auf unseren „Streifzügen“ begleitet er uns einmal. Manuel, was hätten wir nur ohne Dich gemacht!!

Nun, kurz und gut, nach endlos langen Diskussionen und Sucherei haben wir uns entschieden: Die Grundfarbe soll Aprikose 16 sein, die Schmuckfarbe soll Aprico 125 sein und der Sockel in Graphit 15 (das sind die aber nur die Bezeichnungen der Firma Caparol).

Und nun kanns losgehen. Manuel streicht uns die riesige Fläche der Nordwand.

Nordseite Aprikose 16

Nordseite Aprikose 16

Die Verputzerfirma bringt danach den Oberputz mit der eingemimschten Grundfarbe auf der anderen Fassandenseiten auf und überstreicht diese auch nochmal.

Oberputz mit Aprikose 16

Oberputz mit Aprikose 16

Das endlich schöne Wetter und die neue Farbe unsres Hauses verleiten uns auch gleich dazu, ein schönes Frühstück mit Aussicht zu genießen ;-).

Frühstück mit Aussicht

Frühstück mit Aussicht

Ein Platz an der Sonne...

Ein Platz an der Sonne…

Und jetzt kommt noch mehr Farbe ins Spiel. Den dunklen Orange-Ton (Aprico 125) lassen wir uns wieder von Manuel streichen.

Aprico 125

Aprico 125

Manuel in Aktion

Manuel in Aktion

Das ist eine Punktlandung. Zwei Tage vor unserem Urlaub ist alles fertig und das Gerüst wird abgebaut.

Gerüst wird abgebaut

Gerüst wird abgebaut

Und unser Haus erstrahlt in neuen Farben!

Außenputz fertig

Außenputz fertig

Außenputz fertig

Außenputz fertig

Gartenhaus – Teil 4

Die letzte Etappe. Während ein paar Tagen herrlichen Altweibersommers wird endlich das Dach abgedichtet.

Als unterste Lage verwenden wir Dachpappe. Man könnte auch eine spezielle Folie verwenden, aber wir entscheiden uns für den Klassiker. Von der Rolle schneiden wir in Läge des Daches die Bahnen ab und nagel sie mit speziellen Pappnägeln fest. Das sind Nägel mit besonders breitem aber dünnem Kopf. Während Andreas „am Boden“ immer die Vorarbeiten leistet, hocke ich auf dem Dach und hämmere alles fest.

Dachpappe als untere Lage

Dachpappe als untere Lage

Pappnägel

Pappnägel

Darauf kommen dann die Dachschindeln. Wir verwenden Schindeln der Marke Easy-Shingle. Hierbei sind immer drei Schindeln zusammenhängend. Diese kurzen Bahnen werden überlappend auf dem Dach befestigt, ebenfalls mit den Pappnägeln. Dabei überdeckt die Vorderseite der höheren Schindelbahn die Nägel, mit der die untere Schindelbahn befestigt ist. Man fängt also am unteren Dachrand an, die Schindeln zu legen und überlappt dann immer die unteren mit den oberen Schindelbahnen. Das Material der Schindeln ist auch ähnlich wie Dachpappe.

Schindeln verlegen

Schindeln verlegen

Zuletzt kommt dann der Giebel. Hier werden aus den Schindelbahnen einzelne Schindel mit dem Teppichmesser herausgeschnitten. Die einzelnen Schindeln werden dann längs entlang des Giebels verlegt. Im hinteren Teil werden auch die Giebelschindeln genagelt und der vordere Teil überlappt wieder den Nagel der vorhergehenden Schindel.

Schindeln schneiden

Schindeln schneiden

SchinSchindeln längs des Firsts verlegen

Schindeln längs des Firsts verlegen

Der First als letztes

Der First als letztes

Die letzte Giebelschindel sowie alle Randschindeln werden nochmal verklebt (da Nägel von keiner folgenden Schindel mehr überdeckt werden können) mit speziellem Bitumenkleber, in unserem Fall verwenden wir Mem Bitumen First- und Ziegelfest.

Kleber für Schindeln

Kleber für Schindeln

Die Ränder des Daches schneiden wir mit einem Teppichmesser exakt ab.
Die vorgesehenen Latten für áuf die Dachränder lassen wir weg, dafür montieren wir noch die Bretter an der Vorder- und Hinterkante zum Windschutz.

Dann noch ein paar Nacharbeiten.
Damit es „hübscher“ aussieht, malen wir die Türen und den Geräteanbau in „russisch Grün“ an.
Und damit wir im Winter nicht im Dunkel tappen müssen, scließen wir auch noch eine Deckenlampe an. Die fünfadrige Stromleitung hierzu hatten wir ja bereits vor dem Rollrasen-Verlegen unterirdisch verlegt und aus dem Fundament herausragen lassen.

Stromverteilung für Licht und Schalter

Stromverteilung für Licht und Schalter

grüne Türe

grüne Türe

So, nun heißt es nur noch Einräumen!
Nach etlichen Wochen Arbeit (mit Unterbrechungen) ist es geschafft! Unser Gartenhaus ist fertig und Rasenmäher, Blumenkübel & Co haben jetzt ein richtiges Dach über dem Kopf!

eingeräumt

eingeräumt

Gartenhaus – Teil 3

Und da ist es nun also, unser Gartenhaus. Oder besser gesagt, die einzelnen Bauteile dazu. Schon erstaunlich, wie klein man so ein Gartenhaus zusammen legen kann. Das Puzzle kann also beginnen…

Gartenhaus-Paket

Gartenhaus-Paket

Um etwas mehr Überblick zu bekommen, tragen wir die Einzelteile nach hinten in den Garten und sortieren sie dabei erstmal.

Teile ausgelegt und sortiert

Teile ausgelegt und sortiert

Dann wird sorgfältig die Aufbauanleitung gelesen. Wir sind überrascht über die ausführliche erste Seite, auf der sich eine Packliste befindet. Jedes Teil ist dort handschriftlich als „eingepackt“ abgehakt. Schön, dann wird es ja hoffentlich vollständig sein.
Die zweite Seite der Aufbauanleitung ist auch nicht schlecht. Sie enthält ein schematisches Bild der fertigen Hütte. Gut, jetzt wissen wir also auch, wie das am Ende aussehen soll.
Und wie kommen wir dahin?? Das ist in groben Zügen auf den beiden nächsten Seiten verzeichnet. Naja, DAS hätten wir irgendwie wohl auch ohne Anleitung noch gewusst. Aber Teufel stickt natürlich wieder im Detail und dazu sagt die Anleitung nichts… Am Ende werden wir sogar ein paar Teile übrig haben – keine Ahnung, wo wir die hätten verbauen sollen ;-).
Aber wir schlagen uns durch, messen, prüfen und probieren und das Häuschen wächst zu unserer großen Zufriedenheit recht rasch in die Höhe.

Bauanleitung studieren

Bauanleitung studieren

... und los gehts ...

… und los gehts …

Die Wände wachsen.

Die Wände wachsen.

Wo ist nur das richtige Teil?

Wo ist nur das richtige Teil?

Nachdem die Wände stehen, kommen seitlich der Geräteschuppen-Anbau und das Überdach.

Geräteschuppen-Anbau

Geräteschuppen-Anbau

Geräteschuppen-Anbau

Geräteschuppen-Anbau

In die Wände werden an vorgebohrten Stellen sechs Gewindestangen durch die Bretter gesteckt. Am oberen Ende werden sie mit einer Mutter-Schraube fixiert. Was über steht, wird mit einer Eisensäge abgesägt. Am unteren Ende kommt eine Feder über die Stange und unter die Feder wiederum eine Mutter. Was für eine Pfriemelei…. Das Ganze dient dazu, dass die einzelnen Bretter einerseits fixiert sind und sich nicht nach rechts oder links verschieben können. Andererseits müssen sich die Bretter auch in der Höhe zusammenziehen und ausdehnen können. Denn wie das bei frischem Naturholz nunmal so ist, wird sich das Gartenhaus in den ersten Monaten noch ziemlich „bewegen“.

Eisenstäbe zur Fixierung

Eisenstäbe zur Fixierung

Feder

Feder

Stäbe auf die passende Länge absägen

Stäbe auf die passende Länge absägen

Weil sich der Tag schon dem Ende zu neigt und wir das Dach sicher nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit drauf bekommen, decken wir unsere halb fertige Hütte mit einer dicken Plane ab. Der Wetterbericht hat Regen angekündigt und wir wollen am nächsten Tag nicht unbedingt einen Swimmingpool vorfinden.

Plane überm Gartenhaus

Plane überm Gartenhaus

Der Plan war gut, doch die Ausführung schlecht. Obwohl wir versucht haben, die Plane am Dach mit Latten zu stützen, bildet sich über Nacht beim Regen eine große Pfütze auf dem Planen-Dach, die droht, durch zu brechen. Andreas darf am nächsten Morgen also gleich mal abschöpfen ;-).

Wasser schöpfen

Wasser schöpfen

Das Wetter bleibt schlecht. Wir decken trotzdem das Häuschen auf und versuchen weiter zu arbeiten, doch schon nach kurzer Zeit rollen die nächsten dicken Regenwolken heran. Und dann kommt’s knüppeldick. Wir schaffen es gerade noch, das Gartenhaus wieder unter der Plane zu verstecken und uns ins (Wohn-) Haus zu retten, als ein  Gewittersturm losbricht. Doch das „Puh, Glück gehabt“ schlägt in Sekundenschnelle um in ein „Oh nein!!“, denn der Sturm reißt die Plane vom Gartenhaus und lässt sie wie eine Fahne wild in alle Richtungen wehen.
Ohne lange zu überlegen stürzen wir beide, wie wir waren, wieder nach Draußen und versuchen im strömenden Regen, die Plane einzufangen und irgendwie wieder über das Gartenhaus zu bugsieren. Leider hatten wir keinen Kameramann, sonst wäre das sicher eine neue Ausgabe von „Arche Noah“ oder so was ähnlichem geworden ;-).
Nach gefühlten endlosen Stunden (es waren aber wohl eher Minuten) stehen wir beide naß bis auf die Haut wie die begossenen Pudel selbst unter der Plane und hoffen, dass sie diesmal hält. Das tut sie auch, denn kaum sind wir fertig, ist der Spuk vorüber, das Gewitter weitergezogen und nur noch sanfter Regen rieselt vom dunklen Himmel herab. Am Horizont sieht man sogar schon wieder strahlendes Blau…
Noch kurz Warten und dann weiterarbeiten? Nein, darauf haben wir heute beide keine Lust mehr. Lieber erstmal ein heißes Bad ;-).

Auch die nächsten Tage bleibt das Wetter regnerisch, aber wir haben unsere Abdeck-Methode doch deutlich sturmsicherer gemacht, so dass wir bedenkenlos auf schönere Tage warten können.

Aus Schaden wird man klug

Aus Schaden wird man klug

Irgendwann kanns endlich weiter gehen. Das Dach wird montiert. Das macht deutlich mehr Arbeit als die Wände aufzustellen, denn jedes einzelne Brett muss auf die richtige Länge zurecht gesägt und dann aufs Haus genagelt werden.

Dach

Dach

Bretter sägen

Bretter sägen

Langsam wirds dicht.

Langsam wirds dicht.

Und um die Hütte endlich dicht zu bekommen, legen wir sogar eine Nachtschicht bei „Flutlicht“ ein ;-).

Flutlicht...

Flutlicht…

Et voila! Am nächsten Tag können wir das gute Stück bestaunen.

Fertig

Fertig

Wir nutzen auch gleich eine kurze Schönwetter-Phase und streichen das Haus zum Feuchtigkeits-Schutz mit einer Holzlasur. Eigentlich sollte man laut Anleitung vor dem Zusammenbauen jedes Einzelteil streichen. Aber das war uns zuviel Arbeit und außerdem hatten wir die Befürchtung, dass sich die Bretter dann beim Trocknen verziehen und wir die Teile vielleicht gar nicht mehr so recht ineinander stecken können.
Jetzt ist unser „Häuschen“ erstmal aus dem Gröbsten raus… Als Letztes muss nur noch das Dach gedeckt werden.

Streichen

Streichen

 

 

Gartenhaus – Teil 2

In der Zwischenzeit wird die Gartenhütte auch geliefert – nicht ohne Hindernisse und mehreren Anläufen…

Die Spedition, welche für den Baumarkt ausliefert, hat eine leicht seltsame Vorgehensweise bei der Planung. Jeden Abend wird jeweils nur die Route für den folgenden Tag festgelegt. Und die Kunden, welche am nächsten Tag beliefert werden, bekommen entsprechend kurzfristig die Mitteilung darüber. Ist man an genau diesem Tag zu genau dieser Uhrzeit nicht zu Hause – Pech gehabt. Warten ist angesagt, bis man bei einer anderen Tagesplanung dabei ist und vielleicht auch die Ware annehmen kann – oder eben wieder nicht. Und so geht das immer fort. Ganz nach dem Motto „neues Spiel, neues Glück“. Terminplanungen im Voraus werden nicht angenommen.

So dauert es bei uns auch etwa 4 Wochen, bis die Lieferung erfolgen kann. Was sich aber als gar nicht so schlimm erweist, denn in dieser Zeit hatten wir ja genug zu tun mit den Vorbereitungen und dem Fundament.

Dann also endlich der Tag, an dem das Gartenhaus kommt. Ich traue meinen Augen kaum, als ich sehe, was da vor unserem Haus steht: ein riesiger LKW mit einem 15 Meter langen Kran. Auf der Ladefläche verloren und klein, anfangs fast nicht zu sehen, das Päckchen mit den Bauteilen unserer Gartenhütte.
Die Fahrertüre geht auf und aus dem Führerhaus steigt ein Mann mittleren Alters, umrundet den LKW, öffnet die Beifahrertüre, greift lässig-cool nach Drinnen und schwingt sich gekonnt eine Art Bauchladen um die Hüfte. Nur dass der Bauchladen aussieht wie ein Mischpult mit Joystick. Der Motor des LKW brummt noch leise vor sich hin, während sich der Fahrer an seinem Mischpult zu schaffen macht. Nur leider reagiert nichts und niemand. Der LKW brummt weiter vor sich hin, muckst sich aber ansonsten in keiner Weise, während die Handbewegungen des Fahrers immer hektischer werden und erste kleine Fluchlaute über seine Lippen huschen. Es hilft nichts, der LKW reagiert nicht.

Schließlich marschiert der Fahrer forschen Schrittes wieder um das Führerhaus herum, steigt ein, schaltet den Motor des LKW ab. Schaltet ihn wieder an, kommt heraus und spielt erneut mit seinen vielen Bauchladen-Hebelchen. Immer noch nichts. Wieder einsteigen, ausschalten, einschalten, neuer Versuch.
Während der zunehmend verzweifelte Fahrer dieses Spielchen stetig wiederholt, schnappe ich mir durchaus amüsiert den Fotoapparat und halte das Spektakel in Bildern fest – sehr zum Unmut des Fahrers ;-).

Wirst Du wohl funktionieren

Wirst Du wohl funktionieren

Aber dann tut sich endlich was. Wie von Geisterhand gesteuert fahren auf beiden Seiten des LKW riesige Arme heraus, die sich auf der Straße abstützen und die Räder des LKW fast in die Höhe heben. Wow, so kenne ich das eigentlich nur bei richtigen Schwertransporten. Was für eine Aufmerksamkeit für unser schlichtes Gartenhäuschen… Dann werden die Ladeklappen nach unten geöffnet und fachmännisch verriegelt, als ob sie von alleine wieder hochspringen und unser Gartenhaus angreifen könnten…

Stützarme werden ausgefahren

Stützarme werden ausgefahren

Zuletzt bekommt das Gartenhaus-Paket eine Art Feuerwehrschlauch umgebunden, welcher an dem 15-Meter-Kran befestigt wird.

"Feuerwehrschlauch"

„Feuerwehrschlauch“

Leider ziert sich auch dieser Kran etwas, auf die Befehle des Bauchladens zu hören. Offenbar fühlt sich der Fahrer nun bemüsigt, eine Erklärung abzugeben und sagt entschuldigend, dass der LKW ganz neu sei und daher noch nicht funktioniere. Hä?? Sei’s drum, nach erneutem Aus- und Anschalten des LKW-Motors setzt sich auch der Kran mit einem Ruck in Bewegung und unser Gartenhäuschen schwebt am Kranarm baumelnd die zwei Meter bis auf unser Pflaster. Stolz fragt mich der Fahrer, ob er das Päckchen nach hinten in den Garten befördern soll. Der Arm des Krans ist zweifelsohne lang genug dazu, aber ich habe Bedenken, dass der mühsam angelegte Rasen dabei Schaden nehmen könnte, wenn das Paket länger darauf liegt. Also bleibt es bei den 2 Metern. Ob der Kran (samt Fahrer) jetzt enttäuscht ist??

Das Gartenhaus schwebt

Das Gartenhaus schwebt

Nachdem das Päckchen akkurat ausgerichtet und abgesetzt ist, wird es vom Feuerwehrschlauch befreit und der Kranarm bewegt sich mühsam zurück in seine ursprüngliche Lage. Die Ladeklappen werden entriegelt, geschlossen und die Stützarme wieder eingefahren. Alles mit dem Bauchladen, versteht sich.
Nach guten 45 Minuten ist das Spektakel vorüber. Der Fahrer braust sichtlich erleichtert davon. Es geht doch nichts über ordentliches High-Tech – oder wie war das mit den Kanonen und den Spatzen??
Und da liegt es nun, das Gartenhaus, bereit für den Aufbau!

Das verpackte Gartenhaus

Das verpackte Gartenhaus

 

Gartenhaus – Teil 1

Und weil alle guten Märchen mit einem Happy-End enden, wurde der Traum der kleinen Gartenhütte von einem Leben in einem schönen Garten doch noch wahr….
Hier die Geschichte nochmal aus Menschensicht.

Um unsere (eigentlich viel zu vielen) Gartengeräte, Blumenkübel und sonstiges Klimbim gut verstauen zu können, entschließen wir uns, ein Gartenhaus in unserem Garten aufzustellen. Und fast wie bei einem „richtigen“ Hausbau, sollte sich das über Wochen – oder gar Monate?? – in die Länge ziehen.

Es fängt wieder mal mit der Suche nach einem geeigneten Stück an. Nach langer Recherche und vielen Überlegungen (wann ist das eigentlich bei uns einmal nicht so??) entscheiden wir uns endlich für das Gartenhaus „Grönland“ und bestellen es über einen Baumarkt. Da die Lieferung nach der Bestellung noch einige Zeit auf sich warten lässt, haben wir noch genügend Zeit für die Vorbereitungen.

Los geht’s mit dem Fundament.
Aus dem Prospekt entnehmen wir die Maße und stecken den Grundriss mit Richtschnur ab. Nach Vorschrift des Bebauungsplanes müssen wir von der hinteren Grundstücksgrenze zum Grünstreifen 2,50m Abstand halten, daher rückt das Gartenhaus näher an die Terrasse heran, als ursprünglich geplant, wogegen hinter dem Gartenhaus noch 2,50 Meter Platz sind. Die im Rasen extra für das Gartenhaus bereits ausgesparte Lücke passt nun natürlich auch nicht mehr. Diese Abstands-Vorschrift war uns bis vor Kurzem noch nicht bewusst gewesen und wir hatten es von Nachbarn erfahren. Ein Informationsgespräch beim Bauamt bestätigte dies leider.
Der erste Anblick der neuen Position des Gartenhauses ist erschreckend, aber wir machen das Beste draus und beschließen, in dem „leeren Viertel“ dahinter nächstes Jahr einen kleinen Gemüsegarten anzulegen. Und glücklicherweise endet das bereits unterirdisch verlegte Elektrokabel auch immer noch innerhalb des neu abgesteckten Bereichs.

Abstecken

Abstecken

Dann geht’s an die Knochenarbeit. Es tut uns im Herzen weh, den schönen grünen Rollrasen wieder abzustechen.
Danach wird die Erde bis ca. 50 cm tief ausgegraben, mit der Schubkarre weggefahren und der Boden dann einigermaßen eben ausgeglichen.

Rasen abheben

Rasen abheben

Ausbuddeln

Ausbuddeln

Zwischendruch darf man sich auch mal eine Pause gönnen…

Pause

Pause

An einem Samstag mieten wir uns vom Baumarkt wieder eine Rüttelplatte zum Verdichten. Puh, schon das Einladen der gefühlt tonnenschweren Maschine verlangt uns einiges ab und auch unser Golf II geht dabei etwas in die Knie ;-). Aber es hatte ja schon mal geklappt, also funktioniert es auch diesmal wieder.
Im Gegensatz zum ersten Mal beim Fundament für die Sandsteinmauer sind wir diesmal sogar besser ausgerüstet. Wir müssen nicht mehr an der Tankstelle direkt den Rüttler im Kofferraum mit Sprit betanken, sondern Andreas hat mittlerweile einen Benzinkanister besorgt! Dieser wird an der Zapfsäule gefüllt und die Maschine selbst erst zu Hause aufgetankt. Und schon geht das Durchschütteln wieder los. Der Boden muss verdichtet werden.

Boden verdichten

Boden verdichten

Vom Erdenwerk Mannheim hatten wir schon einige Zeit zuvor Verdichtungsmaterial (Recycling-Schotter) und Splitt für die künftige Terrasse und das Gartenhaus bestellt. Die uns schon bekannte LKW-Fahrerin lieferte das Material wieder zuverlässig und pünktlich ab. Jetzt können wir es verarbeiten.

Schotter und Splitt abladen

Schotter und Splitt abladen

Schotter und Splitt

Schotter und Splitt

Mit Schaufel und Schubkarre schaffen wir nun Ladung für Ladung das Verdichtungsmaterial vom Straßenrand, wo es abgeladen wurde, nach hinten in den Garten zu unserer Fundamentgrube. Allein diese Arbeit hat uns viele Stunden gekostet und Blasen an den Händen eingebracht ;-).

Schotter schippen

Schotter schippen

Als endlich genug Schotter in der Mulde ist, wird er wieder eben gezogen und erneut kommt die Rüttelplatte zum Einsatz. Da werden die müden Knochen wieder druchgeschüttelt…

Schotter einebnen

Schotter einebnen

Schotter verdichten

Schotter verdichten

Nun müssen nur noch die Platten in Splitt gelegt werden. Nur? Auch das sollte sich wieder als langwieriger denn gedacht erweisen.
Immerhin lässt sich der Splitt schon mal leichter schaufeln als der Schotter und auch leichter mit einer Latte gleichmäßig verteilen.

Splitt abziehen

Splitt abziehen

Als Platten suchen wir irgendwelche einfachen, billigen Beton-Terrassenplatten vom Baumarkt – und machen dann einen richtigen Glücksgriff. Eher per Zufall entdeckt Andreas eine Palette mit Platten, die noch fast ganz in Folie eingepackt ist, nur an einem Eck lugt eine hellrote-orangene Platte hervor. Die sieht richtig schön aus. Und ein Blick auf das Preisschild lässt uns staunen: von 8,- Euro auf 2,- Euro je Stück reduziert. Wieso denn das?? Ungläubig fragen wir einen Verkäufer. Der Grund ist simpel: die Platten wurden nach der Fertigung zu früh in Folie abgepackt, wodurch sich Stocknässe vom Beton bildete und die Platten nun alle weiße Ränder (ähnlich wie Kalkränder) haben. Diese Ränder kann man zwar abschleifen, dennoch lassen sich die Platten so kaum mehr verkaufen. Daher diese extreme Preisreduzierung. Es sind auch nur 58 Stück vorhanden.
Schnell rechnen wir nach – wir benötigen nur 52!! Da überlegen wir nicht lange und kaufen 52 Stück. Wir müssen die Platten nicht mal selbst transportieren, sondern bekommen sie zusammen mit einer Lieferung für unsere Nachbarn direkt vor dem Haus abgesetzt.
Auf das Abschleifen der weißen Ränder verzichten wird, es sieht sogar fast noch natürlicher aus so, finden wir…

Und nun beginnt die Feinarbeit. Während Andreas Platte für Platte wieder von vorne nach hinten schleppt, bereite ich für jede Platte einzeln akurat das Splittbett vor, indem ich es mit einer kurzen Holzlatte und Wasserwaage möglichst eben ziehe. Am Ende wollen wir die Randplatten in eine kleine Betonschulter legen.

Splitt vorbereiten

Splitt vorbereiten

Jede einzelne Platte wird gemessen, waagrecht ausgerichtet und mit dem Gummihammer zurecht gerückt. Manchmal müssen wir bei einer Platte mehrfach nacharbeiten, was bedeutet Platte wieder rausheben, Splittbett korrigieren, Platte wieder rein. Und die Dinger sind nicht gerade federleicht…
Zwischen die einzelnen Platten werden Fugenkreuze eingesetzt, um einen gleichmäßigen Abstand der Platten zueinander sicherzustellen. Hierfür gibt es spezielle Fugenkreuze für Terrassenplatten, die sind deutlich größer als die Kreuze für Fließen.

Platten legen

Platten legen

Fugenkreuze

Fugenkreuze

Ein Teil ist geschafft

Ein Teil ist geschafft

Nachdem wir etwa ein Drittel verlegt haben, stellen wir fest, dass die Idee mit der nachträglichen Betonschulter für die Randplatten wohl nicht die beste ist. Viel einfacher wäre es, die Randplatten jetzt gleich beim normalen Verlegen in Beton zu betten.
Also nehmen wir die bereits verlegten Randplatten nochmal nacheinander raus und legen sie in eine Betonschulter. Dazu muss nochmal ein Stückchen mehr vom Rasen abgestochen werden, aber das kann man später ja wieder zu füllen.
Als Beton verwenden wir Gartenbauzement mit Trass (Trasszement), der in einem alten Farbeimer mit Wasser angemischt wird. Er darf auf keinen Fall zu dünnflüssig werden, sonst läuft die „Schulter“ nach unten weg und bietet den Platten keinen Halt.
Und so vergehen einige Feier-Abende mit Plattenlegen.

Gartenbauzement anrühren

Gartenbauzement anrühren

Betonschulter

Betonschulter

Betonschulter für Randplatten

Betonschulter für Randplatten

Die letzte Reihe an Platten muss geschnitten werden, damit sie genau mit dem Gartenhaus abschließt. Wir verwenden dazu eine Flex mit Diamantscheibe. Während Andreas flext, kühle ich gleichzeitig mit Wasser aus der Gießkanne die glühende Scheibe.

Platten schneiden

Platten schneiden

Dann endlich ist es geschafft und wir kehren zum Abschluß hellen Quarzsand in die Fugen. Jetzt kann das Gartenhaus darauf aufgestellt werden.

Sand einkehren

Sand einkehren

 

Kaminholz

Der Winter rückt mit großen Schritten näher und unser brandneuer Kaminofen wartet auf seinen großen Einsatz. Damit die gemütlichen Abende mit flackerndem Feuer aber auch stattfinden können, benötigen wir noch „Futter“ für den Ofen. Und wie sich herausstellt, ist das wiedermal einfacher gesagt, als getan.

Das Kaminholz sollte von guter Qualität sein, also nach Möglichkeit Laubbaum-Holz und bereits abgelagert und damit trocken, schon in fertige 30cm-Scheiten geschnitten, mit Lieferservice und natürlich wieder halb geschenkt ;-).
Andreas fängt mit der Suche an. Und sucht und telefoniert und sucht. Unsere Ansprüche werden mit der Zeit kleiner und der Preis höher. Von einigen Anbietern bekommen wir sogar die leicht kaltschnäuzige Antwort „Ich bediene erst die Stammkunden und dann ist sowieso nichts mehr übrig…“. Aha. Offenbar hat mans als Neuling in dieser Branche auch nicht ganz leicht…
Und zusätzlich sorgt anscheinend auch die aktuelle Russland-Krise für Hamsterkäufe in Sachen Holz, um auch bei abgedrehtem Gashahn die Bude im Winter noch warm zu bekommen. Ein Händler hatte seine stattliche Menge an Holz innerhalb einer Woche komplett ausverkauft und wir hatten wiedermal zu lange überlegt – tja, den letzten beißen die Hunde.
Wir überlegen auch mit Freunden und Nachbarn zusammen, ob wir gemeinsam eine größere Menge bestellen, um die Lieferkosten teilen zu können. Aber letztendlich hat sich alles zerschlagen.

Und dann kommt auch für uns der Glücksgriff. Ein Händler in der Nachbarstadt verkauft einen Schüttmeter Holz, ein Jahr abgelagert, für 65 Euro. Das klingt ok und weil wir ja sehr wärmeliebende Menschen sind, kaufen wir gleich 5 Schüttmeter. Für alle Nicht-Brennzolz-Kenner: Ein Raummeter (Ster) Holz ist ein Kubikmeter sorgfältig gestapelte Holzscheiten. Ein Schüttmeter ist auch ein Kubikmeter, allerdings wird das Holz hier nicht gestapelt sondern nur „rein geschüttet“, wodurch natürlich größere Zwischenräume entstehen. Ein Schüttmeter ist also etwas weniger als ein Raummeter/Ster.

Kaum bestellt, kam unser Kaminholz auch schon an. Und wir sehen zum ersten Mal, wie viel so 5 Schüttmeter tatsächlich sind. Ups… Der Verkäufer kommt mit einem Pick-Up und zusätzlich einem Anhänger. Na da werden wir im Winter nicht frieren ;-).

Holzabladen

Holzabladen

Holzabladen

Holzabladen

Also machen wir uns an die Arbeit. Es ist ein schönes Gefühl, zum ersten Mal „eigenes“ Brennholz zu stapeln, die Natur (und die Spreißel) in den Händen zu spüren und sich auf die Winterabende zu freuen. Wir kommen uns fast ein bischen wir Landeier vor ;-).
Da momentan die Außenputzarbeiten im Gange sind, können wir das Holz noch nicht an seine künftige, geplante Stelle an der Hauswand unterm Carport deponieren. Also wird es erstmal auf dem Grundstück auf Paletten gestapelt. Zum Schutz vor Regen haben wir extra eine kleine Überdachung mit PVC-Wellplatten konstruiert.
Fertig. Der Winter kann kommen.

Holzunterstand

Holzunterstand

Aber noch haben wir im September eher spätsommerliches Wetter und goldenen Herbst, so dass die Einweihung unseres Brennholzes nicht im Kaminofen, sondern in der Feuerschale auf der Terrasse stattfindet. Und dabei merken wir, dass das Holz gar nicht so leicht und lichterloh mit großen, hellen Flammen brennt, wie wir uns das vorgestellt hatten und auch vom Bauhaus-Holz gewohnt sind. Vielleicht doch zu feucht??? Aber es ist doch ein Jahr bereits gelagert?!

Andreas besorgt sich einen Holz-Feuchtigkeitsmesser. Zur Messung wird eine Holzscheite gespalten. Das Messgerät wird mit beiden Metall-Sensoren, die wie Spieße aussehen, in die Schnittkante gedrückt. Und auf der Anzeige ist der gemessene Feuchtigkeitsgrad in Prozent abzulesen. Die Spannung steigt….

Feuchtemessung

Feuchtemessung

Wir messen bei verschiedenen Scheiten eine Restfeuchte zwischen 23 und 28 Prozent. Und was sagt uns das nun??? Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt Aufschluss:
Unter 15% ist für sehr gut geeignet für die Ofenbefeuerung.
Zwischen 15% und 20% ist eingeschränkt nutzbar.
Über 20% ist ungeeignet für die Ofenbefeuerung.
Ok, da liegen wir wohl (noch) im ungeeigneten Bereich. Zur Gegenprobe messen wir eine Scheite aus dem Baumarkt, die wir bisher immer für unser Lagerfeuer verwendet haben und sehr zufrieden damit waren. Das Ergebnis: 3% !! Klare Aussage… und etwas schlechte Stimmung bei uns.

Jetzt ist guter Rat wiedermal teuer. Was nun? Das zu feuchte Holz trotzdem verwenden oder das Holz für nächstes Jahr aufheben und weiter trocknen? Und was machen wir dann dieses Jahr – nochmal Holz besorgen oder auf die Ofennutzung weitgehend verzichten???
Wir beschließen, kein neues Holz zu besorgen (wo sollte das auch noch hin???) sondern es mit dem aktuellen Holz zu versuchen. In unserem Unterstand wird es sicher noch um ein paar Prozent trocknen, bis der Winter kommt und dann klappt das schon. Und natürlich hat sich Andreas auch wieder schlau gemacht und in Erfahrung gebracht, dass Holz am schnellsten (aus-)trocknet, wenn viel Luft, am besten richtiger Wind, drankommt. Also machen wir uns nochmal die Mühe und schichten das Holz unter dem Unterstand so um, dass wir am Ende drei Reihen haben, die durch zwei ca. 30cm breite Zwischenräume getrennt stehen. Nun kann an jede Holzscheite genügend Luft und der Wind kann unter dem Dach so richtig schön durchblasen ;-).

Holzstapel mit Lüftungs-Abstand

Holzstapel mit Lüftungs-Abstand

Ein paar Wochen später, bei den ersten kühlen Herbstabenden probieren wir das Holz in unserem Ofen aus. Das neue Messergebnis zeigt nun schon 18%. Außerdem wenden wir einen kleinen Trick an. Zum Anfeuern verwenden wir zwei Scheiten des extrem trockenen Baumarktholzes, wodurch der Ofen schnell auf hohe Temperatur kommt. Dann legen wir von unserem gelagerten Holz nach. Und siehe da, es funktioniert wunderbar!!
Alle Aufregung war wiedermal umsonst und wir sitzen genüsslich und zufrieden vor unserem Kamin.

Kaminfeuer

Kaminfeuer

Das Märchen von der kleinen Gartenhütte

Es war einmal eine kleine Gartenhütte. Sie lebte eingepfercht zwischen vielen großen Gartenhütten auf dem Parkplatz von einem Baumarkt. Die kleine Hütte fühlte sich dort sehr unwohl, denn von den großen Gartenhäusern um sie herum wurde sie verachtet und ihren hübschen Anblick mit hellem Fichtenholz und grünen Dachschindeln nahm keiner wahr. So träumte sie davon, dass eines Tages ein wohlhabender Mensch mit seinem edlen Pickup vorbeikommen und sie in seinen Garten mitnehmen würde, wo sie Licht und Luft zum Atmen hätte und ihre Schönheit voll zur Geltung kommen könnte.

Gartenhütte

kleine Gartenhütte

Die Monate strichen ins Land, die kleine Gartenhütte hatte alle Hoffnung fast schon  aufgegeben, da kamen eines Abends zwei Gestalten zu der Hütte und blieben vor ihr stehen. Die Hütte, schon im Halbschlaf, blinzelte aus traurigen Augen, aber als sie erkannte, dass es sich um zwei Menschen handelte, war sie gleich hellwach. Es waren zwar keine reichen, edlen Recken und auch nur ein alter VW-Golf statt ein SUV, aber immerhin! Sie reckte und streckte sich, um größer zu wirken und strengte sich an, ihr helles Holz in der Abendsonne besonders schön glänzen zu lassen. Die Menschen nahmen die kleine Hütte genau in Augenschein, von außen, von innen und beim Maßnehmen von Höhe, Breite und Länge musste die kleine Hütte ein Kichern vom Kitzeln unterdrücken. Dann war die Entscheidung gefallen, die Menschen befanden die Hütte für gut und kauften sie.
Die kleine Hütte war überglücklich und freute sich schon auf den Tag, an dem sie in den Garten zu den Menschen übersiedeln durfte.

Nach anstrengendem LKW-Transport, in alle Einzelteile zerlegt und in Folie eingepackt, wurde die kleine Hütte unsanft neben dem Wohnhaus abgeladen – und erst mal nicht weiter beachtet. Was ist denn hier los, fragte sich die kleine Hütte. Offenbar war keiner auf ihr Kommen vorbereitet. Oder wollte sie hier sogar niemand haben?? Nein, so hatte sie sich die Ankunft in ihrer neuen Heimat wahrlich nicht vorgestellt.

Vorsichtig lugte sie unter der Folie hervor. Nebenan lag, ebenfalls verpackt, eine noch viiieel kleinere Fahrradbox. Die kleine Hütte fand sofort Gefallen an der Fahrradbox, war sie doch ebenso wie sie selbst aus schönem, hellem Holz gemacht. Noch dazu war die Box so winzig, dass sich die kleine Hütte ihr gegenüber richtig stolz und groß vorkam. Das wird sicher eine gute Freundin, diese Fahrradbox, dachte die kleine Hütte sofort. Nur leider beachtete die Box die Hütte überhaupt nicht und auf ein freundliches „Hallo“ schwieg sie nur.

Fahrradbox

Fahrradbox

Die kleine Gartenhütte schaute sich weiter um. Ein Stückchen entfernt entdeckte sie zu ihrer großen Freude noch eine weitere Gartenhütte. Diese war bereits aufgebaut, präsentierte sich vornehm in grauem Metall und stand am Rand ihres Gartens in der Ecke.

Gartenhütte grau

graue Gartenhütte

„Hallo, Du hast ja auch ein tolles Plätzchen erwischt“ grüßte die kleine Gartenhütte zu ihr hinüber. Die andere Hütte hob aber nur müde den Kopf und nickte. „Was ist denn mit Euch allen los? Warum seid Ihr alle so traurig?“ fragte die kleine Gartenhütte. „Ihr habt hier doch ein wunderschönes Wohngebiet mit tollen Häusern und hübschen Gärten. Die Menschen sind sicher froh, Euch hier zu haben“. Daraufhin drehte sich die andere Gartenhütte um und sagte: „Ja, die Menschen hier sind froh, uns zu haben. Wir sind für alle eine Hilfe und stören keinen, so wie wir aufgestellt wurden. Aber es gibt andere Menschen, die wohnen nicht hier. Die sitzen oben in der Stadt in kleinen Büros und schreiben Regeln auf Papier, welche die Menschen, die hier wohnen, befolgen müssen. Und in diesen Regeln steht, dass z.B. ich auf meinem Platz hier nicht stehen bleiben darf.“ Die graue Hütte schluchzte ein bisschen und unterdrückte eine dicke Träne. „Das verstehe ich nicht“ sagte die kleine Hütte verblüfft. „Wieso darfst Du hier nicht stehen, Du störst doch überhaupt keinen. Hier liegt bestimmt ein Missverständnis vor.“
Doch die graue Hütte fuhr resigniert fort: „Nein, es ist wirklich so und verstehen tut es hier von den Menschen auch keiner. Ich darf nicht hier in der Ecke vor dem Haus am Rand zum Grünstreifen stehen bleiben, sondern meine Menschen müssen mich fast mitten in den hinteren Garten stellen – worauf die natürlich keine Lust haben. Die Menschen hier haben sogar schon richtig Streit mit den Menschen oben in der Stadt, die die Regel gemacht haben“.

Die kleine Hütte wurde blass und ihr helles Holz verlor auch den letzten Rest an Farbe, während die graue Gartenhütte weiter sprach. „Ich habe zwei Nachbarn belauscht, wie sie sich unterhalten haben und ganz verrückte Begriffe erklärt haben. Die Menschen oben in der Stadt haben ein Regelwerk aufgestellt, das sie ‘Bebauungsplan‘ nennen. Nach diesem Regelwerk dürfen sog. ‘Nebenanlagen‘ nur im ‘überbaubaren Bereich‘ errichtet werden. Der überbaubare Bereich ist auf einem Grundstück der Bereich, auf dem das große Wohnhaus stehen darf. In einer Planzeichnung des Bebauungsplanes ist dieser Bereich mit einer blauen Linie eingezeichnet, die 2,50 Meter von der Grenze entfernt verläuft. Und in einem anderen Regelwerk, das sie Baunutzungsverordnung (BauNVO) nennen, steht in Kommentaren zu §14 drin, dass ein Gartenhaus auch zu diesen ‘Nebenanlagen‘ zählt. Also muss auch ich 2,50 Meter Abstand von der Grenze halten, auch wenn dahinter nur ein Grünstreifen kommt und ich keinen stören würde.“
Da erklang plötzlich ganz aufgeregt die Stimme der Fahrradbox nebenan. „Ja, ja, bei mir ist es genauso. Ich sollte hier vor dem Haus stehen und den Fahrrädern Schutz vor Wind und Wetter bieten. Meine Menschen haben extra mich ausgesucht, weil ich klein und dezent aus Holz bin. Aber auch ich bin eine dieser doofen ‘Nebenanlagen‘ und darf deshalb hier nicht stehen. Und nach Einhaltung dieser blöden 2,50 Meter Abstand von der Grenze zur Straße ist nicht mehr genügend Platz für mich, weil dann ja schon das Haus da steht. Deshalb muss ich jetzt wieder zu-, zu-, schluchzt, zurück zu dem Laden, der mich verkauft hat“. Und dabei fing die kleine Fahrradbox lauthals an zu Schluchzen.

Die kleine Gartenhütte sackte in sich zusammen. Sie verkroch sich ganz unter der Plane und verstand die Welt nicht mehr. Menschen, die hier gar nicht wohnen, machen Regeln für andere, die hier wohnen und die mit diesen Regeln gar nicht einverstanden sind. Die Betroffenen sind sich alle einig, dass diese Regel schlecht ist, dürfen aber trotzdem nicht in gegenseitigem Einverständnis dagegen verstoßen.
Da hatte die kleine Gartenhütte eine Idee. Sie streckte den Kopf wieder unter der Plane hervor und rief erfreut: „Ich hab’s! Dann müssen die Menschen von hier zu den Menschen in der Stadt gehen und ihnen sagen, dass sie die Regel ändern müssen, weil sie keiner so haben möchte!“ Dabei strahlte die kleine Hütte von einer Traufe zur anderen. „So einfach ist das leider nicht“, schüttelte die graue Hütte wieder den Kopf. Ein paar der Menschen hier habe das schon versucht, aber die Menschen in der Stadt wollen nicht vor den nächsten 4 Jahren darüber beraten, weil sie so viele andere Dinge zu entscheiden hätten. Und bis dahin darf ich hier auch nicht stehen bleiben“.

Da gab die kleine Gartenhütte auf. Wäre sie doch nur im Baumarkt zwischen den anderen großen Hütten geblieben. In einem Wohngebiet, wo so unsinnige Regeln bestehen und sie den Menschen nur zum Ärgernis wird, möchte sie bestimmt nicht leben.
Damit zog sich die kleine Gartenhütte weinend wieder unter ihre Plane zurück. Und wenn sie nicht aufgehört hat, dann weint sie noch heute.

Blower-Door

Jeder heutige Häuslebauer hat sicher zumindest schon einmal davon gehört. So mancher Bauträger vielleicht auch nicht. Für die EnEV 2009 ist er Standard. Und wir haben ihn nun live erlebt: den Blower-Door-Test.
Die Methode und vor allem die Durchführung sind verblüffend einfach und  die Ergebnisse doch sehr aufschlussreich. Was sich nun genau dahinter verbirgt, will ich hier mal berichten.

Kurz gesagt: Der Blower-Door-Test ist ein Differenzdruck-Messverfahren, um die Luftdichtheit eines Gebäudes zu messen.
Oder auf Deutsch: Luftdurchlässigkeitsprüfung.
Dazu wird im Haus im Vergleich zum Außenbereich ein Über- bzw. Unterdruck erzeugt. Dadurch versucht die Luft, bei Unterdruck von Außen nach Innen ins Haus zu strömen bzw. bei Überdruck sich vom Haus heraus zu drücken. Und je nachdem, ob, wieviel und wo die Luft nun von Außen nach Innen bzw. umgekehrt strömen kann, zeigt sich, wie dicht oder undicht das Haus (genauer, die Gebäudehülle) ist und ob es sogar größere „Löcher“ (Leckagen, also undichte Stellen) gibt.

Morgens um 8 Uhr kommt der Messtechniker vorgefahren. Ich wundere mich schon, dass er nicht mit einem Lieferwagen kommt, sondern nur in einem normalen Pkw. Hat er denn keine Geräte dabei? Kommt er nur, um mir mitzuteilen, dass der Termin verschoben wird?? Wäre ärgerlich, weil ich mir an diesem Tag freigenommen habe.
Aber nein, Entwarnung. Als ich die Haustüre öffne, steht ein junger Mann mit wenigen verpackten Utensilien in der Hand vor mir. Auf den ersten Blick könnte es auch ein Musiker mit Instrumenten sein.

Gleich im Flur wird dann alles ausgepackt und aufgebaut.

437_Gerätschaften

Gerätschaften für Blower-Door-Test

Aus einer länglichen Falttasche kommen die Einzelteile eines Plastik-Rahmens zum Vorschein, die man zu einem ganzen Rahmen zusammenstecken kann, ähnlich eines überdimensionierten Bilderrahmen. Dieser Rahmen wir genau in den Rahmen der geöffneten Haustüre eingepasst.

440_Rahmen

Rahmen in Haustüre einpassen

Dann wird ein kleiner Schlauch nach Draußen gelegt, mit der Mündung an eine möglichst windgeschützte Stelle. Dieser misst den Luftdruck Draußen. Ein zweiter Schlauch wird ins Haus gelegt, der den Luftdruck im Innern des Hauses misst.

438_Schlauch Außen

Messschlauch Außen

439_Schlauch Innen

Messschlauch Innen

In den montierten Plastik-Rahmen wird danach eine Plan eingespannt. Sie ist ganzdünn und knittrig und erinnert mich an die Zeltplane eines Leichtbau-Zeltes.

441_Plane

Plane anbringen

In der Plane ist etwa in Augenhöhe eine durchsichtige Folie eingebaut als Guckloch (aber ohne weitere Bedeutung) und am unteren Ende ein ein richhtig großes Loch. In diese Loch wird nun der Ventilator eingesetzt. Zunächst so rum, dass er Luft nach Draußen bläst, d.h. wir sehen von Innen nur die Rückseite des Ventilators.
Und schließlich wird das eigentliche Messgerät an einer Querstange des Rahmens befestigt. Dann noch den PC anschließen und fertig ist der ganze Aufbau.

442_Fertig

Aufbau für Blower-Door-Test

Dann werden ein paar grundsätzliche Dinge besprochen:
Für den Test müssen alle luftdurchlässigen Öffnungen nach Draußen, also alle „Löcher“ in der Gebäudehülle, verschlossen werden. Das sind zum einen natürlich die Fenster und Türen. Aber auch z.B. Dunstabzugshauben mit Abluft nach Draußen werden abgeklebt und in jedem Siphon (insbesondere bei Bodenabflüssen) muss Wasser drin stehen. Auch unser Kaminrohr vom Kaminofen ist so eine Öffnung, aber die bekommt man halt nicht ganz dicht, es wird deshalb nur die Klappe im Rohr zur Regelung des Abzugs geschlossen. Und nicht zu vergessen unsere Katzenklappe ;-). Da sie aber schon die „Klappe“ drin hat, verzichtet der Messtechniker auf ein Abkleben.
Alle Zimmertüren sollen ein wenig offen stehen, damit sich die Luft und der Druck im ganzen Haus gleichmäßig verteilen kann.

Dann geht’s los. Der Ventilator wird angeschalten. Er bläst Luft aus dem Haus heraus und erzeugt so einen Unterdruck im Haus. Zu meinem Erstaunen spürt man davon überhaupt nichts. Das Messgerät misst zwar schon, aber der Computer zeichnet noch nichts auf. Denn vor der eigentlichen Messung ziehen wir nun erstmal zu zweit durchs Haus und suchen Leckagen (undichte Stellen im Haus). Der Messtechniker hat Erfahrung genug, um genau zu wissen, wo er prüfen muss. Mit der bloßen Hand fährt er an Tür- und Fensterrahmen entlang (das verstehe ich noch) und an jeder Steckdose und jedem Lichtschalter (das wundert mich). In der Küche wird der Techniker auch gleich fündig: bei einem Lichtschalter „zieht es wie Hechtsuppe“. Auch ich halte meine Hand davor und bin sprachlos. Tatsächlich kann man einen deutlichen Luftstrom spüren, wie wenn ein schwacher Fön bläst. Wie kann das sein?? Bei einem Lichtschalter? Die Leitungen sind doch nur innen verlegt… Der Techniker erklärt mir Folgendes:
Die (Porenbeton-)Steine der Hauswände sind nicht luftdicht. Durch kleine Poren und auch kleinste Schlitze zwischen den Steinen kann Luft dringen. Nur der Innenputz an den Wänden ist luftdicht. Und jeder Lichtschalter, jede Steckdose usw. durchbricht den Innenputz. D.h. genau hier kann Luft durch die Schicht des Innenputzes dringen und weiter über das Mauerwerk nach Außen bzw. Innen strömen. Da wir auch noch keinen Außenputz haben, hat es die Luft noch leichter. Der Außenputz ist zwar nicht luftdicht, bietet aber einen gewissen Windschutz, der die Luftströmung hemmt.
Wow, ich bin platt. Das hätte ich nie für möglich gehalten, dass durch einen kleinen Lichtschalter und das Mauerwerk so ein Luftzug entstehen kann. Also, wieder was fürs (Häuslebauer-)Leben gelernt: Innenputz dient der Luftdichtheit, Außenputz der Winddichtheit.

Und so marschiere ich tastend, suchend  und staunend hinter dem Techniker her im Haus herum. Und immer wieder erklärt er mir interessante Dinge. Auch die Deckenspots im DG sind oftmals eine kritische Stelle – aber bei uns ist alles top. Wo man nicht mit der Hand hinkommt (z.B. zu den Deckenspots), kann man ein elektronisches Gerät verwenden, um einen Luftstrom feststellen zu können. Es sieht aus wie die Antenne einer Fernsteuerung für Spielautos.

443_Messgerät

Messgerät für Luftzug

Bei unserem Rundgang haben wir ein paar wenige Leckagen entdeckt, Steckdosen, Lichtschalter, einen Rolladenkasten und natürlich die Katzenklappe. Aber alles nicht dramatisch.
Nun beginnt die eigentliche Messung.

Während der Ventilator die Luft nach Draußen pustet, misst das Messgerät über den einen Schlauch den Luftdruck Außen und über den anderen Schlauch den Luftdruck im Haus. Zusätzlich wird die Stärke, mit welcher der Ventilator bläst, aufgezeichnet. Der Computer kann nun aus der Differenz des Luftdrucks zwischen Innen und Außen sowie der Blasstärke des Ventilators berechnen, wie viel Kubikmeter Luft normalerweise (also ohne Ventilator und ohne Wind) in einer Stunde durch die Gebäudehülle strömt. Ausgedrückt wird dies dann in einer Kenngröße n. Diese Zahl besagt, wie oft sich die komplette Luft im Haus innerhalb einer Stunde austauscht. (Wen das genauer interessiert, kann bei „Begriffe“ unter Blower-Door nachschauen.)

Der Ventilator bläst zunächst schwach, dann immer stärker. Zu bestimmten Zeiten, sog. Messpunkten, misst das Gerät und der Computer rechnet und rechnet. Am Bildschirm sind auch schon bald hübsche Grafiken zu sehen.

445_Auswertung

Auswertung am Computer

Nachdem die Unterdruckmessung beendet ist, wird der Ventilator in der Plastikplane umgedreht, so dass er nun Luft ins Haus hinein bläst und so Überdruck erzeugt. Dann beginnt das ganze von Vorne: Blasen, Messen, Rechnen.

444_Luft nach drinnen

Ventilator für Überdruck im Haus

Wenn man vor dem Ventilator steht, dann sprüt man – klar – einen starken Luftstrom. Aber schon im nächsten Zimmer ist davon nichts mehr zu merken.

Nach insgesamt zweieinhalb Stunden ist alles erledigt. Das Ergebnis steht schon fest. Wir haben eine Kenngröße von 0,64. Das ist sehr, sehr dicht. Fast schon zu dicht? Aber der Techniker beruhigt mich: Ein Passivhaus muss 0,6 haben. Erst ab 0,3 benötigt man zwingend (also gesetzlich) eine kontrollierte Wohnraumbe- und -entlüftung (KWL). Das Minimum auch bei KWL liegt bei 0,15. Na, da sind wir ja noch ein bisschen von entfernt. Uns wird nur geraten, regelmäßig gut zu lüften.
Wenige Tage erhalten wir dann per Post den ausführlichen Ergebnisbericht sowie den Energieausweis für unser Haus.

Rollrasen

Rasen im Garten. Das hatten wir ja schon mal.
Nach Auffüllen des Gartens mit Kompost und Rasenerde sowie mühevollem Verteilen und Einebnen, Säen von Rasensamen und unendlich vielem Wässern (s. Artikel vom 28. Mai) wurde es mittlerweile grün. Zwar mit Lücken und fast ebenso viel Unkraut wie Grashalme, aber immerhin. Der erste Rasen!
Dann kam die Begrenzung unseres Grundstücks zu den Parkplätzen hin und das Setzen der Randsteine (s. Artikel vom 05. Juli).

Und nun stehen wir da und stellen fest, dass der Garten doch noch tiefer ist als ursprünglich gedacht und auch tiefer als die Randsteine. Da wir keinen Absatz von der Terrasse zum Rasen haben möchten, beschließen wir, nochmal etwas Erde aufzustocken.
Also bestellen wir erneut 10 Tonnen (8 Kubikmeter) Rasenerde vom Erdenwerk Mannheim. Im Klartext: Unser langwierig gezogener Rasen wird wieder zugeschüttet. Aber halb so schlimm, wir hätten sowieso noch viel Nachsäen und Unkraut jäten müssen… Die Anlieferung erfolgt wieder problemlos und sogar die LKW-Fahrerin ist dieselbe wie letztes Mal.

Lieferung Rasenerde

Lieferung Rasenerde

10 Tonnen Rasenerde

10 Tonnen Rasenerde

Nun liegt der Erdhaufen erst mal da rum. Und liegt. Und liegt. Wird vom Regen durchnässt und trocknet wieder. Und liegt immer noch.
Das Problem ist, dass wir uns nicht entscheiden können, ob wir zuerst die Terrasse errichten und uns dann um den Rasen kümmern oder umgekehrt. Und die Terrasse sofort zu errichten scheitert daran, dass wir uns auch hier nicht entscheiden können, ob wir eine Holz- oder Steinterrasse haben wollen. So drehen wir uns im Kreis.
Bis Andreas die Initiative ergreift und wir uns nun doch erst dem Naheliegenden widmen: dem Rasen.
Innerhalb weniger Abende ist die Erde verteilt.

Dann die nächste Frage: Rasen säen oder Rollrasen auslegen?
Andreas, wie immer, informiert sich gründlich und recherchiert in alle Richtungen. Und siehe da: In Lorsch gibt es günstigen Rollrasen und eine Kalkulation ergibt, dass dies kaum teurer wird als nochmal Samen auszusäen (wenn man den Preis und die Menge der Samen bedenkt, das Wässern und das Nachsäen). Gebongt, wir nehme Rollrasen und bestellen rechtzeitig für nächsten Samstag.

Für Rollrasen muss der Untergrund möglichst eben sein, da schon kleine Dellen und Löcher im Boden das Anwachsen an diesen Stellen verhindern, wenn der Rasen nicht genügend Kontakt mit dem Untergrund bekommt. Diesmal müssen wir also etwas professioneller arbeiten als beim letzten Mal.

Andreas besorgt sich eine lange Holzlatte. Mit dieser wird die verteilte Erde abgezogen, wieder und immer wieder in alle Richtungen, bis der Boden wirklich glatt und eben aussieht.

Glatt ziehen

Glatt ziehen

Von unserem Pflasterer, der gerade die Tage zuvor unsere Stellplätze gepflastert hat, bekommen wir netterweise eine Gartenwalze zur Verfügung gestellt. Die Walze wird mit Wasser gefüllt, damit sie richtig viel Gewicht bekommt. Dann wird die Erde abgerollt und somit verdichtet. Auch kleine Löcher werden hierdurch nochmal ausgeglichen.

Walzen

Walzen

Danach sollte man die Erde nochmal gut wässern, denn so kann man erkennen, ob es doch noch lockere Stellen oder Unebenheiten gibt. Das Wässern übernehmen für uns einige Tage lang dicke Regenwolken.
Einmal müssen wir noch nachbessern, dann ist alles perfekt.

popoglatt

popoglatt

Pünktlich zum Wochenende endet die natürliche Wässerung vom Himmel. Glück gehabt!!
Samstag Nachmittag wird der Rasen geliefert. Vormittags erledigen wir die letzten Vorbereitungen:
Als Mähkante und Abgrenzung zum Blumenbeet verwenden wir Metallbleche aus dem Baumarkt. Um eine gerade Linie zu gewährleisten, messen wir den Abstand an verschiedenen Stellen und spannen eine Schnur. Entlang dieser Schnur werden die Bleche mit einem Gummihammer in die Erde geklopft. Ecken können einfach zuvor geknickt werden. Am Ende werden die einzelnen Bleche über eine Halterung miteinander verhakt.

Abmessen und Abstecken der Mähkante

Abmessen und Abstecken der Mähkante

Einklopfen der Rasenbleche

Einklopfen der Rasenbleche

Zusammenstecken der Rasenbleche

Zusammenstecken der Rasenbleche

Damit sich die feinen Wurzeln des neuen Rasens gut im Erdboden verankern können, sollte die Oberfläche leicht aufgeraut sein. Durch das Walzen und den Regen ist unsere Oberfläche aber (fast) so glatt und hart wie Asphalt. Also: mit dem Rechen wieder etwas auflockern. Knochenarbeit.

Aufrauen der Oberfläche

Aufrauen der Oberfläche

Unbedingt empfohlen wird, in den Boden speziellen Rasen-Starterdünger einzuarbeiten. Dieser bewirkt, dass der Rasen schneller neue Wurzeln bildet, die sich im Erdboden ausbreiten, was wiederum den Rasen strapazierfähiger macht und vor Austrocknung schützt. Wir halten uns an den Rat und streuen noch Dünger aus.

Starterdünger einbringen

Starterdünger einbringen

Dann kommt auch schon unser Rollrasen – gut verpackt in einem Planen-LKW.
Als der Fahrer die Hebebühne herunter lässt, sind wir erstmal überrascht und erleichtert zugleich. Wir hatten immer die Meinung, Rollrasen sei eine riesige Rolle ähnlich eines Strohballens. Stattdessen erscheinen zwei Paletten mit jeweils vielen kleinen „Röllchen“. Sieht fast aus wie Gebäckstückchen ;-).
Die Paletten lassen wir im Hof auf einer vorbereiteten Folie abstellen. Dann bekommen wir vom Fahrer noch eine Einführung in die Verarbeitung und Pflege, werden sogar für unsere Vorbereitungen gelobt (Stolz) und der LKW braust schließlich wieder ab.

Lieferung Rollrasen

Lieferung Rollrasen

100 qm Rasen

100 qm Rasen

Und los geht’s. Diese unscheinbaren kleinen Rollen haben doch ein nicht zu unterschätzendes Gewicht, v.a. wenn sie noch feucht sind. Um nicht jede Rolle einzeln tragen zu müssen, transportieren wir sie im Schubkarren nach hinten zum Garten und rollen sie dort dann nacheinander aus. Wichtig ist dabei, dass immer in die gleiche Richtung abgerollt wird, sonst bekommt man Farbunterschiede und der Rasen sieht aus wie ein gestreifter Fußballplatz ;-).
Die einzelnen Matten bzw. Streifen des Rasens müssen so genau aneinander gelegt werden, dass weder ein Spalt noch ein Falz an den Kanten entstehen. Während Andreas wieder die Rollen heranschleppen darf, übernehme ich diese Detailarbeit.
Auch sollten die Bahnen im Versatz gelegt werden, ähnlich Parkett, damit die Fugen nicht alle auf einer Linie sind.
Bei Kanten und Ecken wird die Rasenbahn einfach mit einem großen Küchenmesser zu recht geschnitten. Die Ähnlichkeit dieser Rasenbahnen mit einem Teppich ist echt verblüffend.
Und so verlegen wir Bahn für Bahn und können zusehen, wie unser Garten immer grüner wird :-).

Die erste Bahn

Die erste Bahn

Anpassen am Rand

Anpassen am Rand

Detailarbeit an den Fugen

Detailarbeit an den Fugen

Andreas schleppt heran...

Andreas schleppt heran…

... und die Rasenfläche wächst

… und die Rasenfläche wächst

Nach gut sechs Stunden ist es soweit: Wir stehen auf unserer fertigen Rasenfläche! Solange der Rasen nicht nass ist, kann er problemlos betreten werden. Er wird jetzt zum Schluß sogar nochmal mit der Walze abgerollt, damit er gut auf den Untergrund gedrückt wird.

Mähkante

Mähkante aus Blech

Nochmal Walzen

Nochmal Walzen

Nun heißt es nur noch Wässern. In den ersten zwei Wochen sollte der Rasen immer feucht gehalten werden, damit sich die Wurzeln ausbilden und im Boden verankern. Vor allem das erste Mal muss der Rasen richtig süffig nass sein. Nun kann an ihn nicht mehr betreten, da er durch die Nässe keine Festigkeit mehr hat und die Fußabdrücke richtige Dellen verursachen können.

In den ersten Tagen haben wir Glück, es regnet sowieso ständig. Die halbe Miete haben wir also schon. Jetzt müssen wir nur noch Acht geben, wenn der Sommer zurück kommt, dass wir nicht gleich Heu im Garten haben ;-).

Ordentlich Wässern

Ordentlich Wässern

Grüne Pracht vier Tage nach dem Verlegen

Grüne Pracht vier Tage nach dem Verlegen

 

Pflasterarbeiten

Die Frage, die uns die letzten Wochen beschäftigt:
Wie soll es mit dem Pflastern des Hauseingangs und der Stellplätze neben dem Haus weitergehen?
Zur Diskussion stehen „selbst Pflastern“ oder „Pflastern lassen“ und noch dieses Jahr oder erst nächstes Jahr und vorerst nur mit Schotter auffüllen.
Wir haben uns nun entschieden, es möglichst bald Pflastern zu lassen. Andreas sucht über my-hammer.de einen Pflasterer und findet einen Familienbetrieb aus Mannheim.
Es gibt zwei Vorgespräche vor Ort und ein schriftliches Angebot.

Über den Pflasterbetrieb bekommen wir auch eine Ansprechpartnerin bei einem Fachhandel für Steine, Benz-Baustoffe, in Sinsheim. Die gute Frau berät uns ausführlich, freundlich und kompetent – und das, obwohl wir sogar unangemeldet an einem Samstag (wo eh immer Hochbetrieb ist) vorbei schneien. Das ist wohl nicht unbedingt immer der Fall, wenn man als Privatperson ohne „Empfehlung“ kommt, da dieser Laden eher auf Firmenkunden ausgerichtet ist. Es werden uns schöne Steine in verschiedenen Preisklassen gezeigt.
Trotzdem schauen wir uns auch in anderen (Bau-)Märkten nach Pflastersteinen um, landen aber letztendlich doch wieder in Sinsheim und entscheiden uns für die Steine von Kronimus, Modell K4-Antik, mit zwei verschiedenen Steingrößen, Verlegung in wildem Verband.

Durch Vorgabe der GRZ (Grundflächenzahl) im Bebauungsplan können wir die geplante Pflaster-Fläche nicht „versiegeln“, sondern müssen gewährleisten, dass das Regenwasser durch oder zwischen den Steinen versickern kann. Das erreicht man entweder durch sehr große Zwischenräume zwischen den Pflastersteinen oder durch sog. Öko-Pflaster wie das K4, welches Wasser ähnlich einem Schwamm aufnimmt und nach unten abgibt. Ein solches Öko-Pflaster soll mindestens 30 L Wasser aufnehmen können, ohne dass es abfließt. Na, wir werden sehen ;-).

Zwei Tage vor Beginn der Pflasterarbeiten müssen wir noch schnell eine Bitumen-Dickbeschichtung an der Hauswand anbringen, die das Mauerwerk vor Feuchhtigkeit schützt. Sie muss eigentlich nur auf Mauersteine und Beton, nicht auf die Isolierung des Betons aufgebracht werden, aber sicherheitshalber streichen wir alles ringsum damit zu.
Dabei ist genau darauf zu achten, dass die Beschichtung so hoch aufgetragen wird, wie später das Pflaster reichen wird, aber keinesfalls höher! Denn über Bitumen kann man keinen Außenputz anbringen, der hält einfach nicht darauf (ebenso wie jede andere Farbe auch nicht hält) und dann hätte man einen hässlichen schwarzen Rand überm Boden.
Wir besorgen uns einen Eimer fertige Bitumen-Dickbeschichtung im Baumarkt, die man nur noch umrühren muss und werkeln mit der Kelle los.

Fertige Bitumen-Dickbeschichtung im Eimer

Fertige Bitumen-Dickbeschichtung im Eimer

Auftragen Bitumen-Dickbeschichtung

Auftragen Bitumen-Dickbeschichtung

Und dann rücken auch schon die Pflasterer an.
Am ersten Tag wird Schotter aufgefüllt und mit der Rüttelmaschine verdichtet. Zuerst gibt es eine Schicht Recycling-Schotter, darauf folgt eine dünnere Schicht Split. Die Deckel von Zisterne und Kontrollschacht werden nicht zugeschüttet.
Am Straßenrand lagern derweil schon die Pflastersteine.

Split und Steine

Split und Steine

Schotter und Split

Schotter und Split

Danach werden nun die Pflastersteine gesetzt – zunächst nur mal so hingelegt, um das Muster und die Lage der Steine zu bestimmen. Deutlich zu erkennen ist aber schon das spätere Gefälle vom Haus weg. Und der Ausschnitt fürs Blumenbeet.
Manche Steine am Rand müssen geschnitten werden, was zusätzliche Arbeit und Kosten bedeutet.

Für die Stützpfosten des späteren Carports werden 60 cm tiefe Löcher mit einem Ausmaß von 40x40cm gegraben, in die unten das Betonfundament eingefüllt wird. Darüber wird das Loch später wieder mit Schotter aufgefüllt und die Steine darauf gesetzt.
Einen Carport haben wir zwar noch nicht ausgesucht, wollen aber vielleicht sowieso „Marke Eigenbau“ machen, wobei wir bei der Stellung der Pfosten flexibel wären…

Carport Fundament

Carport Fundament

Da die Lichtschächte der Kellerfenster aktuell tiefer enden als das Pflaster später hoch sein wird, benötigen wir hierfür Aufsätze. Bei Lichtschächten aus Kunststoff bietet (fast) jeder Hersteller auch die passenden Aufsätze an. Diese werden einfach als Erweiterung auf den Lichtschacht aufgesetzt und das Gitter wieder obendrauf montiert. Natürlich braucht man nun eine längere Kette oder Metallband zur Befestigung. Alternativ kann man auch das bisherige kurze Band einfach etwas höher in der Wand des Lichtschachtes verschrauben.

Zum Kellerausgang hin fangen unsere Sandsteinquader den Schotter ab. Die Sandsteine werden mit Mörtel auf der Betonmauer des Kellerausgangs festgeklebt. Der letzte Sandstein muss dazu geschnitten werden. Leider setzt ihn der Pflasterer falsch herum, so dass der Stein etwas zu niedrig ist. Aber egal, das wirkt dann halt „natürlich“ ;-).

Sandsteinbegrenzung

Sandsteinbegrenzung

Beim Zisternendeckel und Kontrollschacht werden zwei Betonringe zur Erhöhung einfach aufgelegt, ohne sie zu befestigen. Das ist wohl üblich und hält auch sol

Betonringe zur Erhöhung des Deckels

Betonringe zur Erhöhung des Deckels

Der Deckel der Zisterne bleibt frei von Pflastersteinen und wir werden später selbst eine Abdeckung aus Holz konstruieren. Der Kontrollschacht für die Hausanschlüsse wird überpflastert. Bei Bedarf muss man dann diese Steine per Hand wieder entfernen, um an den Deckel zu gelangen. Hoffen wir mal, dass das nicht allzu oft passieren wird…
Die Carport-Fundamente werden ebenfalls zunächst mit Steinen überdeckt, die später jedoch noch einbetoniert werden.

Deckel Zisterne wird nicht überpflastert

Deckel Zisterne wird nicht überpflastert

Auch für die Terrasse wird schon mal auf unseren Wunsch hin Recycling-Schotter aufgefüllt und verdichtet. Jetzt können wir immerhin schon mal draußen sitzen, ohne gleich im Lehm-Bebbels zu stehen… Die Terrasse selbst werden wir aber erst später in Angriff nehmen, voraussichtlich auch in Eigenarbeit.

Schotter für Terrasse

Schotter für Terrasse

Das Pflaster ist momentan noch gut einen Zentimeter höher als der Hauseingang. Wir bekommen schon einen Schrecken, aber der Pflasterer versichert uns, dass das noch tiefer wird nach dem Rütteln. Außerdem haben wir Bedenken, da man bei den Stellplätzen schon mit bloßem Auge erkennen kann, dass das Gefälle nach hinten geht anstatt nach vorne Richtung Straße. Aber auch das soll noch ausgeglichen werden.

Pflastersteine an Haustüre sind noch zu hoch

Pflastersteine an Haustüre sind noch zu hoch

Am Abend besprechen wir dann noch, in welcher Form die Basaltsteinquader zur Haustüre hin verlegt werden sollen. Wir stellen uns da so eine kleine geschwungene Linie vor und legen sie mit einem Seil aus.

Aus dem Pflaster werden dann am nächsten Tag die Bahnen für die Basaltsteine ausgeschnitten und die Basaltsteine wenn nötig zugeschnitten – was wiederum viel Extra-Arbeit ist und dem Senior auch noch eine Schnittwunde in der Hand einbringt. Glücklicherweise ist aber nichts Ernstes passiert.

Ausschnitt für Basaltsteine

Ausschnitt für Basaltsteine

Die Basaltsteine selbst werden dann leicht einbetoniert.
Ebenso werden die Pflastersteine über dem Carport-Fundament einbetoniert. Dazu werden sie zunächst nochmal aus dem gelegten Gefüge heraus genommen. Weil das mit der Hand gar nicht so einfach (um nicht zu sagen fast unmöglich) ist, wird dies mit einer speziellen Zange gemacht. Dann wird auf den Schotter eine Schicht Beton aufgebracht und die Steine in den Beton gelegt und mit dem Hammer gut eingepresst. Nun können wir später die Stützen für das Carport einfach auf diese Steine aufsetzen bzw. mit einem großen Bohrer die Pflastersteine durchbohren und im darunterliegenden Beton verankern.

Steine über Fundament entfernen

Steine über Fundament entfernen

Steine über Fundament einbetonieren

Steine über Fundament einbetonieren

Danach wird mit einer Rüttelmaschine alles festgerüttelt und verdichtet. Jetzt sacken die Steine tatsächlich nochmal ab. Bei der Haustüre liegen sie nun (mit Nachhilfe von Hammer und Muskelkraft) bündig mit der unteren Türschwelle an. Das sollte laut unserem Pflasterer reichen, ohne dass uns Wasser in die Wohnung eindringt.

Abrütteln zum Verdichten

Abrütteln zum Verdichten

Zuletzt kommt Split auf das Pflaster. Der Split wird zuerst mit dem Besen in die Fugen eingekehrt. Danach wird das Pflaster mit dem Schlauch abgespritzt, wodurch einerseits die Steine sauber gewaschen werden und gleichzeitig der Split sich in den Fugen verfestigt. Nach dieser „Wäsche“ wirkt das Pflaster deutlich farbintensiver.

Split einkehren

Split einkehren

Abspritzen

Abspritzen

Und dann ist es fertig, das Pflaster.

Pflaster Kronimus K4-Antik

Pflaster Kronimus K4-Antik

Pflaster Kronimus K4 Antik

Pflaster Kronimus K4 Antik

Wir sind wirklich froh, die Pflasterarbeiten doch jetzt gleich erledigt zu haben, auch wenn wir wiedermal eines unserer do-it-yourself Vorhaben doch nicht selbst umgesetzt haben. Es ist deutlich angenehmer und unkomplizierter, wenn man vor die Haustüre tritt – ganz besonders bei Regenwetter ;-).

Von Steinen und Menschen

An unser Grundstück grenzen die Parkplätze der Häuserreihen von der anderen Straßenseite. Und was bisher nur Brachland nebenan war, nimmt jetzt Formen an: die Pflasterarbeiten haben begonnen. Wenn alles fertig ist, werden hier Carports stehen.

Zuerst freuen wir uns, dass diese „Schmutzquelle“ nun auch in Angriff genommen wird. Als allerdings der Bagger beginnt, den Rand unseres Gartens abzugraben, finden wir das gar nicht mehr so lustig.

Der Garten wird abgegraben

Der Garten wird abgegraben

Ein Gespräch mit dem Baggerfahrer klärt: Für die Parkplätze werden Rabatte (Randsteine) gesetzt, welche im Boden einbetoniert werden. Hierfür wird etwas Platz benötigt, um Arbeiten zu können. Um Problemen vorzubeugen, wird aber nicht der Randstein direkt auf die Grenze gesetzt, wodurch der Beton unterirdisch auf unser Grundstück ragen würde (wogegen wir Einspruch erheben könnten), sondern die Randsteine werden etwas zurückversetzt einbetoniert und bis zur Grundstücksgrenze dann nochmal eine Pflasterreihe gelegt.
Theoretisch ist das Abgraben unseres Gartens also nur vorübergehend als Arbeitsraum zu sehen und könnte danach wieder auf unserer Seite verfüllt werden. Könnte. Theoretisch.

Schnell stellt sich aber heraus, dass die „Geländesituation“ für uns etwas ungünstig ist. Denn während unser Grundstück in der gesamten Länge auf Straßenhöhe angehoben ist, fallen die Parkplätze von Straßenniveau vorne auf Grünstreifenniveau hinten ca. 1 Meter ab. D.h. unser Garten liegt höher als die Parkplätze – was wiederum bedeutet, dass wir uns etwas einfallen lassen müssen, damit keine Erde und kein Regenwasser von unserem Garten auf die Parkplätze gelangen kann. Da wären wir wieder bei Abstützen durch L-Steine, Schalsteine, Pflanzsteine usw. oder einfach bei einem „Graben“ zum Abstandhalten. Dabei allerdings verlieren wir natürlich auch Platz auf unserem Grundstück.

Eigentlich wollen wir uns jetzt noch gar nicht mit diesem Thema beschäftigen und erstmal den „Graben“ lassen, aber die Arbeiter der Baufirma sprechen uns mehrfach darauf an. Sie schlagen uns vor, wenn sie jetzt sowieso schon dabei sind, unseren Garten zum Einzubetonieren ihrer Randsteine abzugraben, auch gleich eine Stütze für unser Grundstück mit zu machen. Dann müssen wir später nicht nochmal aufgraben und das Material selbst besorgen usw.
Nach einigen Absprachen und Diskussionen nehmen wir das Angebot an.

Die Die Parkplätze nebenan werden errichtet

Die Parkplätze nebenan werden errichtet

Der Plan sieht vor, am hinteren Ende L-Steine zu verwenden (40 cm hoch mit 25 cm Fuß, die kleinsten die es gibt) und nach vorne hin, wo die Höhendifferenz immer weniger wird, dann 30er und 25er Randsteine zu nehmen. Randsteine sind billiger als L-Steine und man muss die Erde nicht so tief aufgraben.
Zu beachten ist allerdings, dass unsere selbstgebaute Sandsteinmauer am hinteren Ende des Grundstückes ca. 15cm tiefer liegt als die Straße. Das war uns gar nicht bewusst, aber die tollen Messgeräte der Bauleute tragen das ans Licht…. Würde man unsere Randsteine nun genau waagrecht von der Straße nach hinten führen, so würden sie am Ende über die Sandsteinmauer überstehen. Das möchten wir nicht, also sollen die Randsteine mit leichtem Gefälle verlegt werden.

Gleich am nächsten Tag geht es los. Ich habe mir frei genommen und telefoniere in der Weltgeschichte herum, um Baustoffhändler oder Baumärkte mit vorrätigen passenden Steinen zu finden. Als ich fündig geworden bin, fahre ich zusammen mit einem der Bauarbeiter in seinem LKW zum nahegelegenen Händler und kaufe die L- und Randsteine. Gabelstaplerfahrer holen die Ware aus dem Lager und laden Sie auf den LKW auf. Gewissenhaft wird alles verzurrt und befestigt, auch wenn die paar Steine auf der Ladefläche des LKW fast verloren aussehen. Wir fahren zurück und laden mit dem Bagger ab.
Wie einfach und unkompliziert das doch geht! Hätten wir uns selbst darum gekümmert, wäre das wieder eine größere (und teurere) Sache geworden…

Abladen Steine

Abladen Steine

Innerhalb eines Tages errichten uns zwei Arbeiter, nennen wir sie Sahin und Mijo, sowie ein Lehrling die gesamte Grundstücksbegrenzung.
Zunächst wird abgemessen und mit einer Schnur die Höhe und Lage abgesteckt. Für das Fundamten ausgraben muss man nicht mehr, das ist ja schon alles freigelegt. Recycling-Schotter wird als Fundament in ca. 80 cm Tiefe eingefüllt und verdichtet.

Verdichten Schotter

Verdichten Schotter

Dann wird spezieller Randstein-Beton (der ist sehr grob und trocken mit großen Kieselsteinen) hinein gekippt und die Steine eingesetzt.

Beton einfüllen

Beton einfüllen

Steine setzen

Steine setzen

Hinter den Steinen wird noch eine Noppenbahn verlegt, damit sich kein Wasser und Dreck durch die Schlitze drücken und so die Parkplätze nicht beschmutzen können.

Noppenbahn

Noppenbahn

Zuletzt füllen die Jungs sogar wieder Erde auf.

Fertig.

Gartenbegrenzung

Gartenbegrenzung

Während dieses Tages kamen wir ins Gespräch miteinander und haben viel voneinander erfahren (Anm: alle Namen sind geändert).

Da ist Sahin. Mit ihm bin ich im LKW gefahren. Er ist Mitte Fünfzig, grauhaarig, gutmütiger Gesichtsausdruck, ruhiges Wesen. Sehr gewissenhaft. Sahin ist Kurde. Er kam als Gastarbeiter und ist geblieben.
Sahin arbeitet seit langer Zeit bei dieser Gartenbau-Firma, die ihren Sitz in der Nähe von Stuttgart hat. Er arbeitet in einem festen Team zusammen mit Mijo und einem wöchentlich wechselnden Lehrling. Über mehrere Wochen arbeiten sie gemeinsam an einem Bauprojekt fern von Stuttgart und damit fern von der Familie. Von Montag bis Freitag wohnen sie dann in einer kleinen Pension in der Nähe der Baustellen. In dieser Zeit arbeiten sie viel, im Sommer von Sonnenaufgang und oft bis spät in den Abend hinein. Wenn es im Baugebiet schon leer geworden ist und die ansässigen Firmen Feierabend haben, trifft man sie immer noch an. Was soll man sonst auch anderes tun? Ab und zu geht Sahin abends noch in den nah gelegenen Wald spazieren. Er genießt die Ruhe und Einsamkeit dort. Gibt es mal einen Feiertag in der Woche, wird zum Ausgleich auch Samstag gearbeitet.
Wenn das Projekt fertiggestellt ist, folgen Arbeiten im Raum Stuttgart, um für einige Zeit wieder mit der Familie sein zu können. Danach geht es wieder raus „in die Welt“.
Mit Mijo versteht sich Sahin ganz gut. Gute Kollegen zu haben ist für eine zufriedene Arbeit wichtig, meint er. Er mag seinen Job, auch wenn er körperlich anstrengend ist. Aber er ist gerne draußen an der Luft und wollte nicht still in einem Büro sitzen müssen.

Mijo trinkt gerne und manchmal zu viel. Er hat auch seit über zwei Jahren keinen Führerschein mehr, weil er betrunken beim Autofahren erwischt wurde. Baggerfahren auf der Baustelle darf er noch, aber nicht im Straßenverkehr. Die Fahrten mit dem LKW übernimmt daher alle Sahin. Sahin deckt Mijo. Er würde ja nirgends anders mehr einen Job bekommen, sagt er.
Mijo ist ein junger, ungestümer Mann in den Dreißigern. Kinnlange, schwarze Haare, die ihm wild im Gesicht hängen. Braungebrannte Haut, Kettenraucher. Lebhaft, manchmal freundschaftlich aufbrausend, aber immer mit einem verschmitzten Lächeln. Er spricht schnell und schnuddelig  mit schwäbischem Dialekt.
Zusammen mit seinem Zwillingsbruder ist er im Alter von 15 Jahren von Zuhause aus dem damaligen Jugoslawien geflohen, da sie zum Militärdienst einberufen wurden – von der Gesinnung her aber Pazifisten sind. Alleine haben sich die beiden durch Europa geschlagen, bis der Bruder in der Schweiz landete und Mijo selbst in Deutschland. Heute haben sie keinerlei Kontakt mehr.
Mijo erzählt, als wir zusammen im Bauwagen sitzen, dass er in Jugoslawien in der Schule immer so gut war. Dass er gern gelernt hat. Aber in Deutschland musste er Geld verdienen und hat auf dem Bau angefangen. Frau kennengelernt, Kind bekommen, Familie gegründet. Dann war an Schule, Ausbildung oder gar Studium erst recht nicht mehr zu denken. Mittlerweile hat er drei Kinder, die älteste ist gerade 18, der jüngste 8 Jahre. „Ich habe früh angefangen“ sagt er – und da ist es wieder, dieses spitzbübische Lächeln.
Mijo rackert sich ab mit dem einen Ziel, seinen Kindern einen besseren Start ins eigenständige Leben zu ermöglichen, als er ihn hatte. Dieses Ziel hält ihn über Wasser. Ob er glücklich ist? Er darf nicht undankbar sein…

Jeder Mensch hat seine Hoffnungen und Träume, seine Stärken und Fehler. Und seine ganz eigene Lebensgeschichte.
Die Randsteine an unserem Grundstück werden uns immer wieder von der Geschichte dieser beiden Menschen erzählen.

 

Umzug und Drumrum

Die zweite Woche nach Tag X.
Eigentlich dachte ich, dass es über einen Umzug nicht allzu viel zu berichten gibt und schon gar nicht, dass das andere Leute interessieren könnte… Da aber immer wieder Nachfragen kommen, hier ein kurzer Zwischenbericht von der Umzugsfront.

Wir hatten ja eine Woche Urlaub, die aber absolut nicht ausgereicht hat, um wirklich den Umzug abzuschließen. Zuerst haben wir ein paar Tage lang mit den Autos viele Kisten zum Haus gefahren, ausgeladen und gestapelt, teilweise auch schon Schränke dort ab- und hier wieder aufgebaut.

Schränke aufbauen

Schränke aufbauen

Freitags haben wir dann einen Planen-LKW gemietet, um die großen und schweren Stücke zu transportieren. Dummerweise war es das Pfingst-Wochenende und fast alle Freunde in (Kurz-)Urlaub. So konnten wir nur wenige Helfer auftreiben. Aber wir dachten, für die paar Sachen, auch wenn sie schwer und sperrig sind, sollte das reichen…. Und so ging es Freitag Morgen um 8:00 Uhr los. Es war ein herrlicher sonniger Tag mit 28°C.

Umzugs-LKW

Umzugs-LKW

In der Wohnung alles abbauen…

Abbauen

Abbauen

… aus dem vierten Stock runterschleppen…

Schleppen Kühlschrank

Schleppen Kühlschrank

Schleppen Schrank

Schleppen Schrank

… und in den LKW einladen.
Auch unser privater botanischer Garten kam mit.

große Pflanzen für LKW

große Pflanzen für LKW

Daneben haben wir dann noch kleinere Pflanzen im „Bus“ eines Freundes transportiert. Wir wussten gar nicht, dass wir doch so viel Grünzeug haben ;-).

kleine Pflanzen im PKW

kleine Pflanzen im PKW

Und da wir schon mal dabei waren und der LKW doch sooo groß war, wurde neben den ursprünglich geplanten Stücken noch alles Mögliche mit in den LKW gerümpelt. Dies noch und das noch und jenes auch gleich noch, muss sich schließlich lohnen. Aus „ein paar großen Stücken“ wurde schließlich fast die gesamte Wohnungs-Einrichtung. Und so unglaublich das für uns am Anfang auch klang – der LKW war am Ende gerammelt voll…

voller LKW

voller LKW

Und los ging der Transport im Konvoi.

los gehts

los gehts

Am Haus angekommen, dann wieder Ausladen und Schleppen…

LKW Aus- und Haus Einräumen

LKW Aus- und Haus Einräumen

Waschmaschine schleppen

Waschmaschine schleppen

Und seither ist „Ordnung schaffen“ angesagt.
Im Haus wimmelt es immer noch von Kisten, die Küche ist noch nicht aufgebaut (die Arbeitsplatte wird erst in zwei Wochen geliefert), die Klamotten großteils noch verpackt und auch in den meisten Zimmern steht fast noch nichts dort, wo es mal bleiben soll… Als erstes war das Schlafzimmer fertig – wobei dies auch nur aus Bett und Spiegel besteht ;-).

provisorische Küche

provisorische Küche

Und mittlerweile haben wir im Bad die Waschtischplatte und die Waschbecken in Eigenarbeit montiert, sowie die Holz-Abdeckung auf der Vormauerungen angebracht.
Pünktlich zum Umzug war auch die Dusche gekommen. Wir hatten sie bei einem kleinen Drei-Mann-Betrieb bestellt, mit dem wir auf dem Maimarkt in Mannheim in Kontakt kamen. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, top Qualität und gute Arbeit!
Somit ist das Bad neben dem Schlafzimmer aktuell der zweite Raum, der „fertig“ und wohnlich ist.

Duscheneinbau

Duscheneinbau

Abdeckung Vormauerung

Abdeckung Vormauerung

fertiges Bad

fertiges Bad

Die großen Pflanzen sind erstmal draußen zwischen gelagert, bis wir wissen, wohin damit und auch etwas mehr Platz für sie ist. Zum Glück ist ja Sommer. Nur leider war es für viele Pflanzen etwas zu viel Sommer – als verhätschelte Zimmerpflanzen waren sie die Sonne nicht gewohnt und bei einigen sind die Blätter bereits am ersten Tag regelrecht verbrannt. Auch den LKW-Transport haben zwei der guten Stücke nicht heil überstanden, große Äste sind dabei abgebrochen. Wirklich schade.

Pflanzen zwischengelagert

Pflanzen zwischengelagert

Eine absolut hilfreiche Neuerung war, als die Mülltonnen geliefert wurden. Endlich müssen wir nicht mehr den Müll irgendwo anders „entsorgen“ 😉 (in öffentlichen Tonnen, beim Nachbarn, in den Tonnen von der alten Wohnung…).

Aber trotz der teils noch herrschenden Ungemütlichkeit und den anstehenden Arbeiten lassen wir uns die Laune (meist) nicht verderben und nutzen die schönen Sommerabende, um gleich mal den Garten beim Grillen einzuweihen und mit Erdbeerbowle auf der Dachterrasse den Sonnenuntergang zu genießen.

Grillen im Garten

Grillen im Garten

Auch ja, und dann ist jetzt ja auch Fußball-WM und unser Haus ist mit Sicherheit ein Hingucker in dem noch eher unbelebten Neubaugebiet ;-).

Fahnen zur Fußball-WM

Fahnen zur Fußball-WM

Der Umzug steht an

Es ist soweit. Wir haben eine Woche Urlaub und werden in dieser Zeit umziehen.

Da das neue Haus ja nur wenige Kilometer von unserer jetzigen Wohnung entfernt liegt, schaffen wir alles, was irgendwie in unsere Autos passt, nach und nach von hier nach dort. Und in einen Golf II passt erstaunlich viel rein!!
Die Gelegenheit wollen wir auch nutzen, gleich mal ein bischen auszumisten und uns von dem ein oder anderen Gegenstand zu  erleichtern, vor allem bei den Sachen im Keller ;-). Das raubt aber natürlich auch Zeit…
Die Küche nehmen wir mit und bauen sie im Haus wieder auf. Auch die restlichen Möbel ziehen größtenteils alle mit um.
Gegen Ende der Woche wollen wir dann einen Kleintransporter mieten und ein paar große oder schwere Stücke zusammen mit Freunden verladen.
Soweit der Plan, man schaun, wie’s klappt.
Mit dem Putzen sind wir auch längst noch nicht fertig, das wird dann nebenbei oder hinterher erledigt… (Naja, bei den vielen Fenster dauert so eine Grundreinigung schon ihre Zeit 😉 ).

Umzug

Umzug – vollgeladenes Auto

Umzug- die Regale füllen sich

Umzug- die Regale füllen sich

Als kleine Vorschau:

Nach dem Umzug stehen noch ein paar Eigenarbeiten „rund ums Haus“ und auch im Haus an, dann Anfang Juli das Pflastern von Eingangsbereich und Stellplätzen. Der Außenputz kommt im August drauf. Irgendwann wollen wir dann auch noch ein Carport bauen.

Außerdem werden wir auch eine Auflistung der beteiligten Firmen vornehmen und diese teilweise bewerten.
Nach einiger Zeit melde ich mich auch nochmal, um zu berichten, wie sich alles so entwickelt hat und ob/welche Überraschungen es noch gab.

Ihr seht, ganz am Ende ist der Blog trotz Umzug noch nicht – also, schaut doch ab und zu mal wieder rein, vielleicht gibt’s dann schon was Neues!

Zielgerade

Wir sind nicht mehr in der letzten Runde, sonden schon auf der Zielgeraden. Die vorerst letzten Restarbeiten wurden vergangenen Monat erledigt:

Die Malerarbeiten sind nun ganz abgeschlossen. Nachdem wir uns ja im OG  selbst in der Malerei versucht und dabei unerwartet viel Aufwand gehabt hatten, hat uns beim Rest ein fachkundiger Freund geholfen. Wir staunen und sind blass vor Neid. Das Ergebnis sieht wirklich fantastisch gut aus! Vielen Dank Manuel!!

Malerarbeiten

Malerarbeiten

Die Innentüren sind eingebaut und mittlerweile auch durch uns die Türklinken montiert  (die hatten wir selbst besorgt). Da wir viel Parkettboden haben, haben wir uns für neutrale, weiße (Kunststoff-) Türen entschieden. Als kleine Besonderheit schimmert uns in der Türe zwischen Wohnzimmer und Flurbereich der Glaseinsatz mit „Kathedralglas“ entgegen, das vielfach im Jugendstil verwendet wurde.

Kathedralglas in Türe

Kathedralglas in Türe

Nach den Innentüren werden die restlichen, an die Türen grenzenden Sockelfließen und Parkett-Sockelleisten gelegt und in Küche und Bad alle Silikonfugen gezogen (z.B. auch die Fuge rund ums Klo – war Euch die schon mal bewusst aufgefallen??).
Leider hat der Fließenleger im Keller beim Montieren der Sockelfließen die bereits gestrichenen Wände so verschmiert, dass wir nochmal nachstreichen müssen. Weil wir aber die selbst gemischten Farben nicht mehr haben, gibt es jetzt einen hübschen, farbigen Rand.

bunter Krickelstreifen statt Kleberreste

bunter Krickelstreifen statt Kleberreste

Die bisher noch fehlenden französischen Balkone sind gefertigt und schmücken nun die Außenfassade des Hauses. Auch die Balkongeländer mit Milchglas machen sich richtig gut. Hier ein Lob an unseren Metallbauer, der wirklich gute Ideen entwickelt, unsere Vorstellungen umgesetzt und uns schöne Geländer gebaut hat.

Balkongeländer Milchglas

Balkongeländer Milchglas

französiche Balkone

französiche Balkone

Die Elektroarbeiten sind ebenfalls abgeschlossen. Leider gibt es hier für mich ein nicht ganz so erfreuliches Ergebnis: Als ich zum ersten Mal die Deckenspots (LED-Leuchten) sehe, traue ich meinen Augen nicht und bin der festen Überzeugung, dass hier noch eine Abdeckung fehlt. Denn zwischen dem äußeren Lampen-Rand und den inneren Leuchtmitteln ist ein Spaltenring, mit dünnen Speichen überbrückt und mit seitlich sichtbaren Klammern zum Herausnehmen der Leuchtmittel. Das kann ja wohl nicht sein! Sieht ja aus wie die Alufelgen eines Sportwagens!!
Leider erweist sich meine Vermutung der fehlenden Abdeckung als Trugschluss. Die Lampen sehen wirklich fertig so aus!! Ich ärgere mich tierisch über mich selbst – wieso ist mir das nicht aufgefallen, als ich die Spots zur Ansicht in Händen hielt?? Ich war wohl so fixiert auf das Thema „Chrom oder Edelstahl“, dass ich auf die Form als solche gar keine Acht mehr hatte… Naja, wenigstens Andreas gefällt es – eben mal was anderes.

Decken-Spots

Decken-Spots

Ein bischen ärgerlich (also eigentlich sehr ärgerlich) ist, dass einige der Lichtschalter,  Steckdosen und Heizungsregler nicht wie üblich knapp neben den Zimmertüren sind, sondern ein ganzes Stück an der Wand nach innen versetzt liegen.  Dies liegt daran, dass aufgrund der Bauvorschriften für Erdbebengebiete (und im Rheingraben sind wir Erdbebenzone 1) viele Betonstützen in den Wänden verbaut sind und diese nicht durch Leitungen durchlöchert sein sollen…

ungünstige Schalterposition

ungünstige Schalterposition

Im HWR musste noch die Hebeanlage für das Abwasser richtig eingebaut und mit einem Abdichtring versehen werden. Der Abdichtring war dann zwar irgendwann drin, aber leider wurde das Verfüllen der Anlage im Boden so lieblos (um nicht zu sagen schludrig) vorgenommen, dass wir noch nacharbeiten müssen. Von der Baufirma wurden nur ganz am oberen Rand grobe Klumpen Estrich zwischen Anlage und Fußboden geschmiert, mit bis zu 20 cm tiefen Lücken. Noch dazu sitzt der Deckel fürchterlich schief und viel tiefer als die Fließen. Da lassen wir aber mal lieber die Finger von weg, um nicht im Inneren den Dichtring oder irgendwas anderes zu verschieben. Die Füllung drum herum sollte jedoch anständig sein.  Aber wo sollen wir Estrich hernehmen ohne gleich einen riesigen Sack kaufen und anmischen zu müssen?? Glücklicherweise ist eine Baufirma in der gleichen Straße einige Häuserblocks weiter gerade dabei, Estrich zu legen. Andreas marschiert los, fragt mal höflich an, ob er einen Eimer Estrich haben könnte und bekommt in gebrochenem Deutsch zu hören „Du können haben auch zwei oder drei“. Sehr nett, aber einer genügt uns völlig ;-). Also flugs einen Eimer geholt, Estrich abgefüllt und wir können unsere „Korrekturarbeiten“ durchführen.

Hebeanlage pfuschig

Hebeanlage pfuschig

Estrich von der Nachbarbaustelle

Estrich von der Nachbarbaustelle

Hebeanlage nachgebessert

Hebeanlage nachgebessert

Und endlich kann auch der Fliesenleger im Keller seine Arbeit vollenden. Der Deckel sieht zwar wirklich arg schepp aus, aber was soll’s, ist ja nur der Keller.

Fließen und schiefer Deckel

Fließen und schiefer Deckel

Im EG häufen sich noch immer kunterbunt die Müllsäcke. Andreas macht sich an die Arbeit und sortiert an einem Samstagmorgen alle Säcke aus und um. Der Restmüll kommt in die Tonne und zehn „gelbe Säcke“ warten darauf, bei der nächsten Sammlung abgeholt zu werden. Da wir beim Haus noch keine Tonnen und auch keine Müllabfuhr haben, stapeln sich die Säcke bis zur Abholung in der Wohnung.

Auch wird es jetzt Zeit, den restlichen Baustaub und –dreck aufzuwischen und bei den Fenstern für klare Sicht zu sorgen. Also wird am Wochenende eine Großputz-Aktion ins Leben gerufen, bei der auch die Eltern mithelfen. Zum ersten Mal sehen wir die Böden ohne trüber Staubschicht. Auch die Treppe präsentiert sich zum Ersten Mal ganz unverhüllt, lediglich ein Pappkarten als Trittschutz liegt noch auf den Stufen.

Treppe "ausgepackt"

Treppe „ausgepackt“

Putzen

Putzen

Wir selbst beginnen, die Kellerräume her- und einzurichten. Zuerst den Fußboden mit Betonfarbe streichen, dann die ersten Regale aufbauen und einräumen. Natürlich beginnen wir mit dem Wichtigsten: unseren Vorräten an Marmelade, Säften und eingekochtem Obst. Verhungern tun wir schon mal nicht mehr so schnell…

die ersten Vorräte...

die ersten Vorräte…

Der Umzug nächste Woche kann beginnen.

geerdet

Nachdem der große Bagger von der Baufirma die Berge an Erdaushub verteilt und wir anschließend das Grundstück noch per Hand ausgeglichen hatten (s. Artikel vom 23. März), ist es nun an der Zeit, den Garten noch etwas aufzufüllen, um zum einen auf die Höhe der Terrasse zu kommen und zum anderen anstelle des Lehmbodens brauchbare Pflanzerde zu haben.

Wir hören uns um, wo man gut „Muttererde“ kaufen kann, ohne ein Vermögen auszugeben. Und da wir selbst natürlich nicht in Besitz eines LKW sind, ja nicht mal ein Auto mit Anhängerkupplung haben, benötigen wir auch noch eine Transportmöglichkeit.
Ganz in der Nähe gibt es ein Unternehmen für Erd- und Fuhrarbeiten, da könnten wir günstig einen LKW bestellen.
Und für die Erde werden wir schließlich auf die Kompostanlage Weinheim aufmerksam. Ich fahre hin und lasse mich beraten. Gemeinsam mit einem Angestellten dort laufen wir über das Gelände und er erklärt mir die verschiedenen „Erden“ mit ihren Eigenschaften und Zusammensetzungen. Von Rasenerde über Blumenerde und Pflanzerde bis hin zu Fertig- und Frischkompost ist alles zu haben. Der Angestellte fragt mich, wofür wir die Erde verwenden möchten. Zum Auffüllen eines Gartens. Und was wollen wir pflanzen? Nun ja, was man halt so pflanzt im Garten: hauptsächlich Rasen, aber auch Blumen, Sträucher oder kleines Gemüse. Daraufhin wird mir wärmstens der Frischkompost empfohlen. Doch dieser enthält dem Anblick nach noch sehr viele, große Äste und Stöckchen. Ich stelle mir vor, wie das piekst, wenn man barfuß über den Rasen geht. Wäre dann nicht der feinere Fertigkompost auch möglich, der sieht „erdiger“ aus? Jaja, der ist genauso gut, kostet nur mehr, weil er feiner ist. Von den anderen Erden wird eher abgeraten, das sein nicht nötig.

Zu Hause bespreche ich das mit Andreas und wir entscheiden uns für den Fertigkompost. Leider verführt uns der Begriff „Fertig“-Kompost dazu, anzunehmen, wir hätten hier so etwas wie Muttererde. Außerdem wird uns das empfohlen. Der Fachmann muss es ja wissen…
Guten Muts bestellen wir fürs Wochenende dann gleich einen LKW bei dem Fuhrunternehmen, um 10 Kubikmeter Fertigkompost von der Anlage zu unserem Grundstück transportieren zu lassen.
Doch an diesem Wochenende regnet es. Und weil der LKW für die Zufahrt zum Garten ca. 15 Meter über unbefestigten Grund fahren muss, sagen wir den Termin ab und verschieben auf eine Woche später.
Die Woche drauf das gleiche Spiel. Es regnet. Also wieder verschieben.
Und Ihr ahnt es schon. Auch die dritte Woche wird nicht besser….
Endlich aber hat der Himmel ein Einsehen und die Aktion kann starten.

Samstag morgens um 8:30 Uhr fahren wir zur Kompostanlage, um wie vereinbart den LKW-Fahrer um 9:00 Uhr dort zu treffen. Kaum losgefahren, klingelt auch schon das Handy. Der LKW-Fahrer. Er steht schon an der Anlage und wartet ungeduldig auf uns…

Nochmal besprechen wir vor Ort kurz, wieviel und welche Erde wir benötigen. Derselbe Angestellte berät uns, der auch mich damals informiert hatte. Es bleibt beim Fertigkompost.
Mit einem kleinen Bagger mit spezieller Schaufel wird die Erde auf den LKW geladen.

In der Kompostierungsanlage

In der Kompostierungsanlage

Aufladen Erde

Aufladen Erde

Während Andreas zahlt, fahre ich im LKW mit, um den Weg zu weisen.  Der LKW-Fahrer ist ein sehr netter, redseliger Mann mit rheinländischem Dialekt.
Gleich bei meiner ersten Wegweisung erklärt mir der Fahrer fröhlich, dass er den Weg kenne, weil er bereits mehrfach dort gewesen sei – ganz am Anfang bei der Erschließung des Baugebietes (also vor 3 Jahren), was ich aber erst später erfahre. Zunächst erzählt er mir munter über „sein“ Unternehmen, dass er normalerweise nur Container fahre und dass sie auch Abriss-Arbeiten und überhaupt so ziemlich alles machen.
Dann klingelt sein Handy und am anderen Ende ist „Schmusi“, seine Anvertraute, die dringliche Fragen zu einem wichtigen Einkauf hat. Und prompt biegt der Koloss an LKW an der nächsten Kreuzung in die falsche Richtung ab, obwohl ich wild mit den Armen gestikuliere und die andere Richtung anzeige. Aber halb so schlimm. Auf der Straße gilt das Gesetz des Stärkeren und der LKW ist zweifelsohne stark. Kurzerhand den Rückwärtsgang einlegen und rückwärts wieder in die Ausfahrt rein, dann Lenkrad rum und in die andere Richtung wieder raus. Noch während Schmusi am Telefon erklärt wird, dass wir uns gerade fast verfahren hätten, nähert sich die nächste Kreuzung. Diesmal unterstütze ich meine Gesten verbal und signalisiere links abzubiegen. Da jetzt die volle Konzentration gefragt ist, wird das Telefon zur Seite gelegt. Nein nein, rechts wäre der richtige Weg. Überrascht und kurz irritiert bestätige schnell nochmal meine Aussage, links abzubiegen. Aber schon schwenkt das Gefährt rechts um die Kurve und ist auf der Auffahrt zur Bundesstraße – in falscher Richtung. Ach herrje, tatsächlich, lacht der Fahrer. Da haben wir uns schon wieder verfahren, jetzt erkennt er es auch…  Aber auch hier kein Grund zur Besorgnis. Die Straße ist breit genug, um über alle Spuren hinweg  eine Kurve in die andere Richtung zu drehen und wieder den richtigen Weg einzuschlagen.
Ab nun funktionieren meine Anweisungen und wir kommen fast zeitgleich mit Andreas am Grundstück an. Das Abkippen verläuft problemlos und da ist sie endlich, unsere „Erde“.

Abschütten Erde im Garten

Abschütten Erde im Garten

Kompostberg

Kompostberg

Nach den technischen PS kommen die biologischen MS (Menschen-Stärken): Zusammen mit Helfern verteilen wir den Kompost zunächst gleichmäßig über den Garten.

Verteilen Kompost

Verteilen Kompost

immer noch Verteilen

immer noch Verteilen

Als wir damit beginnen, mit Hacke und Rechen den Kompost etwas unter den Lehmboden zu mischen, ist im Schweiße des Angesichts schnell der Entschluss gefasst, eine kleine Maschine zu leihen. Da es schon vorgerückter Nachmittag ist, müssen wir uns aber beeilen. Schnell düsen wir zum Baumarkt und leihen eine Benzinbodenhacke.

Zu dritt versuchen wir, das Gerät ins Auto einzupacken. Aber leider ist es nicht nur sehr schwer, sondern auch so sperrig, dass es sich trotz aller Mühen nicht ganz im Kofferraum unseres Golfs verstauen lässt. Also sind wir pragmatisch, der Kofferraumdeckel bleibt offen und einer sitzt im Kofferraum mit drin und hält das Gerät fest. Funktioniert wunderbar ;-). So fahren wir dann auch in die Tankstelle ein und befüllen das Gerät gleich im Kofferraum für 1,41 € mit Benzin. Ich zahle bar und auf den Cent genau. Der Tankwart staunt nicht schlecht…

Nach etwas Zeitverlust aufgrund unserer „Einpack-Schwierigkeiten“ legt Andreas dann los, den Kompost unter zu mischen.
Da wir keine Einweisung erhalten haben und solch ein Gerät auch zum ersten Mal bedienen, müssen wir uns diverse Tricks und Kniffe erst „erarbeiten“ (z.B. dass und wie man das Vorderrad hochstellt und wo der Joke ist). Dann aber klappt es wunderbar. Welch Wonne, das nicht alles per Hand machen zu müssen! Nur ist die Kompostschicht teilweise so hoch, bis 25cm, dass das Gerät gar nicht bis zum eigentlichen Boden durch kommt. Das ist uns im Moment aber (fast) egal.

Benzinbodenhacke

Benzinbodenhacke

fertig - der Kompost ist verteilt

fertig – der Kompost ist verteilt

An diesem Abend wähnen wir uns schon kurz vor dem Einsäen des Rasens.
Bis Andreas seine Zweifel äußert, weil uns diese „Erde“ beim Verarbeiten doch mehr wie purer Kompost als wie fertige Erde vorkam… Wir beginnen wieder mal zu recherchieren. Und schnell wird klar, dass wir auf dieses Zeugs keinen Rasen direkt einsäen können! Auch der Fertigkompost im Grunde noch Kompost und eigentlich nur zum Aufbessern von Boden durch Mischen gedacht – in eher geringen Mengen.
Offenbar lag hier ein beidseitiges Missverständnis vor. Dem Angestellten von der Kompostanlage war anscheinend völlig klar, dass wir das nur untermischen wollen können, daher behauptete er, der Fertigkompost wäre geeignet. Ich hingegen habe nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht, dass wir diese „Erde“ direkt verwenden möchten. Oder was auch immer da passiert ist…

Jedenfalls stehen wir jetzt dumm da. Mit einer dicken Schicht puren Komposts im Garten, mit dem wir so nichts anfangen können.

Plan B: Wir engagieren einen Bauern, der uns den Kompost mit größeren Gerätschaften in den Lehmboden fräßen kann. Dann schütten wir nochmal eine dünne Schicht „richtige“ (und zum Ausgleich nährstoffarme) Rasenerde obendrüber. Diese ist schnell gefunden und bestellt, diesmal beim Erdenwerk Mannheim, die uns auch sehr kompetent und freundlich beraten haben.
Zum Fräßen des Komposts kommt uns der Zufall zu Hilfe. In jenen Tagen sieht Andreas zufällig am Abend einen Gärtner bei der Pflege der öffentlichen Grünanlagen im Baugebiet. Kurzerhand spricht er diesen an, ob er auch unser Grundstück bearbeiten könnte. Der Deal ist gemacht. Zwei Tage später fährt er mit dem Traktor über unseren Garten fräßt den Kompost unter.

Fräßen

Fräßen

Gut getimt. Am selben Nachmittag kommt der LKW vom Erdenwerk und kippt die Rasenerde ab. Nun ist wohl wieder Schippen angesagt. Mit mäßiger Motivation denken wir an die Schaufelei an den nächsten Abenden. Selbst so „Gartenbuddlern“ wie uns reicht es allmählich mit der Schipperei.
Aber dann kommt wieder ein glücklicher Zufall. Auf der Baustelle gegenüber ist eine Gartenfirma gerade dabei, die Terrassen der Häuser anzulegen. Entschlossen stapfe ich hinüber und frage nach, ob jemand bereit wäre, uns mit dem kleinen Bagger den Erdhaufen zu verteilen. Ein netter, älterer Mann kommt mit mir zu unserem Grundstück, schaut sich das an und schnell sind wir uns einig.
Minuten später rückt zu meiner Überraschung die ganze Bande von 3 Mann an, mit Bagger, Schaufeln und Wasserwaage und verteilt innerhalb einer halben Stunde die Erde, schnell, präzise, mit Gefälle. Wow! Andreas und ich strahlen wie die Honigbärchen über das Ergebnis.

Verteilen Rasenerde

Verteilen Rasenerde

Am  folgenden Wochenende wollen wir den Rase säen. Leider hat sich auf der Oberfläche mittlerweile eine harte Kruste gebildet, ähnlich der Salzkruste auf einem Salzsee. Hier kann man keinen Rasen säen…
Also mache ich mich daran, mit dem Rechen die Kruste aufzubrechen.

Dann endlich ist es soweit. Der Rasensamen wird verstreut.

Rasen säen

Rasen säen

Ob man den Samen nun walzen soll oder rechen oder weder-noch, scheint umstritten zu sein. Jeder hat uns was anderes gesagt – der Gärtner, der Bauer, die Gartenbaufirma und diverse Internet-Foren und –Ratgeber. Wir entscheiden uns fürs Walzen. Da wir aber keine Walze haben und die Baumärkte schon geschlossen sind, improvisieren wir mit einer Rolle aus Abdeck-Papier.

Walzen improvisiert

Walzen improvisiert

Jetzt heißt es Wässern und Warten. Auf dass die Hälmchen sprießen mögen !!

Unterrichtsstunde

Willkommen zur Lehrstunde „Die Sanitäranlage in meinem Haus“, ein zweistündiger Intensivkurs als Abendveranstaltung, bei dem Sie auch jede Menge Spaß beim Experimentieren haben werden….

So ungeführ kommen wir uns vor, als unser Heizungs- und Sanitärinstallateur als geduldiger „Meister“ sich bemüht, uns die Funktionsweise der Heizungs- und Hauswasseranlage zu erklären und unzählige Fragen zu beantworten. Und beim Anblick der ganzen Rohre, Hähne und Schalter ist das auch dringend nötig!

Ablauf und Inhalt der Unterweisung richten sich nach einem offiziellen Einweisungs- und Abnahmeprotokoll, das am Ende von beiden Seiten unterzeichnet wird (ob man auch durchfallen kann??). Es gibt zwei Protokolle, eines für die Heizungsanlage und eines für die Trinkwasseranlage. Das nennt sich zwar Trinkwasseranlage, gemeint ist aber das ganz normale Brauchwasser für Wasserhähne, Spülmaschine, Klo etc., das in Deutschland ja Trinkwasserqualität hat. Daher müssen die Systeme für Heizwasser und Brauchwasser auch immer strikt getrennt sein. Und neben diesen beiden Wassersystemen haben wir sogar noch ein drittes: die Regenwasseranlage mit Zisterne.

Wir beginnen damit, die Einstellungsmöglichkeiten der Fernwärmestation über die elektronische Regelung durchzusprechen und versuchen als praktisches Beispiel gleich, die Brauchwassertemperatur auf 50° C einzustellen.
Das Ganze sieht dann so aus, dass wir zu dritt mit großen, staunenden Augen, gepaart mit Ratlosigkeit im Gesicht und begleitet von leichtem Fluchen des „Meisters“ abwechselnd auf die Anzeige und in das Heftchen der Kurzanleitung starren. Durch wildes Drehen und Drücken des Einstellungsknopfes und mit immer neuen Ideen springen wir in der Menüführung hin und her und versuchen, irgendetwas erkennen zu können, was nach Einstellung der Brauchwassertemperatur aussieht. Wir haben selten so eine schlechte Menüführung gesehen wie bei diesem Modell der Firma Danfoss, absolut nicht intuitiv und dann auch noch ohne gescheite Anleitung. Selbst der Installateur, der bereits zwei der selben Geräte vor kurzem in Betrieb genommen hatte, tut sich ganz offensichtlich immer noch schwer damit… Es muss eben nicht alles besser werden, nur weil es „moderner“ ist. Als wir endlich an die richtige Stelle gekommen sind, lässt sich die Temperatur aber leider nicht höher als 40° einstellen?!? Was ist das nun wieder??
Letztendlich stellt sich heraus, dass ein Ferien-Frostschutz-Programm für Heiz- und Brauchwasser eingestellt ist, welches wir erst ausschalten müssen, um dann auf ein Wochenprogramm umstellen zu können, für welches die Temperatur vorgeben werden kann.
Lektion 1 geschafft.

Danach bekommen wir das Innenleben der Fernwärmestation grob erklärt und dann die Leitungen, welche sich durch den halben Raum schlängeln und in Station, Kessel (Warmwasserbereiter), Wände und Decken verschwinden oder aus ihnen hervorkommen. An welchen Hähnen wir wann und wozu drehen können oder müssen, was uns die verschiedenen Manometer verraten, wo welche Sicherheitsventile sind, wie wir den Wasserfilter reinigen und wo wir bei Bedarf Wasser für die Heizung zuführen oder Luft entweichen lassen können.

Fernwärmestation

Fernwärmestation

Fernwärme- und Wasserleitungen

Fernwärme- und Wasserleitungen

Wasserleitungen

Wasserleitungen

In einem anderen Kellerraum erfahren wir noch etwas über die Abflüsse vom HWR und Kellerausgang, die Hebeanlage, die Pumpe und Leitungen für die Zisterne und den Waschmaschinenanschluß mit Rückstauverschluß.

Hebeanlage und Regenwasserpumpe

Hebeanlage und Regenwasserpumpe

Als letztes wandern wir durchs Haus und bekommen noch gezeigt, wo man die Außenwasserhähne abdrehen und die Leerleitung fürs DG ab und zu durchspülen kann.

Zum Abschluß erhalten wir einen Inspektions- und Wartungsplan, der uns sagt, wann welche Wartung von uns oder dem Installateur vorgenommen werden sollte – über Sinnhaftigkeit einiger Punkte läßt sich auch hier streiten (oder überprüft bei Euch der Installateur jedes Jahr die Rohre in der Wand??).

Jedenfalls haben wir das Seminar „Verantwortlicher Umgang mit der Wasser- und Heizunsanlage“ schließlich erfolgreich abgeschlossen ;-).

Da Andreas immer noch Zweifel plagen, ob anstelle der Fernwärme nicht doch eine Wärmepumpe besser gewesen wäre, fragen wir nochmal den „alten Meister“ selbst nach seiner Meinung. Und erhalten eine (für uns) beruhigende Antwort: mit einer Wärmepumpe würden wir (seiner Meinung nach) im Winter bei minus 10 Grad und kälter das Haus nie so richtig warm bekommen…

 

Kellertreppe

Während der letzten Wochen waren auch wir wieder selbst aktiv gewesen.
Nachdem die „unendliche Geschichte“ des Kellerausgangs (s. Beitrag vom 16.März) dann doch noch ein Happy-End gefunden hatte, ist die Kellertreppe an der Reihe. Die gleichen Sandsteinquader, welche wir für die Gartenmauer verwendet haben, sollen auch die Treppenstufen bilden. Am oberen Ende, wo die Treppe über die Länge des Hauses hinaus geht, soll eine kleine Stützmauer zur (künftigen) Terrasse hin errichtet werden. Und als wir uns diese Stelle genauer betrachten, fällt uns etwas ins Auge, worauf bisher keiner so recht geachtet hatte: Der Kontrollschacht für die Drainage wurde beim Zuschütten der Baugrube ein Stück nach rechts gedrückt und sitzt jetzt just an der Stelle, wo wir unsere Stützwand errichten möchten. So ein Mist!

Drainage Kontrollschacht

Drainage Kontrollschacht

Mauer weiter nach innen setzen? Gar keine Mauer errichten? Kontrollschacht absägen???
Nachdem diese orangene Röhre ursprünglich ja nicht genau am Hauseck verlief (wie wir auf alten Fotos extra nochmal nachgeschaut haben) muss sie halt einfach wieder in ihre alte Lage zurück „geschoben“ werden! Und Andreas macht sich ans Graben…

Freilegen Kontrollschacht

Freilegen Kontrollschacht

Er gräbt und gräbt, bis wir weit genug unten sind, wo der Kontrollschacht noch seine ursprüngliche Position hat. Nun kann man das ganze Rohr zur Seite ziehen, damit Platz für unsers Stützmauer ist. Da wir sicher gehen möchten, dass später die Erde nicht wieder den Kontrollschacht mitsamt unserer Mauer wegdrückt, befestigen wir das Rohr noch mit Pflanzsteinen. Damit die aber auch passen und eine Kreisform annehmen, müssen wir die typische Einbuchtung wegflexen. Dann bekommt der Kontrollschacht sein Mäntelchen übergestülpt. Also den haut nix mehr um!

Pflanzringe flexen

Pflanzringe flexen

Pflanzring geflext

Pflanzring geflext

"Mantel" für Kontrollschacht

„Mantel“ für Kontrollschacht

Bis zu der Höhe, wo unsere Treppe neben der Hauswand hervortritt, schütten wir wieder alles mit Erde zu. Nun endlich kann es losgehen mit der eigentlichen Arbeit: die Treppe zu errichten.

Beim Bau der Treppenaufgangmauer und dem Zuschütten der Baugrube hatte uns der Baggerfahrer damals bereits Erde in den Treppenaufgang geschüttet. Wir müssen also „nur“ noch Bauschotter (zermahlener Bauschutt als Verdichtungsmaterial) auffüllen und die Steine als Stufen positionieren.
Andreas karrt den Schotter heran und ich präpariere für jeden einzelnen Stufenabsatz den Untergrund. Dann werden die Steine gelegt. Manchmal müssen wir mehrere Steine ausprobieren, bis sie von Größe und Form auf ihren vorgesehenen Platz passen. Dabei achten wir darauf, dass sich die Steine der verschiedenen Stufen leicht überlagern, damit sie sich gegenseitig noch Halt geben.

Schotter aufschütten

Schotter aufschütten

Die erste Reihe

Die erste Reihe

Präparieren Untergrund

Präparieren Untergrund

Steine schleppen

Steine schleppen

Als wir am Ende der Hauswand angekommen sind, wird parallel zu den Stufen die Stützmauer gebaut. Der Einfachkeit halber haben wir uns hier auch für Pflanzsteine entschieden. Auch die Pflanzsteine werden mit dem Bauschotter ge- und hinterfüllt.

Stützmauer zur Terrasse

Stützmauer zur Terrasse

Treppe, Stützmauer und Schotter

Treppe, Stützmauer und Schotter

Und dann ist sie fertig: unkonventionell, etwas steil, aber wunderschön!

fertige Treppe

fertige Treppe

Jetzt müssen wir nur noch bei Gelegenheit passenden Splitt besorgen und in die Fugen einkehren.
Ach ja, und dann war da noch das klitzekleine Problem, den Boden am unteren Treppenende zu pflastern und den Wasserabfluß dabei zu finden, auszubuddeln und anzuschließen – aber das wird eine andere Geschichte…

Parkett

Der Countdown läuft. In drei Wochen wollen wir umziehen und es gibt noch viel vorzubereiten – daher hinke ich mit den Blog-Artikeln etwas hinterher. Also, was hat sich getan?

Bereits seit letzter Woche ist der Parkett fertig verlegt. War ursprünglich (wie jetzt schon öfter) von uns angedacht, das Verlegen selbst in die Hand zu nehmen, haben wir uns dann doch entschieden, einen professionellen Parketverleger zu engagieren – hauptsächlich aus Zeitgründen und weil ich immer noch in der 6-wöchigen „Schonzeit“ wegen einer Sehnenentzündung bin .

Den Parkett selbst haben wir über Online-Handel besorgt und liefern lassen. Was nicht heißt, dass wir nicht auch hier wieder wochenlang alle erdenklichen Baumärkte und Holzfachhandel abgegrast hätten ;-). Für die beiden oberen Stockwerke fiel die Entscheidung aber recht schnell. Wir waren uns einig, dass ins DG ein Bambusparkett kommen soll und ins OG eine andere Holzart, aber auch eine helle. Wir mussten also nur einen Anbieter suchen, der das Produkt in gutem Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet. Und ein solcher war auch bald gefunden. Wir haben uns Probe-Stücke schicken lassen und waren begeistert – also bestellt.
Mit dem EG haben wir uns hingegen schwer getan. Es sollte eine etwas dunklere Holzart in Landhausdielen-Optik sein, aber keine Eiche, die aussieht wie Omas vermoderte Kommode…. Und hier kam dann das „Preis“-Leistungs-Problem. Es ist unglaublich schwierig, eine Landhausdielen-Optik zu finden, die nicht in Eiche ist. Und die Eichen, die nicht „eichig“ aussehen, sind schier unbezahlbar… Wir kamen und kamen nicht in die Pötte, was uns dann plötzlich ein Problem beim Fließenverlegen und eine Blitzentscheidung einbrachte (könnt Ihr im Artikel vom 11.04. lesen).

Aber da das Parkett für DG und OG ja bereits da war, haben wir über MyHammer den Parkettleger bestellt.
Uns war eigentlich sonnenklar, dass wir unser Klickparkett schwimmend (also nicht verklebt) verlegen lassen möchten. Warum? Es ist (meist) billiger als das Verkleben und man kann es natürlich leichter wieder entfernen. Wir hatten uns – ja, Ihr ahnt es schon – auch hierüber natürlich wieder ausführlich informiert, im Internet recherchiert und kamen zu dem Schluß, dass schwimmende Verlegung auch mit Fußbodenheizung zumindest keine gravierenden Nachteile haben sollte.
Bei einem ersten Treffen zum Vorgespräch hat uns der Parkettleger dann unverblümt gesagt, dass Verkleben doch sooo viel besser wäre. Der einzige Nachteil ist, wenn man es mal wieder entfernen möchte, muss man den Kleber auch wieder vom Boden abschleifen – in 20 oder 30 Jahren… Wir waren uns zwar unsicher, haben aber schließlich zugestimmt; nicht zuletzt, weil der Preis fast gleich blieb. Die Kosten für den Kleber werden durch das Fehlen der Trittschalldämmung und etwas weniger Arbeitszeit wieder ausgeglichen.

Zu zweit kamen die Handwerker dann mit allerlei Werkszeug an: Schleifer, Kleber, Säge und jede Menge kleine Utensilien.

Utensilien des Parkettlegers

Utensilien des Parkettlegers

Los gings dann im Dachgeschoß, danach kam das OG. Die beiden haben dann an zwei Tagen zwei Etagen verlegt. Wow. Das ging ja wirklich deutlich schneller, als wenn wir das selbst gemacht hätte…. Das EG kam dann erst drei Wochen später, als endlich auch die Bestellung fürs Eichenparkett getätigt war und die Lieferung ankam – was eigentlich auch ganz gut gepaßt hat, denn in der Zwischenzeit wurde der Ofen eingebaut.

Das Vorgehen beim Verlegen war immer gleich: Erst wird der Boden mit einer Schleifmaschiene mit integriertem Staubsauger nochmal glatt und sauber geschliffen. Zu unserem Erstaunen gab es wirklich kaum Dreck und Staub dabei.

Schleifen

Schleifen

Dann wird Kleber für einen kleinen Bereich auf dem Boden auftragen und die vorbereiteten Parkettdielen darauf gelegt. Wir haben Klickparkett, so dass die einzelnen Bretter einfach ineinander geklickt werden können. Damit sie wirklich paßgenau aneinander anliegen und keine Fugen entstehen, werden sie mit Holzpflog und Hammer zusammen geklopft. An den Rändern zu den Wänden wird ein spezielles Werkzeug, das Zugeisen, verwendet.

Kleber auftragen

Kleber auftragen

Ranklopfen

Ranklopfen

Randarbeiten mit Zugeisen

Randarbeiten mit Zugeisen

Bei Bedarf werden die Bretter mit einer Säge mit integriertem Staubsauger zurecht gesägt.

Säge mit Staubsauger

Säge mit Staubsauger

Als Abstandshalter zu den Wänden und für die Fixierung der Dielen werden Holzkeile verwendet. Für die Ränder zu den Fließen hin wird eine Metallleiste eingebaut und wiederum Abstandshalter zur Fixierung benutzt. In den verbleibenden Spalt wird dann Silikon eingefügt.

Abstandskeile am Rand

Abstandskeile am Rand

Leiste zu den Fließen

Leiste zu den Fließen

Silikon in Fließenkante

Silikon in Fließenkante

Praktisch unmittelbar nach dem Verlegen kann der Parkettfußboden betreten werden. Nach einem Tag Trocknung werden dann die Abstandshalter entfernt und die Sockelleisten können montiert werden. Leider hatten wir uns bei der Anzahl der Leisten verrechnet, da wir die Innenbacken der Fenster vergessen hatten mitzurechnen. Und bei der Anzahl an Fenstern, die wir haben, fällt das halt schon ins Gewicht… Also haben wir wieder Baumärkte abgeklappert, um passende Sockelleisten ausfindig zu machen, denn mit Versandkosten nachbestellen und wieder zwei Wochen bis zur Lieferung warten, wollten wir nicht! Auch wollten wir unterhalb der Fenster nur flache Leisten.
Dummerweise gab es nirgends Bambusleisten in hell und auch die Eschen waren alle ganz anders als unser Boden. Daher sind wir auf andere Holzleisten ausgewichen und haben zufrieden festgestellt: man sieht wirklich kaum einen Unterschied.
Einzig die Eicheleisten waren problemlos zu besorgen und die passen wirklich perfekt zu unserem Parkett!

Sockelleisten Kiefer zu Escheparkett

Sockelleisten Kiefer zu Escheparkett

Da noch keine Türen eingebaut sind, wurden die Leisten, welche an Türen grenzen, noch nicht befestigt. Erst wenn die Türen drin sind, werden diese Leisten passgenau bis zum Rahmen verlegt.

Insgesamt müssen wir unseren Parkettlegern ein wirklich großes Lob aussprechen! Sie haben tolle Arbeit geleistet, waren sorgfältig, zuverlässig, super schnell und preislich absolut in Ordnung!

Bambusparkett hell im DG

Bambusparkett hell im DG

Escheparkett im OG

Escheparkett im OG

Eichenparkett im EG

Eichenparkett im EG

Kaminofen

Wer träumt nicht davon, an einem kalten Wintertag nach einem langen Schneespaziergang sich zu Hause mit einem Glas Grog vor den gemütlich knisternden Kamin zu kuscheln, ins Feuer zu blicken und sich wieder aufzuwärmen, während draußen in der beginnenden Dunkelheit der Frost klirrt …
Also zumindest in unseren Träumen spukte das so oder so ähnlich herum und mit dem neuen Haus sollte das nun Wirklichkeit werden.

Für alle, die es eilig haben: weiter unten kommen viele Bilder.
Für alle, die es genau wissen möchten, hier von Anfang an:

Was bisher geschah:

Bereits bei den ersten Planungen des Hauses haben wir einen Kaminofen zu berücksichtigen versucht. Das war ganz schön kniffelig, da wir ja auch viele Fenster und eine Dachterrasse einplanen mussten und der Außenkamin weder vor Fenstern noch vor der Dachterrasse verlaufen darf sowie noch mindestens 1 Meter über das Dach hinausragen muss. Ein gemauerter Innenkamin kam für uns nicht in Frage, da er uns zu viel Platz im Wohnraum verbraucht.
Außderdem liebäugelten wir damit, zwei Öfen anzuschließen: einen größeren im Erdgeschoß und einen kleinen im Dachstudio. Das Rohr des Außenkamins muss ab Austritt aus dem Ofen noch mindestens 4 Meter nach oben gehen, damit genügend Zug entsteht, was insbesondere beim Ofen im DG etwas Probleme bereitet…  Wir wollten schließlich keinen Funkmast auf dem Dach haben.
Nicht zuletzt mussten die Öfen natürlich auch in den entsprechenden Räumen an der richtigen Stelle stehen und trotzdem dem selben Kaminrohr zugeführt werden können.
Nach vielem Hin und Her und etlichen Planvarianten waren die beiden Öfen schließlich in den ersten Zeichnungen des Hauses, die Andreas erstellt hatte, an ihrem idealen Platz und der Bauträger hat dies so übernommen.

Danach ging dann die Suche nach den passenden Öfen los.
Es gibt wohl kein Ofenstudio im Umkreis von 50 km welches wir nicht besucht und kein Ofenprospekt, welches wir nicht gesehen hätten. Unzählige Stunden mit Recherchen im Internet flossen dahin.
Insbesondere der große Ofen fürs EG sollte nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein, die Qualität natürlich hervorragend und der Preis nicht zu hoch. Außerdem waren wir uns unsicher, ob eine externe Luftzufuhr nötig sei oder nicht und suchten daher zuerst nur Modelle, welche externe Luftzufuhr boten. Diese sollte aber von hinten und nicht von unten in den Ofen führen, um Wärmebrücken im Estrich oder einen Bodendurchbruch zum Keller zu vermeiden. Erschwerend kam hinzu, dass die Vorstellungen über das Aussehen des Ofens von mir und Andreas anfangs doch sehr unterschiedlich waren. Ich war eher für die eckigen Modelle mit offenem „Backfach“, Andreas mochte die runden, schlichten „Kanonenrohre“. Auch war es vor allem mir wichtig, dass zumindest die Deckplatte aus hellem Sandstein ist – bitte nicht nur alles so langweilig aus Eisen… Einig waren wir uns nur, dass das Sichtfenster sehr groß und der Ofen drehbar sein sollte. Und zwar ordentlich drehbar, nicht nur so lächerliche 15 Grad. Aber ansonsten hatten wir keine Ansprüche ;-).
Naja, Ihr könnt Euch vorstellen, dass wir ziemlich lange und doch recht erfolglos gesucht haben. Das Thema zog sich Monat für Monat in die Länge.

Aus ging es dann so:
Nach der hundertsiebenunddreisigsten Recherche und Rücksprache mit dem Schornsteinfeger benötigen wir nicht zwingend externe Luftzufuhr, da wir keine kontrollierte Wohnraumbelüftung haben. Ob sie sinnvoll ist oder nicht, hängt in jedem Einzelfall vom Haus und dem Ofen ab.
Es muss auch kein RLU-Ofen (Raum-Luft-Unabhängig) mit Dichtigkeitsprüfung sein, dieser ist nur Pflicht bei kontrollierter Wohnraumbelüftung. (Eine separate Luftzufuhr macht die Feuerung nicht schon automatisch raumluftunabhängig.)
Und unabhängig davon, ob wir einen Ofen mit oder ohne externer Luftzufuhr haben und mit oder ohne Dichtigkeitsprüfung, müssen wir in jedem Fall einen Fenster-Kontakt-Schalter für die  Dunstabzugshaube installieren, weil wir eine Abluft-Dunstabzugshaube (und keine Umluft) haben. Über diesen Schalter wird gesteuert, dass die Dunstabzugshaube nur dann eingeschaltet werden kann, wenn ein Fenster geöffnet ist. Damit soll das Entstehen von Unterdruck und das dadurch bedingte Entweichen von Rauch in den Wohnraum vermieden werden (-> Erstickungsgefahr! Jaja, die deutche Vollkaskomentalität….).
Also haben wir uns gegen die externe Zuluft entschieden und in der Mauer keine Öffnung für eine externe Luftzufuhr einbauen lassen. Für die Wahl des Ofens war dies nun kein Pflichtmerkmal mehr.
Ich habe zugunsten der Drehbarkeit des Ofens auf das eckige Aussehen verzichtet, Andreas durch seine Qualitätsansprüche bestimmte Firmen aussortiert und das „Muss“ eines großen Sichtfensters ließ dann gar nicht mehr so viele Modelle zur Auswahl übrig. Und ganz ehrlich, irgendwann stumpft man dann auch ab…
Am Ende haben wir nun doch noch den für uns passenden Ofen gefunden.

Und der Sieger ist – von der Firma Hase das Modell „Delhi 124“.

Den kleinen Ofen im Dachstudio planen wir zwar grundsätzlich mit ein, werden ihn aber vorerst noch nicht kaufen. Es soll mal ein kleiner Morsoe werden.

Nachdem wir nun endlich zwei Öfen namentlich benennen konnten, wiesen wir den Bauträger an, sich um die Berechnung und den Aufbau des Außenkamins zu kümmern.
Hierbei stießen wir gleich auf das nächste Problemchen.
Wie bekommen wir das Kaminrohr durch den Dachüberstand, ohne die Mindestabstände zu den Sparren zu verletzen??

Als Außenkamin verwenden wir einen doppelwandigen Edelstahlschornstein. Die Größe, d.h. der Durchmesser des Rohrs wird berechnet anhand der angeschlossenen Öfen. Für unsere zwei Öfen sind wir immer von einem Mindestdurchmesser des Innenrohres von 18 cm ausgegangen. Dann kommt aber noch die Dämmschicht hinzu, so daß sich ein Durchmesser des Außenrohres von 24 cm ergibt. Das Rohr soll den Dachüberstand durchstoßen und über das Dach hinausragen. Für den Dachdurchstoß muß das Rohr zwischen zwei Dachsparren hindurch führen. Der Abstand der beiden Sparren zueinander beträgt 34 cm. Nun muss aber nach DIN xyhastenichtgesehen dieses Rohr zu beiden Sparren (als brennbares Material) jeweils einen Mindestabstand von 6 cm einhalten.  Nach Adam Riese haben wir hier also ein Problem (34 abzüglich 24 geteilt durch 2 => 5 cm Abstand).
Fieberhaft suchen wir nach Lösungen: die Sparren etwas ausschalen, eine spezielle Brandschutzschicht einbauen, ein spezielles Rohr verwenden, ein Wechsel der Dachsparren einbauen usw. Möglichkeiten gibt es schon, aber das bedeutet Aufwand und Mehrkosten.
Dann endlich das Ergebnis der Kaminberechnung und der Abklärung mit dem Schornsteinfeger: Wir benötigen nur ein Innenrohr mit 15mm Durchmesser, was einen Durchmesser des Außenkaminrohres von 21 cm ergibt!! Somit verbleiben 6,5 cm Abstand zu den Sparren! Puh, Glück gehabt!
Diese ganzen Regelungen bezüglich Kamin sind übrigens von Bundesland zu Bundesland verschieden, also kann man hier wirklich von Glück sprechen, denn andernorts sind die Vorschriften wohl noch strenger.

Und dann wurde der Kamin instaliert. Zuerst die Wanddurchbrüche für das Ofenrohr, wobei der Durchbruch im DG wieder verschlossen wurde, da wir ja vorerst keinen Ofen tatsächlich anschließen. Wenn es mal soweit sein sollte, kann dann ganz einfach die dünne Spachtelschicht wieder aufgebrochen und das Ofenrohr eingebaut werden. Nach den „Löchern“ kam dann das Gerüst und der Außenkamin selbst.

Wanddurchbruch für Ofenrohr

Wanddurchbruch für Ofenrohr

frisch verschlossener Durchbruch im DG

frisch verschlossener Durchbruch im DG

Bauteile Edelstahlkamin

Bauteile Edelstahlkamin

fertiger Kamin von Außen

fertiger Kamin von Außen

Anschluß des Ofens im EG

Anschluß des Ofens im EG

Dachdurchführung

Dachdurchführung

oberer Kamin-Abschluß

oberer Kamin-Abschluß

Durchblick (ins Kaminrohr von oben)

Durchblick (ins Kaminrohr von oben)

 

Und nun endlich ist es soweit: der Ofen wird geliefert.

Wir machen uns Gedanken, wie der Ofen über den noch ungepflasterten Eingang und den steilen Absatz über die Türschwelle geschafft werden soll. Von Nachbarn hatten wir zuvor Schauermärchen über verärgerte Ofenmonteure gehört… Andreas macht sich also ans Werk und bastelt:

Vorbereitung für Ofenlieferung

Vorbereitung für Ofenlieferung

Zur vereinbarten Uhrzeit bringen dann zwei nette, junge Kerls mit Lieferwagen das gute Stück an. Zu zweit tragen sie den 138 kg schweren Ofen ohne Weiteres zu seinem Standplatz. Immer wieder rieseln winzige, silberne Stahlkügelchen heraus. Die Oberfläche wurde nämlich „sandbestrahlt“ (das nennt man so, aber eigentlich ist es eher „stahlbestrahlt“, d.h. der Lack wird mit den Stahlkügelchen beschossen, wodurch die Oberfläche angerauht wird).

138 kg - alles ganz easy

138 kg – alles ganz easy

Der Ofen wird genau justiert und dann die Länge der Ofenrohre abgemessen. Mit der Flex werden die Rohre gekürzt, dann die Schnittkanten mit Heißluft erhitzt und per Spraydose nochmal lackiert. Durch die Hitze brennt der Lack sofort ein.

Justieren und Ofenrohr messen

Justieren und Ofenrohr messen

Anschlussstelle Ofenrohr an Ofen

Anschlussstelle Ofenrohr an Ofen

Flexen Ofenrohr

Flexen Ofenrohr

Dummerweise fängt es genau jetzt an zu regnen und wir müssen die restlichen Flex- und Lackierarbeiten notdürftig unter dem Balkonvorsprung durchführen. Andreas wird zum Schutz des Haustürrahmens abgestellt ;-).

Erhitzen und Lackieren

Erhitzen und Lackieren

Dann auskühlen lassen, zusammenbauen und das erste Mal wird ein (Probe-) Feuer entzündet.

erstes Anbrennen (Delhi 124)

erstes Anbrennen (Delhi 124)

Wir bekommen eine Einweisung in Handhabung und Pflege. Wichtig ist, dass der Ofen mindestens die ersten drei Mal mit voller Luftzufuhr auf höchster Leistung brennt. Dadurch wird er „eingebrannt“. Man darf während dieser Zeit, wenn der Ofen heiß ist, die Oberfläche nicht berühren. Klar, sonst verbrennt man sich ja höllisch, immerhin hat er eine Innentemperatur von 1500 Grad Celsius und auf der Oberfläche immerhin noch lasche 350 Grad. Aber das ist nicht der einzige Grund. Denn wer auf den (geheizten) Ofen tatscht und sich verbrennt, ist immerhin selbst Schuld ;-). Viel schlimmer ist, dass dabei auch Schäden im Lack entstehen, solange er noch nicht eingebrannt ist!! Also die ersten Male ist besondere Vorsicht geboten und Staub oder Schmutz keinesfalls mal eben schnell wegwischen, solange der Ofen heiß ist…

Leider haben wir noch kein Holz besorgt, so dass das erste kleine Probefeuer schon nach wenigen Minuten wieder vorbei ist. Die Ofenbauer verabschieden sich und wir düsen gleich mal los in den Baumarkt, Brennholz besorgen. Und dann kommt das erste „richtige“ Feuer. Welch Wonne :-).

ein ordentliches Feuer

ein ordentliches Feuer

Heimwerken für Anfänger – Teil2: Malerarbeiten

Nachdem wir uns in den Kellerräumen bereits im Verputzen ausprobiert haben, stehen nun die Malerarbeiten an. Es ist ursprünglich geplant, im ganzen Haus die Wände selbst zu streichen. Im Keller wollen wir wieder beginnen und verschiedene Techniken, Matrialien und Farben ausprobieren. Andreas recherchiert wie immer im Vorfeld, welche von den schier unzähligen Varianten für uns in Frage kommen: Dispersionsfarbe, Kalkfarbe, Lehmfarbe, Rollputz, Streichputz und tausend andere. Schließlich entscheiden wir uns für vier Test-Varianten.

Als Vorarbeit für alle Varianten wird zunächst mit dem Quast (dicker Pinsel) ein Acryl-Tiefengrund auf die Wände aufgetragen. Das ist eine wässrige Flüssigkeit, die ganz leicht hellblau schimmert. Diese Grundierung muss dann acht Stunden trocknen. Es wird empfohlen, danach noch einen ersten Grundanstrich mit weißer Farbe durchzuführen und dann erst den Endanstrich vorzunehmen, damit die endgültige Farbe auch gut deckt. Diesen Zwischenschritt sparen wir uns aber, denn dann müssten wir ja jede Wand dreimal streichen…. Statt dessen mischen wir in einfache (sprich billige) weiße Dispersionsfarbe ein wenig von dem Tiefengrund, etwa im Verhältnis 1:5, und verwenden dieses Gemisch als Grundierung. Das ist ein Tipp, den uns ein Maler gegeben hat.

Am nächsten Tag beginnen wir im Hauswirtschaftsraum mit Variante 1:
Wir mischen mit der Bohrmaschiene und aufgesetztem Farbmischer 1 Liter Quarzsand in 10 Liter Dispersionsfarbe ein (Spektralweiß der Marke Schöner Wohnen). Als erstes wird die Farbe (mit dem eingemischten Sand) mit der Rolle an der Decke aufgebracht. Bei den Wänden trägt Andreas zuerst die Farbe mit der Rolle auf und ich arbeite sofort mit dem Quast eine „Pinsel-Wisch-Struktur“ nach. Durch den Sand in der Farbe bekommt die Wand eine leicht rauhe Oberfläche und sieht fast aus wie ganz feiner Putz. Kleine Unregelmäßigkeiten bringen die Wisch-Struktur noch stärker zu Geltung. Man muss allerdings dabei aufpassen, die Farbe nicht zu dünn, aber auch nicht zu dick mit der Rolle aufzutragen und schnell genug mit dem Pinsel nachzuarbeiten, bevor die Farbe antrocknet.
Die erste Wand malen wir nur mit Weiß, dann noch zwei weitere Wände unter Beimischung von Acryl-Voll- und Abtönfarbe in Gelb und Orange. Es empfiehlt sich, die Kanten der Decke mit Krebband abzuklegen, damit die Farbe zwar bis in die Ecke gestrichen werden kann, aber nicht versehentlich an die Decke kommt.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Streichen Kellerdecke

Streichen Kellerdecke

Fertiger HWR

Fertiger HWR

Im Büroraum testen wir dann die Alternativen.

Variante 2: Anstelle der Dispersionsfarbe verwenden wir nun fertigen weißen Rollputz der Marke Roller, diesmal ganz ohne Beimischung von Sand, wobei Andreas wieder mit der Rolle aufträgt und ich mit dem Quast eine Struktur einarbeite. Das Ergebnis ist eine zarte Struktur mit fast glatter Oberfläche. Sehr schön.

Variante 3: In den o.g. Rollputz mischen wir nun Vogelsand ein. Das ist der Sand aus der Zoohandung, den normalerweise Ziervögel als „Einstreu“ in ihre Käfige bekommen. Durch die kleinen Stückchen von Muschelschalen und auch größeren Sand- und Steinkörnchen wird die Wand sehr rauh und unregelmäßig. Hat aber auch so seinen Reiz, wenn man es etwas auffälliger und wilder mag.

Variante 4: Diesmal verwenden wir weißen Streichputz der Firma Knauff mit einer Körnung von 1 mm. D.h. hier ist schon eine Art Sand mit einer Körnchengröße von ca. 1mm enthalten. Und wieder das gleiche Prozedere: Andreas rollt auf, ich pinsel nach. Auch hier ist das Ergebnis sehr grob, sieht fast aus wie Außenputz an der Hauswand. Es gefällt uns zwar sehr gut, für die Wohnräume empfinden wir es aber doch als zu grob.

Und zur Auflockerung denken wir uns noch ein paar farbliche Muster und Formen aus.
Insgesamt sind wir mit dem Testergebnis im Keller zufrieden. Für die restlichen Wohnräume entscheiden wir uns für die Variante „Dispersionsfarbe mit Quarzsand“.

Streichen Kellerwände

Streichen Kellerwände

Farbspiele im Büro

Farbspiele im Büro

Farbe im Vorratsraum

Farbe im Vorratsraum

Allerdings verbraten wir enorm viel Zeit mit der Streicherei. Den Aufwand für Abkleben, Anrühren, Auftragen, Nachpinseln, Reinigen etc. haben wir doch ganz schön unterschätzt. Schnell wird uns klar: wenn wir in diesem Tempo weitermachen, benötigen wir für den Rest des Hauses noch zwei Monate ;-). Kurzerhand disponieren wir um: Das DG und EG geben wir einem Maler in Auftrag, während wir uns neben dem Keller „nur“ das OG und die beiden Bäder vornehmen.

Nachdem wir schon allein für den Keller zu zweit gute drei Wochen benötigt haben, wollen wir nun in einer Wochenendaktion mit Freunden zusammen das Streichen des OG über die Bühne bringen. Also organisieren wir für Samstag noch drei Leute, mit denen zusammen wir die ganze Etage grundieren. Zuerst werden alle Fenster und die Treppenränder abgeklebt (wobei wir wiedermal merken, wie viiieeele Fenster wir doch haben…), dann werden die Wände mit einer Spachtel von Unebenheiten, Klecksen und Putznasen befreit und Löcher mit Gipsspachtel zugeschmiert. Sodann wird in Akkordarbeit gerollt und gepinselt.

Grundieren mit Freunden

Grundieren mit Freunden

Am Sonntag geht es dann weiter, wiederum mit Freunden (diesmal anderen, wir wollen ja keinen überlasten 😉 ) wollen wir den Endanstrich mit der Farbe-Quarzsand-Mischung vornehmen.
Kurz bevor wir beginnen, fällt uns auf, dass wir am Vortag vergessen hatten, die Kante zwischen Decke und Zwischenwänden als Dehnungsfuge mit Acryl auszuspritzen. Zwischen den Wänden und der Decke ist Kork als Dehnungsschicht eingebaut. Glücklicherweise finden wir im Keller noch zwei Kartuschen Acryl. Silikon kann man hier nicht verwenden, da sich dies nicht mit Farbe überstreichen lässt. Das Acryl wird mit einer Silikonpistole in die Kante gespritzt und dann mit dem Finger (am Besten vorher in Spüli-Wasser eintauchen) glatt gestrichen.

Kork zwischen Wand und Decke

Kork zwischen Wand und Decke

Auftragen von Acryl

Auftragen von Acryl

Dann endlich können wir malen, pinseln, rollen, streichen. Wieder zuerst die Decken, dann die Wände. In Ecken und Kanten wird mit einem Pinsel und einer Mini-Rolle die Farbe bis in die letzte Ritze gestrichen.
Unplanmäßig kommen dann im Bad neben der Decke noch die Wände hinzu. Eigentlich wollten wir ja den „weißen“ Wandputz, welchen der Bauträger aufgebracht hatte, einfach so lassen. Wie sich aber nach dem Streichen der Decke gezeigt hat, ist dieser Putz eben doch nicht wirklich weiß, sondern hat im Vergleich zur Decke einen deutlichen Grauton (kennen wir das nicht schon von der Toilette….). Das gefällt uns so gar nicht und wir beschließen, die Wände im Bad auch nochmal mit richtigem Weiß nachzustreichen.
Nach zehn Stunden haben wir alles geschafft.

Streichen im Bad

Streichen im Bad

genaue Kontroll-Blicke

genaue Kontroll-Blicke

Geschafft, nur noch Saubermachen...

Geschafft, nur noch Saubermachen…

Am Abend betrachten wir gemeinsam unser Werk. Noch ist alles fleckig, aber das wird sich sicher noch austrocknen.

Beim Aufräumen sehen wir dann mit Schrecken, dass sich an der Baddecke eine Blase mit Riss gebildet hat. Ein leichtes Klopfen mit dem Finger verrät, dass untendrunter ein größerer Hohlraum ist. So ein Mist! Mit der Spachtel stechen wir die Blase auf und brechen die lose Farbe heraus. Es tut im Herzen weh, zu sehen, wie das Loch bis auf den puren Beton geht und größer und größer wird… Aber es nutzt ja nichts, früher oder später wäre das alles sowieso runter gebröselt. Also lieber jetzt gleich noch richtig reparieren. Woher das kommt – keine Ahnung. Später meinte ein Maler, es war wahrscheinlich noch ein Schmierfilm auf der Betondecke, an welchem schon die Grundierung nicht gehaftet hat. Mehrfach pinseln wir dick Farbe in das Loch, lassen sie antrocknen und übermalen die Stelle nochmal mit der Rolle. Ganz wegzaubern läßt sich das Malheur leider nicht, aber nach dem fünften Übermalen beschließen wir, dass es jetzt kaum mehr auffällt.

Ups - Krater in der Decke

Ups – Krater in der Decke

Am nächsten Tag kommen wir abends ins Haus und freuen uns schon auf die fertigen Räumlichkeiten. Doch dann kommt alles ganz anders und das Dilemma nimmt seinen Lauf.
Zu unserem Verdruss haben sich die Flecken nicht ausgetrocknet. Alle Decken und auch die Wände im Bad sind geradezu gescheckt. Wie konnte das passieren?? Keine Ahnung! Anscheinend schimmert der eingemischte Quarzsand mal mehr mal weniger grau durch. Grobe Stellen, an denen sich mehr Sand angesammelt hat, wirken dunkler als glattere Stellen. Vermutlich haben wir zu viel Sand in die Farbe gemischt. Im Keller war das bei künstlichem Licht einfach nicht aufgefallen.
Die Wandflächen der anderen Räume sind an und für sich gut geworden, aber hier sehen die Ecken und Kanten leider rein gar nicht hübsch aus. Deutlich sind die Pinselstellen zu erkennen, die viel heller und glatter wirken, als die mit der großen Rolle und dem Quast bearbeiteten Wandflächen. Auch blitzt immer wieder die Grundierung an den Rändern durch, wo offenbar nicht dick genug oder gar keine Farbe aufgetragen wurde. Echt Kacke!! Was tun??

Flecken an den Kanten

Flecken an den Kanten

Zur Debatte steht entweder alles komplett nochmal mit purer weißer Farbe ohne Quarzsand zu überstreichen oder mit der gleichen Mischung wie bisher nur die Flecken und Kanten nochmal nachzustreichen. Wir entscheiden uns, die Decken einfach mit Weiß zu überpinseln, da man hier ja keine Struktur kaputt macht. Bei den Wänden wollen wir erstmal versuchen die Kanten mit der Quarzsand-Mischung auszubessern, um die Wisch-Struktur der Wandflächen nicht durch einfaches Überstreichen zu zerstören.

Wisch-Struktur

Wisch-Struktur

Andreas beginnt also, abends nach der Arbeit im Bad die Wände und dann jeweils die Decke in allen Zimmern zu überstreichen, während ich aufgrund einer Sehnenentzündung in der rechten Hand nur besserwisserische Kommentare beisteuern kann. Die Stimmung ist gereizt, die Laune sinkt auf den Nullpunkt.

Einmal nehme ich mir einen Urlaubstag und dirigiere meine Eltern, die kurzfristig einspringen und sich die letzte Decke vornehmen. Das sieht gut aus, aber zu allem Überfluss ist uns wieder dieser seltsame Effekt passiert, dass ein Stück Farbe sich von der Decke bis aus den Beton abgelöst und einen weiteren deutlichen Krater hinterlassen hat. Auch hier wieder Zustopfen, Zustopfen, Überstreichen – was soll man auch anderes tun…

Danach unternehmen wir den ersten Versuch, in einem Probe-Zimmer die Ecken und Kanten mit der üblichen Sand-Farbe-Mixtur nachzustreichen. Es sieht erstmal noch schlimmer aus als bisher, als ob man Dreck auf die Wand geschmiert hätte und wieder hoffen wir, dass es sich diesmal austrocknen wird.

Am Abend betrachten dann Andreas und ich den Korrekturversuch. Zufrieden ist was anderes… Aber vor dem Gedanken, auch alle Wände nochmal mit purer Farbe zu überstreichen, graut uns. Auch wäre es einfach schade, wenn die ganze Mix- und Wisch-Arbeit dann umsonst gewesen wäre.
Also wollen wir es ein zweites Mal mit der „Ausbesser-Variante“ der Kanten versuchen. Die gleiche Farb-Sand-Mischung, die gleiche Technik – das muss doch einfach funktionieren. Einige Abende ziehen wieder mit Streichen, Ausprobieren, Begutachten, Diskutieren ins Land…
Tiefer kann die Motivation nicht mehr sinken, es soll nun der letzte Versuch sein. Die ganze Streich-Aktion, die wir mit Spaß und Pioniergeist begonnen haben, entwickelt sich zu einer wahren Geduldsprobe.

Nach dem zweiten, teilweise dritten Nachbessern in unserem Probe-Raum sind wir endlich der Meinung, dass es nun gut aussieht. Minimale Unregelmäßigkeiten sind bei genauem Betrachten noch zu sehen, aber wer schaut später schon so genau prüfend jede Ecke an, zumal wenn die Zimmer erstmal eingerichtet sind?! Keiner. Und schon gar nicht, wenn man nicht die Vorgeschichte kennt.
Also bessert Andreas auch in den restlichen Zimmern die Ecken nochmal aus.

Und wieder ein paar Farbeimer verbraucht...

Und wieder ein paar Farbeimer verbraucht…

Mit drei Wochen Verzug und nach unzähligen Flüchen, Diskussionen, Streitereien, beachtlichen 28 Farbeimern (fürs ganze Haus) und zwei Säcken Quarzsand ist unsere Streichaktion endlich beendet.

Die Moral von der Geschichte:
Es war ein Versuch Wert und es hat (zumindest anfangs) auch richtig viel Spaß gemacht. Wir haben viel dazu gelernt, viele Erfahrungen gesammelt und sind auch etwas stolz, wieder unsere eigene Arbeitskraft mit eingebracht zu haben. Rational betrachtet war es sicher nicht die einfachste und schnellste Lösung.

Fliesen und anderes

Nach und nach macht der Innenausbau Fortschritte. So langsam verwandelt sich das Haus in richtigen Wohnraum.

Die Fliesenarbeiten gehen voran und sind nun fast abgeschlossen.  Mit den Wandfliesen in den Bädern wurde ja bereits vor ca. 3 Woche begonnen. Interessant dabei ist, dass die Fliesesn an der Abmauerung ausgerichtet werden und dann zum Boden hin und auch an der Badewanne geschnitten sind.

Beginn Wandfliesen im Bad

Beginn Wandfliesen im Bad

Dann musste gewartet werden, bis die Badewanne installiert ist und sich unter Last (dazu wurde sie mit Wasser gefüllt) gesetzt hat. Nun wird auch rund um die Wanne gefliest und die restlichen Wände drumherum fertiggestellt.

Wanne gefliest

Wanne gefliest

Zur Vorbereitung für die Bodenfliesen wird der Duschboden mit einem Abdichtanstrich versehen.

Abdichtanstrich Duschboden

Abdichtanstrich Duschboden

Der Randdämmstreifen zur Schall- und Wärmeisolierung des Estrichs wird überall auf Höhe des Estrichs abgeschnitten, damit die Bodenfliesen möglichst genau bis an die Wand verlegt werden können. Wir hatten aber gelesen, dass der Randdämmstreifen (insbesondere in Räumen ohne anschließende Wandfliesen) erst nach dem Verlegen der Bodenfliesen bündig zur Fliesenoberkante abgeschnitten werden soll und danach dann die Sockelfliesen darüber angebracht werden. Damit ist auch die Trittschalldämmung von den Fliesen gewährleistet. Aber wir verlassen uns einfach mal drauf, dass es die „Profis“ schon wissen werden…

Randdämmstreifen wird zum Fliesen abgeschnitten

Randdämmstreifen wird zum Fliesen abgeschnitten

Und dann sind sie da, die Bodenfliesen. Wir hatten lange überlegt, ob sie längs oder quer in den Raum gelegt werden sollen. Dann haben wir uns für quer entschieden, denn dies sei laut unserem Fliesenleger „üblicher“ und ausserdem passt es so besser zur Ablaufrichtung der Dusche.

Bodenfließen im Bad

Bodenfließen im Bad

Bei den Fliesen für Küche und Flur kommt es allerdings zu einem dummen Missverständnis. Wir möchten, dass zwischen den Fliesen der Küche und dem angrenzenden Parkett im Eß-/Wohnbereich kein Absatz entsteht. D.h. die Höhe der Fliesen muss genau der späteren Höhe des Parketts entsprechen. Dazwischen soll nur eine Silikonfuge sein. Dies teilen wir dem Fliesenleger mit und geben als grobe Schätzung die Höhe des Parketts mit 17 mm an, mit der Bitte um Vorschläge zur Lösung. Noch haben wir gar kein Parkett fürs EG ausgewählt und uns bei dieser Angabe lediglich an dem bereits bestellten Parkett vom OG orientiert. Hätten wir das mal besser nicht getan!! Denn die Angabe von 17 mm wird sogleich als bare Münze genommen und bei einem Telefonat mit dem Fließenleger am Abend erfahren wir, dass bereits eine Ausgleichschicht in Küche und Flur gegossen wurde, damit die Fließen die „gewünschte“ Höhe von 17 mm erreichen.

Ausgleichsschicht zum Anhaben des Bodens

Ausgleichsschicht zum Anhaben des Bodens

Der Schrecken fährt uns ganz schön in die Glieder. Und was, wenn wir uns nun für einen dünneren Parkett entscheiden sollten und z.B. nur eine Höhe von 13 mm erreichen??? Dann hätten wir erst recht einen Absatz zwischen Fliesen und Parkett.
Wir telefonieren nochmal hin und her und sollen schließlich für den nächsten Tag ein Muster des Parkett vor Ort zur Verfügung stellen mit der genauen Höhenangabe von Parkett und Trittschalldämmung. Ein Muster? Wo sollen wir denn jetzt so schnell ein Muster herbekommen? Wir wissen ja noch nicht einmal, welchen Parkett wir wählen möchten!
In einer sprichwörtlichen Nacht- (und Nebel-) Aktion stöbern wir also auf die Schnelle im Internet nach Parkettarten, die in Frage kommen. Und stellen dabei fest, dass die Dicke von Parkett je nach Art und Anbieter wirklich erhebliche Unterschiede aufweist. Immerhin schaffen wir es, bis spät in die Nacht uns auf zwei Parkettarten festzulegen, zwischen denen wir wählen möchten. Leider haben die beiden verschiedene Dicken… Am nächsten Morgen wird dann die endgültige Entscheidung getroffen – und fällt auf das dünnere Parkett, das nur eine Gesamthöhe von 14 mm erreicht (11 mm Parkett und 3 mm Trittschalldämmung). Ob das nun klappt, die Fliesen darauf anzupassen??
Und das geforderte Muster?? Glücklicherweise haben wir noch ein Musterstück eines anderen Parketts mit zufälligerweise der gleichen Stärke. Also schnappt sich Andreas dieses Stück und bringt es noch vor 7 Uhr zum Haus, damit es der Fliesenleger bei Arbeitsbeginn rechtzeitig vorfindet.
Bange Stunden tagsüber. Keine Nachricht vom Fliesenleger. Erst am Abend rufen wir wieder an und erfahren, dass alles in Ordnung sei. Die Fliesen konnten trotz Ausgleichschicht auf eine Höhe von insgesamt 14 mm angepasst werden, indem einfach beim Auftragen des Klebers eine Zahnspachtel mit flachererm Kamm verwendet wurde. Puh, uns fällt ein Stein vom Herzen! Hoffentlich halten die Fliesen jetzt aber auch ;-).

Bodenfließen in Küche und Flur

Bodenfließen in Küche und Flur

Nachdem nun die Fliesen alle verlegt sind und der Kleber vollständig ausgehärtet ist, wird in den folgenden Tagen verfugt. Auch hier staunen wir anfangs nicht schlecht, was das für eine Fugenfarbe ist. Von den Fugenmustern her haben wir die Farbe ganz anders in Erinnerung. Eigenlich wollten wir Sandgrau in Flur und Küche und Zementgrau im Bad im OG. Das was wir vor uns sehen, erkennen wir gar nicht wieder. Aber egal, es sieht auch so wirklich gut aus. Und vielleicht trocknet es sich ja noch aus.

Nach dem Verfugen mit festem Fugenmörtel werden dann die Ecken, Kanten, Ränder und Dehnungsfugen mit einer dauerelastischen Dichtmasse wie z.B. Silikon gefugt. Dehnungsfugen muss es z.B. bei Türen oder rund um die Dusche und Badewanne geben. Das Silikon gibt es in passender Farbe zu den anderen Fugen.

Dehnungsfuge im Türbereich

Dehnungsfuge im Türbereich

Als letztes werden nun die Sockelleisten in Küche und Flur montiert und danach auch wieder an der Oberkante mit Silikon verfugt. Nur an den Türen werden die Sockelleisten noch ausgespart. Diese werden erst dann passgenau geschnitten und eingesetzt, wenn die Türrahmen montiert sind.

Sockelleiste

Sockelleiste

Zu guter Letzt wird noch der Standort für den Kaminofen gefliest. Diesmal mit einem Schnellkleber, so dass am selben Tag noch verfugt werden kann. Die genaue Lage der Fliesen haben wir zuvor ausgemessen und am Boden eingezeichnet. Sieht irgendwie lustig aus, so ein kleiner Fliesenklecks mitten im noch leeren Raum.

Kaminstandort ist gefliest

Kaminstandort ist gefliest

Weiter gehts im Bad mit dem Verputzen der Wände. Eigentlich wollten wir zuerst die Wände selbst streichen, aber dann war das Angebot, es mit speziellem Putz vom Bauträger mitmachen zu lassen, doch zu verlockend. Zuerst werden die Wände auch hier grundiert, danach wird der Putz aufgetragen. Der Putz ist weiß und muss nicht nochmal überstrichen werden. Wir bekommen wieder drei Muster zu Auswahl: grob, mittel und fein und wählen den feinen.

Muster für Putz

Muster für Putz

Verputzen der Wände im Bad

Verputzen der Wände im Bad

Und dann finden wir eines Abends die Sanitärobjekt vor! Im Gäste-WC sind Waschbecken und Klo montiert, im Bad im OG das Klo und die Armaturen der Badewanne.
Das Gäste WC sieht wirklich toll aus, wir sind zufrieden mit unserer Wahl. Doch als wir das Bad im OG betrachten, bekommen wir schon wieder ein kleiner Schreck. Was ist das für eine Toilette?? Das haben wir bestellt?? Eigentlich ist es doch genau das gleiche Modell wie im Gäster-WC. Aber hier im Bad wirkt sie ganz anders, irgendwie so beige-grau, vom Farbton her könnte man meinen sie ist alt und vergilbt…. Uns war bis dato gar nicht bewusst, dass das ausgewählte Klo nicht rein weiß ist, sondern so eine Tönung hat. Im Badstudio war uns das nicht aufgefallen. Und ehrlich gesagt, haben wir da im Vorfeld auch nie darüber nachgedacht. Uns ist nie in den Sinn gekommen, dass eine Kloschüssel anders als rein weiß sein könnte. Zuhause schauen wir gleich in der Bestellung nach. Und siehe da, die Farbe ist mit einfach mit „weiß“ beschrieben. Also, was lernen wir daraus? „Weiß“ ist ein vieldeutiger Begriff und auch bei der Toilette ist weiß nicht gleich weiß. Aber was solls. Auf den zweiten Blick wirkt sie auch schon gar nicht mehr so schlimm und mal ehrlich, ein Klo muss keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, sondern seinen Zweck erfüllen ;-).

Sanitärobjekte im Gäste-WC

Sanitärobjekte im Gäste-WC

WC und Wannenarmaturen

WC und Wannenarmaturen

Von den Fensterbänken sind wir dafür umso mehr begeistert. Viele haben wir nicht, da wir ja fast überall bodentiefe Fenster haben, lediglich in Schlafzimmer, Ankleide und im OG bei den Balkontüren. Wir haben uns für Steinfensterbänke der Modelle „Royal Beige“ und „Micro Sivic“ entschieden. Um die Fensterbank genau auf die Höhe Unterkante des Fensters anzupassen, wird sie mit Bauschaum unterfüttert. Die Lücke wird danach verspachtelt.

Fensterbank bei Balkontüren

Fensterbank bei Balkontüren

Unterfütterung Fensterbank

Unterfütterung Fensterbank

Und für uns das Highlight: der erste Französiche Balkon ist montiert.

Französischer Balkon

Französischer Balkon

Gartenmauer

Die Gartenmauer hat uns anfangs fast so viel Kopfzerbrechen bereitet wie der Kellerausgang.
Das Straßenniveau und damit das ganze Grundstücksniveau liegen ca. 1,20 m höher als der Grünstreifen, an welchen das Grundstück nach Hinten grenzt. D.h. wir füllen den Garten mit Erde auf und müssen daher das Gelände nach hinten mit einer Mauer abstützen. Nur wie soll diese Mauer aussehen? Beton, L-Steine, Schalsteine? Schnell ist klar, dass wir hier eine schöne, natürlich wirkende Steinmauer haben möchten. Und da waren sie wieder, die Probleme: welche Steine, wie ist das dann mit Fundament, Drainage, Lastabtrag, welcher Mörtel usw. Schließlich entscheiden wir uns für die Variante „Trockenmauer“.

Das Fundament haben wir mit Spaten und Schaufel ca. 60 cm tief und 50 cm breit ausgehoben.

Fundamentgrube

Fundamentgrube

Bei den Erdarbeiten hat uns der Bagger dann das Verdichtungsmaterial (zu Schotter zermahlener Bauschutt) in den Graben geschüttet. Das Material selbst hat uns der Bauträger mit geliefert, da er zum Verfüllen der Pkw-Stellplätze sowieso auch welches benötigte. Die Steine sind ebenfalls schon da: polnischer Sandstein aus einem Lager in Heilbronn, daher günstiger als vom Händler.
Und nun heißt es für uns wieder ran ans Werk.

Als erstes besorgen wir uns von Obi einen Verdichter als Leihgerät. So klein das Gerät auch aussieht, es ist unglaublich schwer! Mit Mühe schaffen wir es zu zweit, den kleinen Kloß aus dem Kofferraum unseres Autos zu heben und mit den ausfahrbaren kleinen Plastikrädern über den unebenen Erdboden bis zum Grundstücksende zu ziehen. Dann gehts los. Die Maschine robbt sich von selbst noch vorne, wobei die Bodenplatte rüttelt und klopft und ganz schön Lärm macht. Einige Male fahren wir über das Verdichtungsmaterial, was hinterher so hart und fest ist, als wäre es Beton…

Verdichten des Fundaments

Verdichten des Fundaments

Am nächsten Tag legen wir mit der eigentlichen Mauer los. Über eine gespannte Schnur orientieren wir uns, dass die Mauersteine in einer Linie und etwa auf einer Höhe liegen. Die Steine der ersten Reihe legen wir leicht nach innen geneigt, damit die ganze Mauer später eine kleine Neigung erhält und sich sozusagen gegen die aufgeschüttete Erde lehnt und somit nicht so leicht weggedrückt wird. Jeder Stein wird sorgfältig ausgerichtet und mit einem Gummihammer festgeklopft. Andreas karrt die Steinblöcke von der Straßenseite, wo sie der LKW-Fahrer abgesetzt hat, nach hinten, lädt sie dort ab und ich setze die erste Reihe. Bei einer Größe von 20x20x40 cm und einem Gewicht von ca. 40 kg je Stein ist das richtige Knochenarbeit.

die ersten Steine werden gesetzt

die ersten Steine werden gesetzt

Anschleppen der Steine mit dem Schubkarren

Anschleppen der Steine mit dem Schubkarren

woman at work ;-)

woman at work 😉

die erste Reihe

die erste Reihe

Danach wird Steinreihe auf Steinreihe gesetzt. Oft müssen wir mehrere Steine an einer Position ausprobieren, bis einer dabei ist, der die passende Form hat und stabil liegt. Ab und zu muss man mit kleineren Bruchstücken ausgleichen und unterfüttern. Mörtel oder Kleber verwenden wir nicht. Auch verzichten wir auf die Erdbewehrung, eine Art Gummimatte, die zwischen die Steine gelegt wird und dann ein Stück ins Erdreich hineinragt. Dafür legen wir ab und zu einen Stein quer in die Mauer. Außerdem bauen wir zweimal eine kleine „Stufe“ nach innen ein, d.h. eine Steinreihe wird minimal nach hinten versetzt.

Nach den ersten beiden Reihen füllen wir etwas Erde auf, lassen aber einen ca. 25 cm breiten Spalt zur Mauer. Hier wird Verdichtungsmaterial eingefüllt. Das dient als Drainage, damit kein Wasser gegen die Mauer drücken kann. Mit den Steinreihen erhöhen wir auch nach und nach die Erde und den Schotter. Die Mauer wächst und wächst. Bei wunderschönem Sonnenschein kommen wir schon ins Schwitzen und auch der erste Sonnenbrand des Jahres ist gleich inklusive.
Ganz am Ende, nach der letzten Steinreihe, wird als oberste Schicht Muttererde aufgefüllt, wobei die Schotterschicht nicht überdeckt wird.

die Mauer wächst

die Mauer wächst

Quersteine

Quersteine

Hinterfüllen mit Schotter

Hinterfüllen mit Schotter

Schotter ankarren

Schotter ankarren

Nach zweieinhalb Tagen und mit knapp 5 Tonnen Steinen haben wir es geschafft (und sind geschafft)!! Na wenn sich das mal nicht gelohnt hat :-).

der letzte Stein wird eingepasst

der letzte Stein wird eingepasst

fertig ist das gute Stück

fertig ist das gute Stück

So sieht es von der Rückseite aus...

So sieht es von der Rückseite aus…

... und so von der Ferne.

… und so von der Ferne.

Innentüren und nochmal Innentüren

Die Wahl der Zimmertüren steht an. Also ab ins Türenstudio, welches wir vom Bauträger genannt bekommen haben, um uns ein paar Türen anzuschauen und ein Angebot erstellen zu lassen. Bei den Innentüren haben wir keine großen Ansprüche und einigermaßen genaue Vorstellungen, so dass das ja nicht allzu schwierig werden dürfte.

Versuch eins:
An genau jenem Samstag haben wir wohl etwas Pech. Die Belegschaft ist auf einer Messe tätig, so dass kaum Berater-Personal vor Ort im Studio ist. Wir wurden zwar zuvor telefonisch darüber informiert, dass an diesem Tag andernorts eine Messe sei, allerdings nur im Hinblick darauf, dass wir durch die geringe Besetzung im Studio ev. mit Wartezeiten rechnen müssten.
Die Wartezeiten sind jedoch nicht das Problem. Vielmehr das verbliebene „Berater-Personal“. Wir haben die Ehre, vom Senior-Chef persönlich beraten zu werden. Ein sehr netter und engagierter älterer Herr, der sich auch wirklich Mühe mit uns gibt, viel erzählt und berät – aber anscheinend organisatorisch ein bisschen überfordert ist. Unsere Wünsche und Alternativen werden kreuz und quer per Hand auf ein einzelnes DIN A4-Blatt gekritzelt. Schon da habe ich so meine Zweifel, ob das irgendwer irgendwie wieder richtig zusammen bekommt, von dem netten Herrn selbst mal ganz zu schweigen…
Als wir am Ende dann auch noch fragen, ob wir das Angebot per Email zugesendet bekommen können, schauen uns große Augen an: Nein, er schreibt das auf Papier (etwa auch per Hand???) und schickt es uns per Post zu. Denn das mit den Emails sei nicht so gut, die kann man ja gar nicht gescheit abheften.

Die Tage vergehen und es kommt kein Angebot. Auch der Bauträger hat nichts erhalten. Wir fragen beim Türenstudio nach. Ja, der Senior kümmert sich darum. (Ob er noch versucht, das Durcheinander auf dem Blatt Papier zu ordnen?? Oder weiß er schon gar nicht mehr, welcher Zettel das war?). Tage später immer noch nichts. Erneute Nachfrage. Angeblich hätte uns jemand angerufen und das geklärt. (Also bei uns nicht?! Doch der falsche Zettel?? Oder die Nummer nicht mehr lesen können??). Irgendwann trudelt dann doch ein Angebot beim Bauträger ein. Per Post, versteht sich. Dieser informiert uns darüber und wir staunen. Einige Punkte sind gar nicht enthalten und bei den anderen sind wir auch nicht wirklich sicher, ob das genau unsere Wünsche waren… Der Bauträger nimmt das jetzt in die Hand und versucht, das zu klären – erfolglos.
Was wir schon längst geahnt haben, tritt ein: wir dürfen nochmal vor Ort vorbei kommen und die Türen auswählen.

Versuche zwei.
Ohne Hehl erklären wir der Sekretärin, dass wir bereits zum zweiten Mal hier sind, da die erste Beratung durch den Herrn Senior kein Ergebnis brachte. Und wir möchten diesmal bitte vom Junior beraten werden. Selbiger streift auch schon durchs Geschäft, hat aber noch andere Kundschaft.
Leider wuselt auch der Senior-Chef wieder durch den Laden und wir kommen uns vor wie beim Katz- und Maus-Spiel, weil wir nicht von ihm entdeckt werden möchten. Irgendwie täte es uns leid, diesem Menschen ins Gesicht sagen zu müssen, dass wir nicht mehr von ihm bedient werden möchten. Zum Glück gibt es im Schauraum viele Türen, die man auch von der Rückseite betrachten kann ;-).
Sicherheitshalber fotografieren wir in der Zeit des Wartens auch schon mal alle Türen, für die wir ein Angebot haben möchten. Man weiß ja nie, was diesmal passiert…

Endlich, kurz vor Geschäftsschluss, nimmt sich der Junior unserer an. Da wir ja genau wissen, was wir möchten, geht es nun auch ganz schnell. Auch der Junior schreibt sich unsere Wünsche und Alternativen per Hand auf ein Blatt Papier auf, aber diesmal strukturiert und verständlich.
Und da erwischt er uns doch noch, der Herr Senior. Zum Glück sind wir bereits mitten im Gespräch mit seinem Sohn. Der rollt die Augen und wirkt irgendwie leicht gereizt, als sich der Vater ins Gespräch einmischt. Nach kurzer Überzeugungsarbeit, dass wir alles bestens im Griff haben und er jetzt seinen wohlverdienten Feierabend genießen kann, lässt er uns auch wieder allein.

Wenige Tage später erhalten wir per Mail vom Bauträger die Angebote für die Türen, genau wie wir es angegeben hatten.

Treppe

Da ist sie. Heute wurde sie eingebaut. Diese wunderschöne, hochmoderne, leichte, freitragende Treppe.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich ja streiten. Und bei dieser Treppe ganz besonders.

Das Konstrukt ist so konzipiert, dass keine stützende Unterkonstruktion aus z.B. Metall mehr nötig ist. Die Holzstufen sind nur auf der Außenseite an der Wand montiert und über das Geländer auf der Innenseite stützt sich die Treppe dann selbst. Deshalb besteht das Geländer auch aus solch einem bretterähnlichem Handlauf.
Noch ist alles dick in Folie eingepackt, um das gute Stück während der Baufertigstellungsphase vor Beschädigungen zu schützen. Daher kann sie ihre ganze Pracht noch gar nicht richtig entfalten.

Treppe eingepackt

Treppe eingepackt

Was den Geschmack betrifft, kann ich mir Schöneres vorstellen. Schon beim ersten Anblick dieses Modells in dem vom Bauträger genannten Treppenladen befand ich es als ausgesprochen „hässlich“. Für Andreas war sie gleich ok. Aber ich stehe mehr auf die klassischen Treppen mit Metall-Unterkonstruktion und vor allem schönen runden, leichten Handlauf. Aber in den Augen unseres Treppenbauers ist diese Art hoffnungslos veraltet und daher bietet er das auch gar nicht mehr an. Da hatt ich’s also mal wieder: ich bin von Vorvorgestern…
Andere Angebote, die eher meinen Geschmack treffen, waren dann leider zu teuer. Also exklusiv kann ich offenbar auch ;-).
Jedenfalls wurde es dann halt doch diese Treppe. Aus Kostengründen und Bequemlichkeit, uns einen anderen (eigenen) Treppenbauer zu suchen.

Jetzt, wo sie erstmal drin ist, muss ich sagen, so schlecht wirkt sie gar nicht. Ganz schön ist wirklich diese Offenheit und Leichtigkeit durch das fehlende Untergestell. Das Treppenhaus wirkt dadurch nicht so wie ein enger Fahrstuhlschacht.
Sollte die Beziehung zwischen uns etwa doch noch ein happy end finden? Mal schaun, wo die Meinung hingeht, wenn sie am Ende ganz ausgepackt wird und ihren wahren Charakter offenbart ;-).

Treppenhaus von unten

Treppenhaus von unten

Allerlei

In den letzten zwei Wochen war immer was los. Nicht unbedingt Außergewöhnliches, aber eben doch stetig kleine Fortschritte und Ereignisse:

Vor allem in den Bädern tut sich was. Mittlerweile sind die Wandfliesen zumindest teilweise angebracht. Da die Badewanne im OG noch fehlt, konnte dieser Bereich noch nicht gefliest werden. Im Gäste-WC ist hingegen schon alles fertig. Damit der Abstand der Wandfliesen konstant bleibt, werden zwischen den Fließen kleine Keile angebracht.

Wandfliesen im G-WC

Wandfliesen im G-WC

Montagekeile zwischen Wandfliesen

Montagekeile zwischen Wandfliesen

Die Fugen sind noch nicht mit Fugenmasse gefüllt, das kommt erst am Ende. Um uns besser für eine Fugenfarbe entscheiden zu können, erstellt uns der Fliesenleger Fugenmuster. D.h. er legt je zwei Fiesen lose nebeneinander auf den Boden und füllt verschiedene Fugenfarben dazwischen. So kann man sich das gut vorstellen.

Beispiel für Fugenmuster

Beispiel für Fugenmuster

Überhaupt steht uns der Fliesenleger stets mit Rat und Tat zur Verfügung und bringt einige gute Ideen und Vorschläge mit ein.

Dann wird der Duschbodenbereich mit Gefälle-Estrich ausgegossen und dabei die Wasserablaufrinne mit eingebaut.

Duschboden mit Gefälle

Duschboden mit Gefälle

Und schließlich kommt auch die Badewanne. Sie steht nur auf zwei metallenen Querschienen mit Füßchen und wird vor dem Vermauern mit Wasser gefüllt, damit sie sich unter dem Druck auswuchtet. Wie sich nach ein paar Tagen herausstellt, hat sie sich bei diesem Belastungstest um 0,5 cm verzogen. Leider können wir das nicht beim Hersteller reklamieren, denn Bewegungen und Abweichungen bis zu 1 cm sind zulässig. Wenn uns die leicht schiefe Oberkante stört, müssten wir auf eigene Kosten eine Ersatzwanne besorgen und hoffen, dass es dann besser und nicht noch schlimmer wird… Die Entscheidung ist schnell getroffen, wir belassen es dabei.

Badewanne

Badewanne

Außerdem wurde die erste CM-Messung durchgeführt, um den Feuchtigkeitsgrad des Estrichs zu bestimmen. Hierzu wird an den durch kleine Schläuche markierten Stellen der Estrich aufgebohrt und eine kleine Probe entnommen, welche dann der Messung unterzogen wird. Das entstehende Loch wird dann einfach wieder zugespachtelt. Ergebnis: ab KW 13 kann der Zementestrich in Bad und Keller mit Fliesen belegt werden.

zugespachteltes Loch von CM-Messung

zugespachteltes Loch von CM-Messung

Endlich ist auch die letzte Fliesenlieferung angekommen. Aber wie wir feststellen müssen, ist die Nachbestellung noch nicht dabei, obwohl wir angewiesen hatten, erst dann zu liefern, wenn alles komplett ist. Tja, war wohl nix. Und überhaupt sind wir etwas unzufrieden mit diesem Fliesenstudio in Bensheim. Denn ebenso war abgesprochen, dass die Fliesen nachmittags zwischen 13 und 16 Uhr geliefert werden und ich ca. 30 Minuten vorher telefonisch benachrichtigt werde. Das ist üblich und hat sogar bei Bauhaus und Obi gut geklappt. Nicht aber bei diesem hochpreisigen Studio. Als ich an diesem Tag gegen Mittag an der Baustelle ankomme, steht bereits die Palette Fliesen auf der Straße, der Lieferschein lose in ein in die Folie geritztes Loch gesteckt.

Dagegen hat die Lieferung des Parketts gut geklappt. 36 Paletten sind pünktlich und wohlbehalten aus Österreich hier angekommen. Noch am gleichen Abend schleppen wir zusammen mit einem Freund die Pakete zu ihrem Bestimmungsort im OG und DG.

Und wenn wir schon bei Lieferungen sind: Auch die Sandsteine für die Gartenmauer sind jetzt da, nachdem auch hier der erste Lieferversuch fehlschlug. Abgesprochen war, dass wir einen Termin mit der Spedition möglichst für Freitags vereinbaren, wenn die Steine lieferbar sind. Anstatt eines Anrufs zur Terminvereinbarung erhalte ich jedoch einen Anruf des LKW-Fahrers, dass er in 20 Minuten am Bau sei und mich dort zur Übergabe und Bezahlung erwarte. Oh. No go. Wir sind beide auf der Arbeit und können unmöglich in 20 Minuten vor Ort sein. Und überhaupt, was soll das bitte?? Über die Negativmeldung ist der Fahrer nicht begeistert und dreht zwangsläufig unverrichteter Dinge wieder um. Wie sich dann nach einigen Telefonaten in den nächsten Tagen herausstellt, gab es wohl urlaubsbedingt eine Fehlverständigung zwischen Verkäufer, Speditions-Chef und LKW-Fahrer.
Nächster Versuch eine Woche später, et voilá:

8 Tonnen Sandsteine

8 Tonnen Sandsteine

Und plötzlich geht die Bezahlung sogar per Überweisung, wir müssen bei der Lieferung nicht mal vor Ort sein. Die genaue Stelle zum Abladen haben wir mit Pfosten und Warnweste markiert. Bei der Bestellung kamen uns die 200 Steine mit den Maßen 20x20x40 cm riesengroß vor. Jetzt neben dem Haus abgestellt wirken die fast 8 Tonnen auf uns wie ein Häufchen Legosteine…

Und eine kleine Anekdote zum Schluß. Bei den Erdarbeiten letzte Woche hatte der Bagger den Hausanschluss des Nachbarhauses verschüttet. Andreas macht sich einen Spaß daraus und versucht, ihn wieder ausbuddeln. Leider wissen wir nicht mehr so genau, wo auf dem Grundstück er sich exakt befindet. Also werden mehrere kleine Löcher an den vermuteten Stellen in den Boden gegraben und bald sieht das Gelände aus wie ein schweizer Käse. Aber den Anschluss finden wir nicht.
Da fällt uns ein, dass wir doch unendlich viele Fotos haben. Auf einem muss dieser Anschluß doch zu sehen sein. Und tatsächlich, wir finden ein geeignetes Bild und zählen die Bordsteine bis zur betreffenden Stelle einzeln ab. Dort wird nochmal gegraben. Die Spannung steigt und wir stieren gespannt in die braune Erde, bis das Neon-Rosa des Markierungspfostens herausleuchtet. Das ist besser als jede Schatzsuche ;-).

Schatzsuche

Schatzsuche